Und irgendwie kann dieser Satz auch als die Quintessenz seiner Programmierung gesehen werden. Hier nun keine reine Aufzählung von Konzertterminen samt Ausführenden und Programm, sondern ein Versuch, die Überlegungen des Künstlerischen Leiters wiederzugeben.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1029468_image" /></div> <BR /><BR /> Battistelli hat für diese Saison ein Programm konzipiert, in dem sich erstmals Oper und Konzert begegnen. „Die Erweiterung des Rahmens, in dem ich mich in den nächsten 2 Jahren bewegen werde, besteht darin, an eine Programmgestaltung zu denken, die auch mit dem Musiktheater unserer Zeit zu tun hat, ohne unser Opern-Melodram-Repertoire zu vernachlässigen.“ Dabei wies er auf das Orchester selbst hin, ohne dessen Komplizität – geistiger und intellektueller Art – solch ein Programm nie zustande gekommen wäre. „Das Haydn Orchester ist ein lebendiger Klangkörper, der Vorschläge macht, reagiert und agiert“, schwärmte er. Deshalb sei es auch möglich gewesen, diesmal ein unvorhersehbares neues Programm zu erstellen und somit den Erwartungen zu entgehen. Sein Wunsch und der des Orchesters sei es, neues Terrain zu begehen und „die Vielfalt zu denken“, so der künstlerische Leiter. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1029471_image" /></div> <BR />Bereits seit Jahrzehnten spreche man von Transversalität und Multidisziplinarität. Unsere Gegenwart ist davon gekennzeichnet: „Wir wollen neue Verbindungen schaffen, das ist der Sinn der Modernität. Wir haben den Anspruch, Gedanken zu übertragen, Fragen zu stellen.“ So wie im epischen Theater Brecht erhoffte den Zuschauer dazu bewegt, sich Fragen zu stellen und damit die Gesellschaft zum Besseren zu verändern. Battistelli will auch keine Antworten geben, sondern anhand der Fragen sollen die großen Themen unserer Zeit angesprochen werden. Passend dazu der Untertitel des Programmsaison: Krieg und Frieden! Und so sollen zu Beginn eines jeden Konzerts einige Sätze des Romans von Tolstoi projiziert werden, „zwei Konzepte, die uns zurzeit überall begegnen. Krieg, als menschliches Konzept in Gegenüberstellung zur Macht und Frieden, als menschliche harmonische Dimension, die die Musik vorschlagen kann.“ <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1029474_image" /></div> <BR />Bei der Erstellung des Programms für das Haydn Orchester müsse er immer an eine Zweiteilung denken, denn Trient und Bozen hätten andere Bedürfnisse, das Publikum sei unterschiedlich. Es genüge nicht das Moderne und das Vergangene zu vereinen, wobei er selbst diesen Unterschied nicht mehr machen könne. Er erinnere sich an ein Gespräch mit Karlheinz Stockhausen, der meinte: „Ich höre keinen Unterschied mehr zwischen Dissonanz und Konsonanz.“<BR /><BR /><BR />„Die Balance finden, ist das Wesentliche meiner Programmierung, keine homologierte, sondern jeweils das richtige Gleichgewicht für die jeweilige Stadt“, bekräftigte Battistelli. Bereits das Bild auf dem Programmheft deute darauf hin: „Zuoberst sehen wir Charlie Chaplin und am Ende Arvo Pärt.“ Und dazwischen gibt es noch viele andere Musiker. Unsere Gegenwart sei dreidimensional, es herrsche die Kopräsenz von vielen Elementen. „Das ist mein Wunsch, Programme zu erstellen, wodurch die Musik imstande ist, mit Bozen oder Trient und den großen Themen unserer Zeit eine Verbindung zu schaffen.“<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1029477_image" /></div> <h3> Konzertprogramm</h3><BR />Am 1. Oktober eröffnet die Saison 2024/25 der Stiftung Haydn von Bozen und Trient: Über 30 Konzerte, ein Opernprogramm mit 5 Werken sowie innovative Projekte und Veranstaltungen für ein breites Publikum wechseln sich bis zum 28. Mai 2025 in Bozen und Trient ab. Auch Kooperation mit Kultur-Institutionen wird es wieder geben.<BR />Unterstützung bekommt Battistelli auch durch den bisherigen Chefdirigenten <b>Ottavio Dantone,</b> der für die nächsten 3 Jahre die Rolle des Musikdirektors übernimmt. Im Lauf der Saison befassen sich das Orchester und sein Musikdirektor eingehend mit der Interpretation der Klassik und der europäischen Musik des frühen zwanzigsten Jahrhunderts. Wobei Dantone unterstreicht, dass der Programmschwerpunkt in der Musik von Haydn und seiner urbanen Modernität liege. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1029480_image" /></div> <BR />Auch in diesem Jahr stehen zahlreiche Dirigentinnen und Solisten von internationalem Ansehen auf der Bühne: Ein Beispiel dafür ist Dirigent <b>Yutaka Sado,</b> der ein neues Werk des Bozener Komponisten <b>Marco Uvietta</b> zur Aufführung bringt, das von der Stiftung Haydn in Auftrag gegeben wurde. <BR /><BR /><BR />Ein Wiedersehen gibt es auch mit <b>Michele Mariotti,</b> der seit vielen Jahren dem Haydn Orchester treu verbunden ist. Der Däne und neu ernannte Erste Gastdirigent des Haydn Orchesters <b>Thomas Dausgaard</b> wird hingegen mit seiner „Nord-Ost-Passage“ eine Brücke zur klassischen und zeitgenössischen Musik des europäischen Nordens schlagen. Und auch der international renommierte japanische Dirigent <b>Kent Nagano</b> wird sein Projekt mit dem Orchester weiterführen. <BR /><BR />Eva Bernhard<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1029483_image" /></div> <h3> Opernsaison</h3><BR />Nach 9 Jahren Oper des 20. und 21. Jahrhunderts möchte nun Giorgio Battistelli das Publikum in eine Welt aus unterschiedlichsten Stilen, Sprachen und Repertoires diverser Epochen entführen. <BR />Zum Ende des Puccini-Jahres eröffnet das Opernprogramm (9.11.) mit einer Neuinszenierung der Oper „Gianni Schicchi“ unter der Regie <b>Valentina Carrascos</b> und der musikalischen Leitung von <b>Michele Gamba.</b> Der Oper vorangestellt ist das Melodram „Pierrot Lunaire“ von Schönberg, der in diesem Jahr seinen 150. Geburtstag gefeiert hätte. <BR /><BR /><BR />Es folgt im Kalender Rossinis „Il barbiere di Siviglia“ (31.1.) unter der Regie von <b>Fabio Cherstich,</b> der sich mit dieser ersten Produktion auf seinen gemeinsamen Weg mit der Stiftung Haydn als Artist in Residence macht, die musikalische Leitung hat <b>Alessandro Bonato</b> inne. <BR />Performativ, frech und provokant: Die dritte Oper im Programm ist das gesellschaftskritische Kammerstück „Satyricon“ (13.2.) von Bruno Maderna unter der Regie von <b>Manu Lalli</b> und der musikalischen Leitung von <b>Tonino Battista.</b> Beschlossen wird die Saison mit Händels „Giulio Cesare“ unter Regie von <b>Chiara Muti</b> und musikalischer Leitung von <b>Ottavio Dantone.</b><BR /><BR /><BR />Kommentar zur Konzertsaison von Ferruccio Delle Cave<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1029486_image" /></div> <BR /><BR />Die Suche nach neuen symphonischen Programmen und Visionen wird in der kommenden Saison des Haydn Orchesters Bozen-Trient vor allem durch 2 Konstanten geprägt. Zum einen die Fortführung des klassischen und romantischen symphonischen Repertoires gekoppelt allerdings an zeitgenössischen Werken der musikalischen Moderne wie <b>Luciano Berio,</b> dem ein Schwerpunkt gewidmet sein wird. Zum anderen wird mit der Florentinerin <b>Valentina Peleggi</b> eine Frau am Pult des Bozner Orchesters ins Rampenlicht treten, mit einem Konzert, das Musik von Aram Chatschaturjan und Tschaikowsky vorsehen wird. Auch eine zeitgenössische Komponistin wird in Bozen und Trient uraufgeführt werden, nämlich <b>Silvia Colasantis</b> „Cede pietati, dolor – Le anime di Medea“, und dies gleichsam als „Vorspiel“ zu Anton Bruckners Vierter, einer späten Hommage zu seinem 200. Geburtstag, den wir am 4. September feiern. Zudem wird die italienische Kultpianistin <b>Beatrice Rana</b> unter der Leitung von <b>Michele Spotti</b> Ravels G-Dur-Konzert interpretieren. Der Auftakt der Saison obliegt dem ständigen Dirigenten des Haydn Orchesters <b>Ottavio Dantone,</b> der uns mit <Fett>Benedetto</Fett> Lupo am Klavier durch 2 Mozart-Klavierkonzerte und einer Haydn-Symphonie führen wird. <BR /><BR />Abo ab 11. Juni<BR /><BR /><BR /><BR /><BR /><BR /><BR /><BR /><BR /><BR /><BR /><BR /><BR /><BR />