<b>Von Ingrid Beikircher</b><BR /><BR />Letzthin haben Herbert Pixner und seine Formation Italo Connection im Bürgersaal von Sand in Taufers ein großes Konzert gegeben – im Rahmen der Italo Connection Tour 2024. Organisiert hat es der Kultur- und Freizeitverein Dogs in action aus Kematen. Ein Gespräch mit Herbert Pixner über 5 große Themen.<h3> 1. Heimat</h3>„Wo man aufgewachsen ist, hat man seine Wiege und seinen Rückzugsort. Es ist dann einerlei, wo man lebt, denn es kommt auf das Umfeld an, auf Orte, wo man sich wohlfühlt. Schlussendlich leben wir alle auf derselben Welt. Ob das nun Südtirol ist oder ein anderer Platz auf diesem Planeten, ist für mich zweitrangig.“<h3> 2. Große Konzerte</h3>„Wenn man die eigenen Stücke, die zunächst nur für ein einziges Instrument, die Steirische Harmonika, komponiert und angedacht waren, jetzt Jahre später mit einem großen Sinfonieorchester und einem 200-köpfigen Chor aufführt, sind das wunderbare Momente. Mit so einem Klangkörper zu spielen, ist etwas ganz Besonderes – und die Freude ist groß, dass es auch musikalisch funktioniert und in dieser Konstellation seine Berechtigung hat. Es sollte ja nicht kitschig oder pathetisch klingen. Dabei ist aber auch viel Vorarbeit nötig wie Arrangements zu schreiben sowie die Logistik und die Ton- und Lichttechnik.“<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1003295_image" /></div> <h3> 3. Musikalisches Zuhause</h3> „Schwer zu sagen. Obwohl ich mich intensiv mit der traditionellen, alpinen Volksmusik befasst habe, ließ ich mir schon früh viele Genres offen im Bereich Jazz, Rock, Klassik oder Musik für Theater. Ich war und bin interessiert an Neuem, an musikalischen Einflüssen. Daher gibt es kein Genre, wo ich sagen kann, das ist das Meine. Ich bin immer auf der Suche. Was das Herbert Pixner Projekt betrifft, habe ich einen eigenen Stil, eine eigene Klangfarbe entwickelt – und durch die Steirische Harmonika dieses Genre auch geprägt. Die Herausforderung ist, mit diesem Instrument die Grenzen auszuloten. Wenn wir in Hamburg spielen, fragt dich niemand, ob das Instrument, das ja nur 4 Tonarten hat, schwierig zum Spielen sei. Ich versuche mit einem Instrument musikalisch Wertvolles zu entfalten, Geschichten zu erzählen. Dann spielt es eigentlich keine Rolle, ob es nun auf einer Steirischen Harmonika, einer Klarinette oder einer Trompete ist.“ <h3>  4. Inspirationsquellen</h3>„Inspirationen verspüre ich nahezu täglich. Ob es nun die Natur ist, Erlebnisse sind oder Begegnungen, das fließt alles mit ein. Es gibt Phasen, wo es einem nicht gut geht im Leben, da ist für mich die Musik ein Ventil, das mir hilft, Dinge zu verarbeiten. Und wenn es mir gut geht, ist sie ebenso ein Ventil, dieses Glück in Klangbilder zu setzen. Deshalb gibt es Programme, die eher gut gelaunt klingen und andere, die nicht nur tonal und nicht nur mit ‚schönen‘ Akkorden daherkommen. Bisher hatten wir ein Publikum, das sich dies auch wünscht, dass wir authentisch spielen, so wie wir sind. Wir haben ein sehr tolerantes Publikum. Und obendrein: Ich darf eine Arbeit machen, die mit großem Spaß verbunden ist, bei der ich ein gutes Gefühl habe. Viele Menschen haben nicht dieses Privileg. Ich habe die Freiheit, mich auch verändern zu dürfen und nicht immer gleich sein zu müssen.“<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1003298_image" /></div> <h3> 5. Manuel Randi</h3> „Es ist ein großes Glück für mich, mit Manuel zu spielen. Diese Atmosphäre gelingt nur mit sehr wenigen Bühnenpartnern. Manchmal ist es fast unheimlich, wie wir uns musikalisch austauschen – mit kleinsten Gesten und Blicken; im Improvisieren, im Gestalten, im Offenlassen; das Solo dem Gegenüber zu überlassen oder selbst damit einzusteigen. Dieses besondere Etwas erhält die Frische gerade auch auf Tourneen, wenn immer wieder Neues entsteht und die Musik sich nicht abnutzt; wenn jeder Abend eine gewisse Spannung in sich birgt. Ich glaube, auch das Publikum spürt das. Es ist mir wichtig, gewisse Aspekte der Improvisation, die auch von der Tagesverfassung, dem Publikum oder auch der Spielstätte abhängen, offenlassen zu können. Das ist ein Privileg, das nicht jeder Musiker hat. Von dem zehre ich.“