Sonntag, 07. Juli 2019

Bossa-Nova-Legende Joao Gilberto gestorben

Der legendäre brasilianische Sänger und Gitarrist Joao Gilberto ist tot. „Mein Vater ist gestorben. Sein Kampf war edel. Er hat versucht, seine Würde zu bewahren, während er seine Eigenständigkeit immer weiter verlor”, schrieb sein Sohn Joao Marcelo Gilberto am Samstag auf Facebook.

Joao Gilberto bei einem Auftritt im Jahr 2008 Foto: APA (AFP)
Joao Gilberto bei einem Auftritt im Jahr 2008 Foto: APA (AFP)

Nach Angaben des Nachrichtenportals G1 starb Gilberto am Samstag im Alter von 88 Jahren in seiner Wohnung in Rio de Janeiro. Der Musiker galt als der Vater des Bossa Nova. Durch seine Interpretationen von „Das Mädchen aus Ipanema” und „Chega de Saudade” (Nie mehr Sehnsucht) gelangte er zu Weltruhm. Zuletzt lebte er Medienberichten zufolge schwer krank und hoch verschuldet in Rio de Janeiro.

„Größte Genie der brasilianischen Musik“

”Joao Gilberto ist von uns gegangen, das größte Genie der brasilianischen Musik”, schrieb die Sängerin Gal Costa auf Instagram. „Er wird sehr vermisst werden. Sein Erbe hat eine große Bedeutung für Brasilien und die Welt.”

Mischung aus Samba und Jazz

Gilberto brach mit 16 Jahren die Schule ab und zog nach Salvador, um Musik zu machen. Später ging er nach Rio de Janeiro und schloss sich dort der Gruppe Garotos da Lua an. Zwar nahm er bereits damals einige Singles auf, allerdings war er als Musiker größtenteils erfolglos, bis er den typischen Rhythmus des Bossa Nova erfand. Bei der „Neuen Welle” der brasilianischen Musik handelte es sich um eine moderne Mischung von Samba und Jazz.

Der am 10. Juni 1931 in Juazeiro im Bundesstaat Bahia geborene Gilberto musizierte unter anderem mit dem Saxofonisten Stan Getz und dem Sänger und Komponisten Antonio Carlos Jobim. Für die Arrangements seiner Lieder arbeitete er auch immer wieder mit dem deutsch-amerikanischen Komponisten Claus Ogerman zusammen.

Als erster großer Bossa-Nova-Hit gilt „Chega de Saudade”, das von Antonio Carlos Jobim und Vinícius de Moraes geschrieben und von Gilberto interpretiert wurde. Mit seiner Album-Trilogie „Chega de saudade” (1959), „O amor, o Sorriso e a Flor” (1960) und „Joao Gilberto” (1961) machte er den Bossa Nova auch außerhalb von Brasilien populär.

apa/ag.

stol