Um dem – laut Veranstalter – ungewöhnlich hohen Niveau der Teilnehmer gerecht zu werden, hat die Jury unter Vorsitz von Martha Argerich ausnahmsweise nicht nur zwölf sondern 14 Kandidaten zum erneuten Vorspiel zugelassen.Unter ihnen hat die internationale, hochkarätig besetzte Jury jene sechs Finalisten bestimmt, die am 30. und 31. August (20.30 Uhr im Konzerthaus) zum ersten Durchgang mit Orchester antreten werden. Dieser ist in diesem Jahr ausschließlich den Werken von Franz Liszt gewidmet.Begleitet werden die jungen Pianisten vom Haydn-Orchester unter der Leitung von Arthur Fagen.Am Mittwochabend wird sich die Gruppe der Kandidaten noch einmal halbieren, wenn jene drei Finalisten bestimmt werden, die im Finalissimo am 2. September schließlich um den Busoni Preis spielen.Die folgenden Finalisten sind zur ersten Endprüfung mit Orchester zugelassen:Antonii BarishevskyiAnna BulkinaTatiana ChernichkaMin Soo HongSun-A ParkAlessandro TavernaErster Durchgang mit OrchesterDer erste Durchgang mit Orchester am 30. und 31. August ist in diesem Jahr ausschließlich den Werken von Franz Liszt gewidmet, dessen 200. Geburtstag in diesem Jahr im Rahmen vieler Sonderveranstaltungen gefeiert wird. Liszt gilt als der Klaviervirtuose schlechthin. Schon in jungen Jahren verließ der Deutsch-Ungar seine Heimat, studierte in Wien und reiste als Wunderkind durch ganz Europa. Er galt schon bald als „berühmtester Virtuose aller Zeiten", wurde gefeiert wie ein Pop-Star, Heinrich Heine prägte den Begriff der Lisztomanie. Zu Lebzeiten war er die vermutlich ammeisten gemalte und fotografierte Berühmtheit des Kontinents, um seine Persönlichkeit rankten sich unzählige Legenden und Gerüchte, sein Privatleben bewegte sich trotz seiner tiefen Religiosität stets an der Grenze zum Skandal. Doch bei aller Exzentrik hatte Liszt einen maßgeblichen Einfluss auf den Konzertbetrieb, wie wir ihn heute kennen: Er war nicht nur einer der ersten Pianisten, die ganze Konzertabende alleine gestalteten, er verließ auch die elitären Salons seiner Zeit um Konzerte vor tausenden von Zuhörern zu geben. Auf dem Höhepunkt seiner Karriere beendete Liszt seine Sololaufbahn und wandte sich verstärkt seinem kompositorischen Schaffen zu. Nach Bekanntgabe der Entscheidung von Sonntag Abend steht fest, dass nur zwei Werke aus Liszts Schaffen für Klavier und Orchester zu hören sein werden: Die Konzerte 1 und 2 in Es-Dur bzw. A-Dur.Das bekanntere der beiden Klavierkonzerte, jenes in Es-Dur Konzert, entwarf Liszt als junger Mann und verzichtete trotz der traditionellen Satzfolge bewusst auf die Form des klassischen Klavierkonzertes. Besonders seine Aufführungen und Einspielungen der Jurypräsidentin Martha Argerich gelten als legendär, ist Liszt doch mit reiner technischer Brillianz nicht beizukommen. Dies gilt gleichermaßen für den ekstatischen Schluss des A-Dur Konzertes. So werden diese Werke für die im Wettbewerb verbliebenen Kandidaten zum Prüfstein.Die Termine30.8.2011, 20.30 Uhr, KonzerthausMin Soo Hong (Südkorea)Franz Liszt: Klavierkonzert Nr. 1 in Es-DurSun-A Park (USA)Franz Liszt: Klavierkonzert Nr. 1 in Es-DurAlessandro Taverna (Italien)Franz Liszt: Klavierkonzert Nr. 2 A-Dur31.8.2011, 20.30 Uhr, KonzerthausAntonii Barischevskyi (Ukraine)Franz Liszt: Klavierkonzert Nr. 1 in Es-DurAnna Bulkina (Russland)Franz Liszt: Klavierkonzert Nr. 1 in Es-DurTatiana Chernichka (Russland)Franz Liszt: Klavierkonzert Nr. 2 A-DurHaydn OrchesterArthur FagenTickets gibt es im Stadttheater Bozen unter der Telefonnummer 0471/053800.