Nach Geschlechterrollen, Coronaabsagen, Konflikten im Kaukasus oder dem Ukraine-Krieg wirft heuer der Gaza-Krieg seine Schatten auf das Event. Mittendrin: die israelische Vertreterin Eden Golan.<BR /><BR /><BR />Laut der Website „ESC kompakt“ wurde Eden Golan (20) als Kind russisch-ukrainischer Juden in Israel geboren. Im Alter von 6 Jahren zog sie mit ihrer Familie nach Moskau. Dort verbracht sie 12 Jahre und begann ihre musikalische Karriere. 2015 erreichte sie in der russischen Vorauswahl für den Junior Eurovision Song Contest Platz 5. Als Reaktion auf den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine zog die Familie zurück nach Israel. Nun wirft eine andere kriegerische Auseinandersetzung einen Schatten auf die Teilnahme der jungen Künstlerin – ihr Traum ist es, mit Beyoncé (42) zu singen – am ESC.<BR /><BR />Nach der umfassenden militärischen Reaktion Israels auf den Terrorangriff der palästinensischen Hamas am 7. Oktober 2023 gab es im Vorfeld des ESC zahlreiche Ausschlusspetitionen und Boykottaufrufe gegen das Land. Zudem sehen sich die Veranstalter der 68. Ausgabe des ESC mit einer Welle von Absagen für das Rahmenprogramm des Mega-Events konfrontiert. Seit Anfang April haben mehrere lokale Acts, darunter das in der schwedischen Vorausscheidung zweitplatzierte Duo Medina, ihre Konzerte unter ausdrücklicher Berufung auf die Teilnahme Israels abgesagt. Vergangene Woche zogen dann Titiyo (56), 4-fache Gewinnerin des schwedischen Grammis-Musikpreises, und ihre schwedische Songwriter-Kollegin Dotter (36) nach.<BR /><BR />Des Weiteren sah sich die European Broadcasting Union (EBU) als Organisator genötigt, „gezielte Kampagnen“ gegen Künstler als „inakzeptabel“ zu verurteilen. Die Meinungsfreiheit unterstütze man, wende sich jedoch entschieden gegen Beschimpfungen, Hassreden oder Belästigungen. Eden Golan beispielsweise erhielt auf ihrem Instagram-Kanal Morddrohungen.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1021677_image" /></div> <BR /><BR />Probleme gab es auch mit ihrem musikalischen Beitrag. Die EBU verpflichtete den israelischen Rundfunk, den Text des Liedes „October Rain“ zu ändern, der als zu politisch gelesen wurde, weil man ihn als Anspielung auf die Opfer des Hamas-Angriffs verstand. Zunächst wurde eine Anpassung des Textes ablehnt und das alternative Lied „Dancing Forever“ eingereicht. Doch auch dieses lehnte die EBU ab. Nun singt Golan den Song „Hurricane“ – die Musik von „October Rain“ mit verändertem Text.<BR /><BR />Bei den Buchmachern ist Eden Golan recht weit vorne gereiht. In einer auf der Website eurovisionworld.com veröffentlichten Aufstellung der Quoten verschiedener Wettanbieter steht die Sängerin auf Platz 8 von 37 Musik-Acts (Stand gestern) – mit einer Siegwahrscheinlichkeit von 2 Prozent. Israel tritt am 9. Mai im zweiten ESC-Halbfinale an. Golan trifft dabei unter anderem auf die Vertreterinnen und Vertreter der Niederlande, der Schweiz und Österreichs. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1021680_image" /></div> <BR /><BR />An der Spitze der Aufstellung von eurovisionworld.com steht die Schweiz mit Nemo (24) und dem Song „The Code“ – mit einer Siegchance von 26 Prozent. Der Anbieter Unibet bot etwa die Siegquote 2,88 an, zahlt also bei 10 Euro Einsatz im Falle eines Sieges der Schweiz 28,80 Euro aus. Auf dem zweiten Platz liegt Kroatien mit einer Siegwahrscheinlichkeit von 19 Prozent. Titelverteidiger Schweden wird auf Platz 16 geführt, mit einem Prozent – gleich wie Österreich (Kaleen, 29) auf Platz 12 und Deutschland (Isaak, 29) auf Platz 27. Für Italiens Vertreterin Angelina Mango (23) auf Platz 4 gibt die Liste von eurovisionworld.com eine Gewinnchance von 11 Prozent an.<BR />