Mit im Programm gar einige Überraschungen – darunter ein klingender Name, der für ein besonderes Jubiläum nach Südtirol zurückkehrt: der weltberühmte Jazzpianist Chick Corea.Die Veranstalter rund um Jazz-Präsident Klaus Widmann arbeiten seit Monaten fieberhaft am Programm für die Festivalausgabe 2014. Viele Eckpunkte stehen bereits fest, sagt Widmann, aber: „Wir stehen heuer vor einer Reihe von Herausforderungen, die wir in unserer Planung berücksichtigen müssen: Zum einen sind heuer Fußball-Weltmeisterschaften, und unser Festival fällt mit dem Achtel- und Viertelfinale zusammen. Wir werden unsere Konzertabende so eintakten, dass man beides genießen kann: Tolle Musik und hoffentlich spannende Fußballspiele. Zum anderen ist, in Zeiten, die wirtschaftlich schwieriger geworden sind, auch das Festivalbudget eine besondere Aufgabe. Trotzdem ist es uns gelungen auch mit der Unterstützung der vielen treuen Sponsoren und Gönner, die mit uns seit vielen Jahren zusammenarbeiten und denen wir sehr dankbar sind, ein besonders interessantes Festival-Programm zu erstellen."So steht bereits ein Festival-Highlight fest, und das aus besonderem Anlass: Mit den Konzerten in der Sterzinger Produktionshalle Prinoth begann das Südtirol Jazzfestival Alto Adige vor genau zehnJahren erstmals, Musik auch außerhalb der Landeshauptstadt Bozen aufzuführen. „Als ich mit Firmeninhaber Michl Seeber erstmals über die Möglichkeit gesprochen habe, auch Sterzing bzw. sein Unternehmen ins Jazzfestival mit einzubinden, stieß ich sofort auf offene Ohren“, erzählt Widmann. Aus dieser ersten Begegnung sei eine langjährige, sehr außergewöhnliche Partnerschaft entstanden: „Sterzing ist nicht nur die älteste Außenstelle des Festivals, sondern alljährlich auch ein Schauplatz für außergewöhnliche Konzerte mit weltberühmten Künstlern“. Zum 10jährigen Jubiläum tritt, als besonderes Highlight, in der Prinoth Halle in Sterzing Chick Corea auf.Das absolute HighlightMit der Verpflichtung von Chick Corea präsentiert das Südtirol Jazzfestival nicht nur einen der einflussreichsten und erfolgreichsten Jazzmusiker der Gegenwart, sondern erinnert auch an seine eigenen „Wurzeln“ in den achtziger Jahren. Schließlich war Chick Corea schon 1987 – neben weiteren internationalen Top-Acts wie der Pat Metheney Group, Dino Saluzzi, Oregon, Steve Colemans Five Elements oder John Scofield – in Bozen aufgetreten. Corea spielte im Rahmen der sechsten Ausgabe des Festivals mit dem Vibraphonisten Gary Burton. 27 Jahre später kehrt er – ebenfalls in einer Duoformation – mit dem Bassisten Stanley Clarke nach Südtirol zurück und damit stehen in diesem Sommer gleich zwei Ausnahmemusiker, die in den siebziger Jahren Jazzgeschichte geschrieben haben, gemeinsam auf einer Bühne.Chick Corea gehört 1969 und 1970 mit Herbie Hancock, Wayne Shorter, Joe Zawinul, John McLaughlin, Don Alias oder John DeJohnette zu jenen jungen Musikern, mit denen Miles Davis auf seinen bahnbrechenden Alben „In A Silent Way“ und „Bitches Brew“ elektrischen Jazz mit Rockelementen mischt und die wenige Jahre später in Bands wie Weather Report oder dem Mahavishnu Orchestra die Fusionmusik der siebziger Jahre entscheidend prägen. Coreas Combo nennt sich in diesen Jahren „Return To Forever“. In der Ursprungsbesetzung mit Joe Farrell (sax, fl), Stanley Clarke (b), Airto Moreira (perc) und Flora Purim (voc) macht die Gruppe einen temperamentvollen und zugleich höchst kommerziell erfolgreichen Latin-Jazz.Der technisch virtuose Stanley Clark verfeinert dabei das Bass-Spiel der damaligen Jazz-Rock-Szene. 2011 wird er für das beste zeitgenössische Jazzalbum („The Stanley Clarke Band“) mit einem Grammy ausgezeichnet. Chick Corea bleibt ein musikalisches Chamäleon, das scheinbar mühelos zwischen Stilen und Musikrichtungen hin- und herpendelt. In „My Spanish Heart“ widmet er sich der spanischen Musiktradition, für das Klassiklabel „Deutsche Grammophon“ komponiert er ein Konzert für Jazzquintett und Kammerorchester. Gleichzeitig lässt er „Return To Forever“ in wechselnden Besetzungen wieder aufleben. Mit Hiromi Uehara tritt er ebenso im Duo auf wie mit Herbie Hancock oder Stefano Bollani. Der Mann ist unermüdlich: Seit den späten sechziger Jahren vergeht kein Jahr, in dem keine neue Corea-Aufnahme erscheint. 2013 legt er etwa das Live-Album „Trilogy“ mit Christian McBride (b) und Brian Blade (dr) sowie „The Vigil“ mit Charles Altura (g), Hadrien Feraud (b) und Tim Garland (sax, fl, bcl) vor – eine CD, auf der auch Stanley Clarke als Gastmusiker zu hören ist.Konzerttermin:"Chick Corea & Stanley Clarke Duet"Sonntag, 6. Juli mit Beginn um 20.30 Uhr in der Produktionshalle Prinoth in SterzingKarten sind ab 3. März erhältlich.Informationen dazu unter +39 0471 98 23 24 oder info@suedtiroljazzfestival.com