In Toblach hat der Komponist Gustav Mahler seine letzten drei Sommer verbracht, hier sind jene Werke entstanden, die jedes Jahr die Festspiele Südtirol eröffnen und beschließen: Das „Lied von der Erde“ und die 9. Symphonie.Michael Baba (Tenor) und Hermine Haselböck (Alt) sind die Solisten im „Lied von der Erde“, das am 14. September die Festspiele eröffnet. Die Solisten werden vom Haydn-Orchester von Bozen und Trient und vom Orchesterinstitut Toblach unter der Leitung von Gustav Kuhn begleitet.Der Gadertaler Percussionist und Experte für Percussions-Instrumente aus aller Welt, Max Castlunger, bringt anlässlich der Eröffnung eine Uraufführung von Angelo di Montegral zu Gehör. Wie schon in den Vorjahren wird sich zeigen, welche faszinierenden Harmonien und neuen Horizonte die Kombination „Mahler und Kontraste“ eröffnet.Der geheimnisvollen Aura neunter Symphonien schenken die Festspiele Südtirol in diesem Jahr besonderes Augenmerk: Ludwig van Beethovens und Anton Bruckners 9. Symphonien (19. und 21. September), ebenfalls unter der Leitung von Gustav Kuhn, bilden die thematische Basis für das Abschlusskonzert mit Mahlers 9. Symphonie am 23. September.Dass diese nicht unbedingt als seine letzte gesehen werden muss, beweist Matthew Herbert mit seiner Bearbeitung der von Mahler unvollendeten 10. Symphonie in einer Aufführung vor dem Komponierhäuschen des Komponisten am 22. September.Ebenfalls am 22. September sorgt die trauermarsch- und tanzbodenerprobte Osttiroler Musicbanda Franui mit ihren skelettierten, zelebrierten, nach- und weiterkomponierten „Schubertliedern“ für einen ungewöhnlichen Blick auf Schubert.Der engen Verbindung Mahlers zum Belcanto während seiner Zeit als Staatsoperndirektor in Wien betonen die Festspiele auch in diesem Jahr. Mit Verdis „Alzira“ erklingt am 15. September ein bis heute eher unbekanntes Werk Giuseppe Verdis, das mit seinen musikalischen Finessen in die schillernde Welt des Belcanto entführt. Schuberts Messe Nr. 6 in Es-Dur mit Solisten wie Anna Princeva und Anna Lucia Nardi komplettiert am 16. September den „klassischen“ Teil der Festspiele Südtirol.Altistin Hermine Haselböck gestaltet mit Bariton-Shootingstar Andrea Borghini und Pianistin Margarita Oganesjan, eine absolute Entdeckung als Liedbegleiterin, einen Liederabend am 17. September, der sich Gustav Mahler und Francesco Paolo Tosti widmet.Eine Rarität präsentieren der Mailänder Pianist Davide Cabassi und seine Frau, die russische Pianistin Tatiana Larionova, am 18. September im Spiegelsaal des Grand Hotels: Sie spielen Gustav Mahlers 7. Symphonie in einer Bearbeitung für Klavier zu vier Händen von Alfredo Casella.Für eine weitere musikalische Überraschung sorgt Vincenzo Maltempo: Der Ausnahmepianist und Spezialist für virtuoses Randrepertoire spielt am 20. September seine vervollständigte Klavierfassung der 1. Symphonie von Mahlers Jugendfreund Hans Rott.Mozarts Klavierkonzert Nr. 9 „Jeunehomme“ mit der Pianistin Jasminka Stan?ul am 21. September spannt einen Bogen zu Mahler als Wiederentdecker Mozarts.Die Festspiele Südtirol 2012 finden vom 14. bis zum 23. September im Kulturzentrum Grand Hotel in Toblach statt.