Man muss sich die vier Djangos ein bisschen vorstellen wie eine Mischung aus dem Tierpark-Toni und dem jungen, dem ganz jungen Monaco Franze: musikalische Stenze, chronisch abenteuerlustig durchs Leben „strawanzend“, ein Spatzl hier, ein Spatzl da. Unstet, nicht ganz ungefährlich, garantiert verrückt, aber verteufelt charmant. Und vor allem: unparfümiert wie eine Gitanes ohne Filter.Ihre Band haben die Musikanten natürlich nach Gypsy-Legende Django Reinhardt benannt, aber auch nach Django, dem einsamen Rächer, und nicht zuletzt nach dem Jahr 3000. Denn er soll auf jeden Fall zukunftsweisend sein, der ebenso urige wie lässige Bavarian Gypsy-Sound, der Disco-Csardas, der Freistaat-Flamenco von „Django 3000“, den bisher nur kennt, wer schon einmal mit den vier Djangos am Lagerfeuer Maiskolben geröstet und danach die Glut ausgetreten hat – natürlich barfuß.Tschavos, Burschen, sind sie alle miteinander, die in der Csarda, dem Wirtshaus, zum Tanz, dem Csardas, aufgeigen und den Tschajas, den Deandln, hinterherpfeifen. Florian R. Starflinger, der Stehgeiger des Wahnsinns. Er ist nach eigenen Angaben, nichts Genaues weiß man natürlich nicht, weltweit einziger real existierender Besitzer einer Violine des italienischen Geigenbaumeisters Pietro Galozzo aus dem 18. Jahrhundert sowie Yehudi-Menuhin-Preisträger. Sänger und Gitarrist Kamil Müller, ein gefälschter Bayer, der mit 17 als Au-pair aus der Slowakei kam und von seinen Gasteltern sofort verstoßen wurde. Er blieb trotzdem, und sprach bereits nach vier Monaten so perfekt Bairisch (aber niemals Hochdeutsch!), dass er heute lässig als der Einheimischste unter den Einheimischen durchgeht und als einer, der am besten nachgemachten Bayern von ganz Bayern gilt. Dazu kommt der Kontrabass-Don-Giovanni Michael Fenzl, dessen fetter, tiefgelegter Sound der Band die Fülle gibt. Er ist in Strizzi-Kreisen als der „Mann mit der Frisur“ bekannt, weil er daherkommt wie ein zigeunerischer Leningrad Cowboy. Und dann schließlich Rhythmuszigeuner „Luftmentsch“ Jan-Philipp Wiesmann, Schwabe, Drummer, Percussionist und vermutlicher einziger Zigeuner weltweit, der pingelig genau die Kehrwoche einhält.„Django 3000“ in BozenDie bayerischen Zigeuner sind am 15. November im Batzen Sudhaus in Bozen zu Gast. Beginn ist um 21 Uhr, der Eintritt ist frei.