Mittwoch, 26. Juni 2019

Der Walkman wird 40 Jahre alt

Am 1. Juli 1979 - also vor fast genau 40 Jahren - wurde der Walkman international eingeführt.

Der Walkman feiert seinen 40.Geburtstag.
Der Walkman feiert seinen 40.Geburtstag. - Foto: © shutterstock

Schon nach kürzester Zeit wurde er zum Must-have für jeden Jugendlichen. Millionen junger Menschen in der westlichen Welt kapselten sich plötzlich ab. Dazu reichten zwei schaumstoffbezogene Kopfhörer am Bügel. Später steckte man sie als Stöpsel ins Ohr.

„Das war schon ein Paukenschlag, wenn man so will“, sagt Roland Stehle vom Branchenverband gfu, der die Internationale Funkausstellung ausrichtet. „Das war der Startschuss zur mobilen Mediennutzung, egal was ich gerade gemacht habe.“ Mit dem Walkman sei „eine komplett neue Gerätegattung“ aufgekommen. Für CD-Spieler, MP3-Player und schließlich auch Smartphone sei er der „Ur-Ahn“.

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Ursprünglich Diktiergerät

Sony-Chef Norio Ohga gilt als einer der Väter des Kultgegenstands. Firmenmitgründer Masaru Ibuka hat bei ihm einen Kassettenspieler in Auftrag gegeben, den man auf Reisen mitnehmen kann. Das Ur-Modell TPS-L2 ist nur eine abgespeckte und verfeinerte Weiterentwicklung eines Diktiergeräts für Journalisten. Der Deutsche Andreas Pavel hat bereits 1977 ein dem Walkman verblüffend ähnliches Gerät entwickelt. Doch Sony startet genau im richtigen Moment durch und landet im Jahrzehnt von Aerobic und Videospielen einen Knaller.

Am Rande sei erwähnt, dass Beethoven-Liebhaber Ohga später auch die maximale Spieldauer einer CD von 74 Minuten festgelegt hat. So lange dauert die Neunte Symphonie, dirigiert von Wilhelm Furtwängler.

Gefahr für das Gehör

Untrennbar mit dem Walkman verbunden ist die Debatte um die laute Kopfhörermusik. So mahnt im Oktober 1987 Bayerns Sozialminister Karl Hillermeier, die ständige Musikberieselung aus dem Walkman könne schwerhörig machen. 

 „Es gibt Fakten, die nicht von der Hand zu weisen sind“, sagt der Audiologe Prof. Steffen Kreikemeier von der Hochschule Aalen. Er sieht „eine gewisse Gefährdung“ für das Gehör. „Diese Ansicht hat im Jahr 2009 auch die Europäische Kommission erkannt.“ Die EU mache dort auf einen „falschen Musikgenuss“ und dessen Folgen aufmerksam. „Nach dieser Studie entfällt ein solches Risiko auf schätzungsweise zehn Millionen Menschen in der EU.“ 

Professor Kreikemeier führt an, dass die neuen Smartphones deutlich länger beschallen können als die Geräte der 1980er-Jahre. „In meiner Jugend waren Walkman oder CD-Player auch weit verbreitet, durch Größe und Batterie- beziehungsweise Akkulaufzeit aber schon auch etwas Besonderes“, erinnert sich der 38-Jährige. „Heute hat jedes Smartphone die Möglichkeit, Musik abzuspielen, und durch Streaming-Dienste ist hier auch kaum ein zeitliches Limit vorhanden.“ Umso wichtiger sei es daher, darauf zu achten, dass der Lautstärkepegel nicht zu hoch sei.

apa / dpa

stol