Die Jugendlichen haben sich nicht lange bitten lassen und sind der Einladung von Frei.Wild zu ihrem Alpenflair Festvial gefolgt. Wenn auch mit gemischten Gefühlen, wie Raheel Khalid erzählt. Im Folgenden seine Eindrücke vom Festival und seinen Besuchern.„Auf dem Weg nach Natz gingen mir viele Gedanken durch den Kopf. Ich wollte oftmals umkehren und wieder in die Stadt, als ich die vielen Leute in Schwarz gekleidet und voller Tattoos sah. Die Vorurteile gegen dieses Festival setzten mich unter Druck. Dennoch stieg ich mutig vom Auto aus und ging zum Eingang.Schon dort fühlte ich mich seltsam, denn unter all den schwarz gekleideten Fans fielen ich, meine Schwester und meine zwei Freunde besonders auf. Ich wusste, dass dort alle schwarz gekleidet sein würden, und hatte auch vor, etwas eher Dunkles anzuziehen. Ich wollte aber nicht als einer von denen, sondern als ein Fremder dort auftreten und dann die Reaktionen der Mitfeiernden sehen. Philipp Burger wollte, dass ich mit Lederhosen kam, leider aber hatte ich keine gefunden, sonst hätte ich das schon gemacht.Vor dem Haupteingang standen wir vier und suchten Sonja von der oew, die uns dort erwartete. Orientierungslos standen wir dort und dann bekamen wir's schon zu hören: ,Schaug amol do hom sich a poor Albano valoffn‘ , behauptete ein Südtiroler hinter uns. Wir ignorierten ihn und gingen zu Sonja, die vor dem Eingang stand. Dort bekamen wir Gratiseintritt und durften hinein gehen. Schon gleich packten alle ihre Handys und Kameras aus, um Fotos zu machen.Auch dort sahen uns einige Frei.Wild-Fans kritisch an, aber das machte uns nichts mehr aus. Nach den Fotos sahen wir uns ein bisschen um, und ich konnte fast nicht glauben, dass eine Südtiroler Band es so weit geschafft hat, Respekt. Ich kannte nur die wenigsten dort, die als ,Local-Staff‘ halfen. Der Rest waren alles neue, unbekannte Gesichter. Alle mit Frei.Wild Tattoos und Fan-T-Shirts. Da ich erstmals auf so einem Festival war, faszinierte es mich umso mehr.Rassistische Kommentare erwartet, aber keine zu hören bekommenWährend wir uns nun durch die Menge Richtung Bühne quetschten, erwartete ich mir rassistische Kommentare, die ich von Festen wie z.B. Altstadtfest gewohnt bin. Seltsamerweise aber bekam ich hier nichts davon zu hören. Ich war mir sicher, dass die Fans mich entweder übersehen hatten oder zu betrunken waren, um mich und meine Identität zu erkennen. Wir gingen weiter und setzten uns an einen freien Platz. Hinter uns war ein Hügel, auf dem die Fans den Liveauftritt genossen.Bevor wir uns hinsetzten, blickte ich zu ihnen und bekam ein Lächeln zurück. Immer weniger fühlte ich mich als Fremder. Deshalb gingen wir nach einer weile zur ,Tanzfläche‘ vor die Bühne. Die Menschen waren bester Laune und sangen mit. Meine Schwester und ein Freund getrauten sich mitten in die Menge, was mir jedoch zu laut war. Außer der lauten Musik störte mich nichts mehr dort unter den ganzen Frei.Wild-Fans. Weil der Großteil meiner ausländischen Freunde auch Vorurteile gegenüber dieser Band hat, wollte ich unbedingt viele schöne Beweisfotos mitbringen, um zu zeigen, dass es gar nicht schlimm ist. Ich durfte sogar mit einem Fan, der das T-Shirt von Frei.Wild mit der Aufschrift ,Frei.Wild gegen Rassismus‘ anhatte, einen Schnappschuss machen.Beim Hinausgehen erinnerte ich mich an meine Gedanken beim Hineingehen. Einige Südtiroler Fans mag unser Kommen vielleicht gestört haben, aber den meisten fielen wir nicht einmal auf oder sie fanden sogar ,cool‘, dass wir gekommen sind.“stol