Samstag, 09. April 2016

Der Aufreger beim Echo: Deshalb zeigte Burger den Mittelfinger

2013 ausgeladen, 2016 ausgezeichnet: Am Donnerstag haben sich die Rocker von Frei.Wild den Echo geholt. Buhrufe im Saal, als die Band den Preis entgegen nehmen wollte. Und Philipp Burger machte eine eindeutige Geste.

Eindeutige Geste: Philipp Burger wedelt mit dem Mittelfinger. - Foto: Screenshot/YouTube
Eindeutige Geste: Philipp Burger wedelt mit dem Mittelfinger. - Foto: Screenshot/YouTube

Den Arm weit ausgestreckt, den Mittelfinger steil nach oben gerichtet: Interpretationsspielraum gibt’s bei dieser Geste des Frei.Wild-Frontmanns nicht. Dass die höchst umstrittene Brixner Band den deutschen Musikpreis tatsächlich bekommt und wie sich Burger dafür „bedankt“ – die Aufreger bei der Echo-Gala 2016 in Berlin.

Die Geste galt drei Hip Hoppern

Am Tag nach der Verleihung versuchte sich Frei.Wild Manager Stefan Harder auf Facebook in einer Erklärung: „Geil, Jonas und Föhre küssen sich, Zegga kann dies nicht fassen, Philipp hält den Finger gegen die, die diesen Kuss nicht haben wollen und er selbst, hat wie von Gott so gewollt, die 1 über dem Kopf.“

In der „Bild“ online meldete sich Burger selbst zu Wort: „Der (Finger; Anm.d.Red.) war an drei Hip Hopper gerichtet, die neben uns saßen. Die sind schon bei der Auflistung der Nominierung aufgesprungen und haben gebuht. Wenn die uns ihre Meinung mitteilen, dann können wir das eben auch.“

Keine Liebesgeschichte

Frei.Wild und der Echo – das war bisher keine Liebesgeschichte: 2013 wurden die Brixner Rocker für den Musikpreis nominiert, dann allerdings wieder gestrichen. Mehrere Bands – darunter „Die Ärzte“ – hatten mit Boykott gedroht. Denn: Des Öfteren wird gegen die Gruppe der Vorwurf erhoben, sie packe rechtes Gedankengut in ihre Musiktexte.

2014 war Frei.Wild abermals nominiert, doch zog die Band die Nominierung aus eigenen Stücken zurück. 2015 wieder eine Nominierung für Frei.Wild, bei der Verleihung ging die Band leer aus.

Burger: „Dachte: Jetzt krieg‘ ich einen Herzinfarkt“

2016 kam dann alles anders: Frei.Wild schnappten sich den Musikpreis in der Kategorie „Rock/Alternative National“. Ein Preis, „der dieser Band zusteht“, stellte Burger auf der Bühne mit Echo in den Händen fest. Dabei war Burger vor diesem Auftritt mehr als nervös gewesen.

„Ich hab‘ heute von Philipp das erste Mal gehört: ‚Ich schaff‘ das nicht.‘“, berichtet Christian „Föhre“ Fohrer in einem Video, das die Band am Samstag auf ihre Facebook-Seite gestellt hat. Burger fällt seinem Bandkollegen ins Wort und erklärt: „Zehn Sekunden vorher hab‘ ich einen Puls gekriegt von 300. Und tatsächlich gedacht: Jetzt krieg‘ ich fast einen Herzinfarkt.“

Echo als Bieröffner

Noch am Abend der Echo-Verleihung spielten Frei.Wild ein Konzert in Emden (Niedersachsen): Stolz reckte die Band den Echo in die Höhe – und benutzte ihn als Bieröffner.

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„Dafür“, raucht Front-Mann Burger später in die Band-Kamera, „hat sich die Reise nach Berlin gelohnt.“

stol

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