Sonntag, 28. August 2016

Bayreuther Festspiele wollen Vergangenheit besser aufarbeiten

Die Bayreuther Festspiele wollen mit einem neuen Projekt ihre umstrittene Vergangenheit besser aufarbeiten. „Da wird es nächstes Jahr ein Symposium geben, 'Wagner im Nationalsozialismus', zur Frage des Sündenfalls“, sagte Festspielleiterin Katharina Wagner am Sonntag. Die zweitägige Veranstaltung soll zu einer neuen Reihe mit dem Titel „Diskurs Bayreuth“ gehören.

Das Festspielhaus in Bayreuth - Archivbild
Das Festspielhaus in Bayreuth - Archivbild - Foto: © APA/AFP

Die Familie Wagner hatte während der NS-Herrschaft enge Beziehungen zu Adolf Hitler unterhalten. Auch um die Situation der Künste nach der sogenannten Stunde Null 1945 soll es gehen. Zudem sind vier Konzerte geplant, die Künstlern – von verfolgten Komponisten bis zur Nachkriegs-Avantgarde – Raum geben sollen.

„Wir wollen tatsächlich auch mal gucken, dass man sich mehr thematisch mit dem Komplex Bayreuth – Wagner auseinandersetzt“, sagte die Urenkelin des Komponisten Richard Wagner.

"Das Rechtskonservative wurde ewig gepflegt"

„Das Rechtskonservative ist in diesem Festspielhaus ewig gepflegt worden“, sagte „Parsifal“-Regisseur Uwe Eric Laufenberg. „Ich habe ja auch beklagt, dass der Nationalsozialismus überall in Deutschland aufgearbeitet worden ist, in Bayreuth eher weniger.“ Mit der kürzlich vorgelegten „Geschichte der Bayreuther Festspiele“ des Kenners und früheren Festspiele-Pressechefs Oswald Georg Bauer sei das beendet.

„Ich weiß von dieser Festspielleitung, dass sie nicht rechtskonservativ ist“, sagte Laufenberg. „Der harte Gang, den man hier mit einer sehr harten und konsequenten Regiesprache gepflegt hat, der ist gut und wichtig gewesen, aber es muss auch immer mal wieder ein neuer Versuch sein.“

apa/dpa

stol