Montag, 11. Januar 2016

David Bowie ist tot

Rock-Chamäleon, Klangforscher und zuletzt ein Phantom der Popmusik: Das sind nur einige jener der Rollen, die David Bowie in einer fast 50-jährigen Karriere ausgefüllt hat. Am Sonntag ist der Brite nun für die Öffentlichkeit überraschend im Kreis seiner Familie an Krebs verstorben.

David Bowie ist einem Krebsleiden erlegen.
David Bowie ist einem Krebsleiden erlegen. - Foto: © LaPresse

Dabei war erst am Freitag mit „Blackstar“ sein neues Album erschienen.

Nach offizieller Zählung veröffentlichte der am 8. Jänner 1947 im Londoner Stadtteil Brixton geborene Sänger, Songschreiber und Gelegenheitsschauspieler damit 25 Alben. Dabei gilt „Blackstar“ als eines seiner rätselhaftesten, düstersten und auch besten Werke.

Rund 140 Millionen Tonträger soll Bowie verkauft haben und ist damit auch einer der erfolgreichsten Popstars der vergangenen Jahrzehnte.

Aus dem Netz gefischt: Immer anders, immer David Bowie

Höhepunkt: Ganz klar die 70er und 80er

Sein 1967 veröffentlichtes Debüt „David Bowie“ ließ darauf noch nicht schließen, es war eher am Folk orientiert und ein Flop.

Doch schon mit dem zwei Jahre später folgenden „Space Oddity“ und dem Titelsong über den fiktiven Astronauten Major Tom gelang der Durchbruch. Mit „Hunky Dory“, „The Rise And The Fall Of Ziggy Stardust“ sowie „Aladdin Sane“ wurde Bowie zur Speerspitze des schrillen Glam-Rocks, der ironisch mit Geschlechterklischees spielte.

Die 70er waren die kreativste und produktivste Phase in der Karriere Bowies – mit in den USA und später in Berlin aufgenommenen, höchst einflussreichen Platten wie „Station To Station“, „Low“ und „Heroes“.

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Allerdings hatte er in dieser Zeit auch mit Drogensucht zu kämpfen. In den 80er-Jahren wurde der Kritikerliebling mit dem Funk- und Blues-Album „Let's Dance“ endgültig zum Megastar, der weltweit die Stadien füllte.

Danach verzettelte sich Bowie in stetig wechselnden Pop-Genres, ehe ein Herzinfarkt beim Konzert im deutschen Scheessel 2003 ihn auch gesundheitlich aus der Bahn warf.

Keine Live-Auftritte, keine Interviews mehr

Lange war dann kaum etwas von der Popikone zu hören, bis der offensichtlich wieder gesunde, nun in New York lebende 66-Jährige 2013 mit dem Comeback „The Next Day“ an frühere Erfolge anknüpfte. Bowie trat zwar nicht mehr live auf, gab keine Interviews, war aber weiterhin musikalisch aktiv – bis zu „Blackstar“, das nun sein Vermächtnis sein dürfte.

War zwei Mal verheiratet

Bowie war zweimal verheiratet, zuletzt seit 1992 mit dem Model Iman Abdulmajid. Eine Tochter wurde im Jahr 2000 geboren. Aus der ersten Ehe mit Angela Barnett ging der Sohn Duncan Jones hervor, der als Filmregisseur erfolgreich ist.

Bowie feierte selbst einige Erfolge beim Film („The Man Who Fell to Earth“, „Merry Christmas, Mr Lawrence“), wobei er zuletzt 2009 in „Bandslam – Get Ready to Rock“ auf der Kinoleinwand zu sehen war.

Medien und Promis waren schneller

Bereits wenige Stunden nach der Todesnachricht kündigte laut „New York Times“ die Carnegie Hall ein Gedenkkonzert zu Ehren des Superstars an. Am 31. März werden Kollegen wie The Roots, Cyndi Lauper, die Mountain Goats oder Perry Farrell bestreiten.

Andere Prominente hatten sich zuvor bereits bestürzt über die Todesnachricht gezeigt. Musiker Kanye West twitterte: „David Bowie war eine meiner größten Inspirationen, so furchtlos, so kreativ. Er hat uns Magie für ein ganzes Leben geschenkt.“

Komiker Ricky Gervais teilte mit: „Ich habe gerade einen Helden verloren.“ Und auch der britische Premier David Cameron bekannte sich auf dem Kurznachrichtendienst als Fan: „Ich bin damit aufgewachsen, dem Pop-Genie David Bowie zuzuhören und zuzusehen. Er war ein Meister der Neuerfindung, der es immer wieder auf den Punkt getroffen hat. Ein gigantischer Verlust.“

apa/dpa

stol