Freitag, 17. Juli 2020

Corona-Studie mit Tim Bendzko: 4000 Konzertbesucher gesucht

Bei einem besonderen Konzert mit Tim Bendzko wollen Forscher der Uniklinik Halle mehr über Großveranstaltungen in Corona-Zeiten herausfinden. Derzeit werden 4000 gesunde Freiwillige zwischen 18 und 50 Jahren gesucht, die am 22. August ein Konzert des Berliner Musikers („Keine Maschine“) in Leipzig besuchen wollen, teilten die Projektverantwortlichen am Freitag in Halle mit.

Tim Bendzko leistet mit seinem Konzert einen Beitrag zur Corona-Forschung.
Tim Bendzko leistet mit seinem Konzert einen Beitrag zur Corona-Forschung. - Foto: © Alexander Gnädinger
Erste Ergebnisse der Studie werden 4 bis 6 Wochen später erwartet. Während des Projekts gelten strenge Hygieneregeln. Die Probanden sind etwa verpflichtet, sogenannte FFP2-Masken zu tragen.

Hauptziel der Forscher ist es, ein mathematisches Modell zu entwickeln, mit dem das Risiko eines Corona-Ausbruchs nach Großveranstaltungen in Hallen berechnet werden kann. Zudem soll ermittelt werden, mit wie vielen anderen Menschen ein Konzertbesucher auch bei der Anreise in Kontakt kommt.

„Die größte Herausforderung – glaube ich – wird die Datenauswertung“, sagte Projektleiter Stefan Moritz. „Denn wir werden über einen ganzen Tag hinweg alle fünf Sekunden die Kontakte zu allen anderen Probanden im Umkreis von 30 Metern messen.“ Laut den Projektbeteiligten ist es die erste Studie dieser Art in Deutschland.

3 Szenarien auf dem Prüfstand

Konkret sollen bei dem Konzert 3 Szenarien durchgespielt werden. Es soll einen Ablauf geben, wie er vor Corona stattgefunden hätte: mit 2 Eingängen in die Arena Leipzig, ohne Abstandsregeln und ähnliches. Danach wird ein Szenario mit einem strengeren Hygienekonzept, mehr Eingängen und deutlich größeren Abständen durchgespielt. „In Szenario 3 wird auf den Zuschauertribünen ein Abstand von 1,5 Metern eingehalten. Hier sind nur noch knapp 2000 Probanden beteiligt“, heißt es.

Finanziert wird das knapp eine Million Euro teure Projekt zum Großteil von den Ländern Sachsen-Anhalt und Sachsen.

dpa