Nun geht er in den „Ruhestand“. Im Gespräch schaut er auf die vergangenen Jahrzehnte zurück.<BR /><BR />Die Obervinschger Böhmische ist weit über den Obervinschgau hinaus bekannt. Die Musikkapelle besteht aus Musikanten älteren Semesters und spielt unter anderem regelmäßig im Malser Alters- und Pflegeheim auf. <BR /><BR />Hintergedanke der Gründung war, dass auch ältere Musikanten einen Ort haben sollten, an dem sie sich treffen und miteinander spielen können, wie Gottlieb Gamper aus Schleis erklärt. Er ist der Kapellmeister der Obervinschger Böhmischen und hatte die Formation einst ins Leben gerufen. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="955174_image" /></div> <BR /><BR />„In den Musikkapellen wurden ältere Musikanten ab und zu ein wenig an den Rand gedrängt und da dachte ich mir, dass eine eigene Kapelle für sie doch eine gute Idee sein könnte“, erklärt Gamper. Gesagt, getan... wer 50 Jahre und mehr aufweisen konnte, wurde in der Folge denn auch aufgenommen. Man habe dabei auch immer gerne Mitglieder aus verschiedenen Ortschaften willkommen geheißen und so besteht die Formation aus Musikanten des mehr oder weniger gesamten Vinschgau.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="955177_image" /></div> <BR /><BR /> Ganz so genau habe man es dann aber mit den Regeln aber doch nicht genommen, ergänzt Gamper schmunzelnd, der der Obervinschger Böhmischen bereits seit 16 Jahren vorsteht. Wenn jemand z. B. 49 Jahre alt war, „haben wir ihn halt ein Jahr provisorisch aufgenommen“.<BR /><BR /><embed id="dtext86-61865669_quote" /><BR /><BR />Gottlieb Gamper kann auf eine lange Musikgeschichte zurückblicken. Mit 16 Jahren habe er erste Kontakte mit dem Flügelhorn geknüpft, er spielte bei der Malser Musi, dann bei der Militärkapelle in Bozen, wie er sagt. „Das war eine gute Kapelle, sie bestand vor allem aus Südtirolern“. Es sei eine schöne Zeit gewesen, erinnert er sich. <BR /><BR />Es folgten Fortbildungen und Lehrgänge, unter anderem in Innsbruck, sowie z. B. die Kapellmeistertätigkeit in Laas. „Ich hatte ihnen zuerst versprochen, 14 Tage zu bleiben, daraus sind dann aber 15 Jahre geworden“, erzählt Gottlieb Gamper. Damit war sein musikalischer Lebensweg aber nicht beendet, denn er formierte die Malser Jagdhornbläser neu und war lange Zeit auch in Schluderns aktiv. <BR /><BR />Die Obervinschger Böhmische sei nun seine letzte Station, sagt Gamper, der beruflich Maurer war und ein Baggerunternehmen betrieben hat – er sei vor allem für Wildbacharbeiten herangezogen worden, fügt er hinzu. Die letzte Station deshalb, weil er sich nun fest vorgenommen hat, sich ins Privatleben zurückzuziehen und die Kapellmeistertätigkeit ruhen zu lassen. Nach 60 Jahren könne man das auch ruhig tun, sagt der Schleiser. <BR /><BR /><embed id="dtext86-61865960_quote" /><BR /><BR />Womit er den Tag ausfüllen wird, wenn er den Taktstock nicht mehr schwingt? Spazierengehen und daheim „ummerstirgn“, fallen ihm als Tätigkeiten auf Anhieb ein, wobei mit letzterem auf gut Deutsch wohl so etwas wie herumwerkeln gemeint ist. Er wolle auf jeden Fall „den Ruhestand noch mehr genießen“. <BR /><BR />Sein offizieller Abschied ist übrigens für Samstag, 28. Oktober angesetzt. Um 20 Uhr findet im Burgeiser Kulturhaus ein Konzert mit Gastdirigent Freek Mestrini statt; dann wird sich die Zeit finden, Gottlieb Gamper zu danken und ihn ins verdiente Rampenlicht zu rücken. <BR />