Donnerstag, 07. April 2016

Frei.Wild holen den Echo, "der uns zusteht"

2013 waren sie nominiert und wurden ausgeladen. 2014 waren sie nominiert und gingen nicht hin. 2015 waren sie nominiert und gingen leer aus. Und 2016 kam alles anders: Am Donnerstagabend haben sich die Brixner Rocker von Frei.Wild den begehrten Musikpreis Echo geholt.

"Dieser Preis steht dieser Band zu", meint Philipp Burger. Am Donnerstag haben er und seine Bandkollegen von Frei.Wild den Echo erhalten.
"Dieser Preis steht dieser Band zu", meint Philipp Burger. Am Donnerstag haben er und seine Bandkollegen von Frei.Wild den Echo erhalten.

Was lange währt: Frei.Wild hat am Donnerstagabend auf der großen Echo-Gala in Berlin abgeräumt. Die Band hat sich in der Kategorie „Rock/Alternative National“ durchgesetzt. In derselben Kategorie waren die Bands Avantasia, Lindemann, Saltatio Mortis und Wirtz nominiert.

Es ist dies der erste Echo für Deutschrocker aus dem Eisacktal.

Philipp Burgers erste Reaktion: Wem wohl die Geste galt?

Burger: Der Preis steht uns zu

Unter Applaus mischten sich am Donnerstagabend auch Buhrufe, als Frei.Wild die Echo-Bühne betraten. "Keine Angst, wir werden nicht spielen", sagte Frontman Philipp Burger. "Heute zeigt sich, dass Ehrlichkeit am längsten währt", meinte er und spielte auf die Polemik rund um die Band bei der Echo-Verleihung 2013 an (siehe Absatz unten). "Wir sind das, was wir sind." Und man nehme den Preis an, "weil er dieser Band zusteht". 

Doch zuhause aufstellen werde man die Auszeichnung nicht, kündigte Burger an. Man wolle den Echo öffentlich präsentieren. "Fans, ihr seid das Beste, was wir haben. Liebe Kritiker, ihr ebenso."

Bisher keine Liebesgeschichte

Frei.Wild und der Echo – das war bisher keine Liebesgeschichte: 2013 wurden die Brixner Rocker für den Musikpreis nominiert, dann allerdings wieder gestrichen. Mehrere Bands – darunter „Die Ärzte“ – hatten mit Boykott gedroht. Denn: Des Öfteren wird gegen die Südtiroler Gruppe der Vorwurf erhoben, sie packe rechtes Gedankengut in ihre Musiktexte.

2014 war Frei.Wild abermals nominiert, doch zog die Band die Nominierung aus eigenen Stücken zurück. 2015 wieder eine Nominierung für Frei.Wild, bei der Verleihung ging die Band leer aus.

Band-Leader Philipp Burger bezeichnete den Echo vor wenigen Wochen als „unseren Lieblingspreis und bisher auch immer irgendwo reizendes Nervengift zugleich“.

„Bild“: ARD ändert Programm für Frei.Wild

Kurz vor der diesjährigen Echo-Verleihung war indessen bekannt geworden, dass die TV-Anstalt ARD, die die Musikgala überträgt, das Sendeprogramm für die Brixner Rocker geändert habe. Die Preisverleihung in der Kategorie „Rock/Alternative National“ sei an den Anfang der Sendung gestellt worden, berichtete „Bild“ am Nachmittag.

Damit sollte ermöglicht werden, dass Frei.Wild sowohl zur Echo-Verleihung kommen als auch ihr Konzert in Emden (Niedersachsen), das für den 7. April angesetzt worden war, spielen können.

"Spatzen" gehen leer aus

Weniger gut lief die Echo-Verleihung für die Kastelruther Spatzen: Sie mussten sich in der Kategorie "Volkstümliche Musik" der Gruppe Santiano geschlagen geben. Die "Spatzen" machen weiterhin bei unglaublichen 13 Echos Halt.

Die wichtigsten Auszeichnungen der Preisverleihung 2016:
Album des Jahres: Helene Fischer („Weihnachten“)
Hit des Jahres: Lost Frequencies („Are you with me“)
Künstlerin Rock/Pop National: Sarah Connor
Künstler Rock/Pop National: Andreas Bourani
Band Rock/Pop National: Pur
Schlager: Vanessa Mai (Wolkenfrei)
Volkstümliche Musik: Santiano
Lebenswerk: Puhdys
Soziales Engagement: Roland Kaiser
Hip-Hop/Urban National: Kollegah
Nationaler Act im Ausland: Robin Schulz
Dance National: Robin Schulz
Rock Alternative/National: Frei.Wild
Rock Alternative/International: Iron Maiden
Crossover: Helene Fischer
Live-Act National: Helene Fischer
Musik-DVD/Blu-Ray: Helene Fischer
Newcomer National: Joris
Newcomer International: James Bay
Kritikerpreis National: Joris
Radio-Echo: Joris
Künstlerin Rock/Pop International: Adele
Künstler Rock/Pop International: Ed Sheeran
Band Rock/Pop International: Coldplay
Hip-Hop/Urban International: Dr. Dre
Dance International: Lost Frequencies
Bestes Video national: Udo Lindenberg und Kim Frank

stol/pg

stol