Mittwoch, 30. August 2017

Gewaltige Empfindungen bei den Meraner Musikwochen

Mit Solostücken von Johann Sebastian Bach eröffnet Kristóf Baráti die Reihe barocco der Meraner Musikwochen.

Kristóf Baráti. - Foto: Marco Broggreve
Kristóf Baráti. - Foto: Marco Broggreve

Es muss alles möglich zu machen seyn“: Von diesem Motto ließ sich Johann Sebastian Bach leiten und diese Entgrenzung prägt auch die sechs Sonaten und Partiten fu¨r Solovioline. Mit der Verbindung von polyphonem und melodiös-tänzerischem Satz und der Kombination von Sonaten und Suiten baut er ein Monument der Violinliteratur.

Am 31. August extrahiert Kristóf Baráti in der Heilig-Geist-Kirche in Meran drei Teile aus der Werkgruppe (Partita Nr. 3 BMV 1006, Sonata Nr. 3, BMV 1005 und Partita Nr. 2, BMV 1004) deren autographe Reinschrift Bach auf „ao 1720“ datiert. Im Sommer dieses Jahres stirbt seine Frau Maria Barbara. Wenig später komponiert er eine lange Chaconne mit der die Partita Nr. 2 endet.
Die technischen Anforderungen dieses Einzelsatzes u¨bertreffen alles, was bis dahin fu¨r Solovioline publiziert worden war. „Auf ein System fu¨r ein kleines Instrument schreibt der Mann eine ganze Welt von tiefsten Gedanken und gewaltigsten Empfindungen“, kommentierte Brahms diese rätselhafte und aufwu¨hlende Musik, die sich zu einem autarken Universum aus Tönen zu verdichten scheint.

Das Konzert der Reihe barocco der Meraner Musikwochen beginnt um 20.30 Uhr.

stol

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