Aufgrund seiner schönen Stimme gab man ihm den klingenden Namen „Caruso“, in Anlehnung an den damals berühmten italienischen Opernsänger Enrico Caruso: Konrad Werth starb vor 60 Jahren am 7. Februar 1962 und wurde im Familiengrab am Neumarktner Friedhof beigesetzt.<BR /><BR />Geboren am 8. Februar 1907 in Neumarkt als Sohn des Josef Werth und der Klara Pichler schlug er die Lehrerlaufbahn ein. Trotz seiner Behinderung – er hatte infolge Kinderlähmung ein Bein kürzer, abgewinkelt und bewegte sich mithilfe eines Stocks weiter – brachte er unzähligen Schülern das Lesen, Schreiben und Rechnen bei. Das war gewiss nicht einfach, waren doch die Klassenzimmer meist mit 30 Schülern besetzt. Zudem mussten wegen der Raumnot in der Kaiser-Franz-Josef-Jubiläumsschule immer mehrere Jahrgänge in einem Raum unterrichtet werden. <h3> Kräftige „Watschn“</h3>Jeder Schultag begann mit Mathematik. Da wurde auch viel Wert auf Kopfrechnen gelegt. Der Lehrer dachte nicht im Traum daran, die Unterrichtsstunde pünktlich zu beenden. Dies geschah erst wenn die Italienischlehrern Maria Zorzi an die Tür klopfte und eintrat. Für die Deutsch-Diktate gab es 2 Noten: eine für die Form und eine für die Fehler.<BR /><BR />Wie es damals gang und gäbe war, wurde auch gestraft, wenn sich jemand nicht ordentlich benahm. Meistens waren die Buben des Jahrgangs 1951 die „Empfänger“ von kräftigen „Watschn“, besonders jene der dritten Bank. Auch die Schreiberin dieser Zeilen hat einmal eine solche abbekommen. <BR /><BR />Für seine Verpflegung und den Transport der Schultasche sprangen Freiwillige ein. Während eines Schuljahrs fehlte er für einige Monate, weil er sich ein Bein gebrochen hatte. Er wurde von der Aurer Lehrerin Anna Vescoli vertreten. Auch für den Turn- und Handarbeitsunterricht mussten andere Lehrkräfte einspringen. <h3> Grab aufgelassen</h3>Konrad Werth war nur etwas mehr als 4 Jahre mit Rosa Haas aus Radein verheiratet, die ihn um 25 Jahre überlebte. Seine Ehe blieb kinderlos. <BR /><BR />Neben seiner Schultätigkeit galt Konrad Werths große Liebe der Musik. Er leitete seit 1935 den Pfarrchor bis zu seinem Tod. Wie er mit seiner Behinderung die steile Chortreppe bewältigte, wo doch der Chor damals jeden Sonn- und Feiertag auftrat, ringt ihm großen Respekt ab. <BR /><BR />Konrad Werth starb am 7. Februar 1962 und wurde im Familiengrab am Neumarktner Friedhof beigesetzt. Leider wurde sein Grab im November 2021 auf Antrag des Inhabers aufgelassen, was zu einer Anfrage der Opposition samt heftiger Kontroverse im Gemeinderat geführt hatte. Deshalb soll dieser Beitrag sein Andenken hochhalten. <BR /><BR /><embed id="dtext86-52769914_gallery" />