Montag, 26. Oktober 2020

Dirigent Muti gegen Schließung von Theatern und Konzerthallen

Der berühmte Dirigent Riccardo Muti hat an die italienische Regierung appelliert, ihre Entscheidung zur Schließung von Theatern, Kinos und Konzerthallen wegen der Corona-Pandemie zu überdenken.

Riccardo Muti setzt sich gegen die Schließung von Theatern und Konzerthallen ein.
Riccardo Muti setzt sich gegen die Schließung von Theatern und Konzerthallen ein. - Foto: © APA (AFP) / VINCENZO PINTO
In einem am Montag in der Zeitung „Corriere della Sera“ veröffentlichten Brief an Regierungschef Giuseppe Conte schrieb der 79-jährige Italiener, die Gesellschaft brauche „geistige Nahrung“ von Musik und Theater, sonst werde sie „hässlich“.

Die Schließungen, die am Montag in Kraft traten, wurden von Conte als Teil der Maßnahmen zur Eindämmung der eskalierenden Coronavirus-Ausbreitung angekündigt. Wie berichtet geht Südtirol in puncto Kultur einen eigenen weniger strengen Weg. Hierzulande sind Theater, Kinos, Konzerte und Vorträge mit zugewiesenen Sitzplätzen weiter erlaubt – immer unter Einhaltung der geltenden Sicherheitsvorschriften (und mit maximal 200 Personen) und unter der Voraussetzung des ständigen Tragens einer Maske.

Muti betonte, dass Musik- und Theateraufführungen nicht „überflüssig“ seien, wie es Regierungsmitglieder gesagt hätten. Eine solche Behauptung bedeute „Ignoranz, Mangel an Kultur und mangelnde Sensibilität“.

Ein paralleler Online-Aufruf von Theatermanagern, Filmregisseuren, Schauspielern und Schriftstellern gegen die Schließung von Kinos und Theatern zählte unterdessen mehr als 64.000 Unterzeichner.

Am Samstag hatte der „Corriere della Sera“ berichtet, dass das berühmte Mailänder Opernhaus La Scala geschlossen worden sei, nachdem 9 Chorsänger und 3 Orchestermitglieder positiv auf das Virus getestet worden waren.

dpa

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