Samstag, 06. August 2016

Giorgio Moroder: Die Legende kehrt heim

Giorgio Moroder – Produzent, Komponist, Oscar-Preisträger, Vater der Discomusik – kehrt dahin zurück, wo alles begann. Der wohl bekannteste lebende Grödner der Welt besucht seine Heimat. Und bringt, wie es sich für einen Besuch daheim gehört, Geschenke mit.

Foto: © shutterstock

Wie ein Hohepriester sieht Giorgio Moroder gar nicht aus, als er am Freitagabend vor der Presse steht. Er trägt ein weißes Hemd und silbergrauen Schnäuzer, er lacht, er scherzt, er redet Grödnerisch. Moroder, den der „Rolling Stone“ als „High Priest of Disco“ betitelte, ist bestens gelaunt. Neben ihm steht seine Frau Francisca Gutierrez Moroder. In den Händen trägt sie Blumen.

1940 in St. Ulrich geboren verließ Giorgio Moroder Gröden noch in seiner Jugend. „Da es außer Bergen und Natur nicht viel gab, habe ich früh eine Faszination für Musik entwickelt“, erklärte er in einem Interview mit „Spiegel Online“ vor einem Jahr. Mit 19 trieb es ihn das Leben nach Deutschland, erst als Sänger, dann zog er in die USA, als Produzent und Komponist.

Seine Filmmusik zu Flashdance, Top Gun, American Gigolo machte ihn weltberühmt. Er war der Erste, der in der Popmusik den Synthesizer verwendete und gilt als der Erfinder des Eurodisco-Sounds.

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Seitdem kehrt Giorgio Moroder immer wieder mal nach Südtirol zurück. Sichtlich älter, was ihm nichts ausmacht – „Der Dance Music ist es egal, wo du herkommst, wie viel Geld du hast oder wie alt du bist“, sagte er SPON – und als Legende.

„Eine große Ehre“

Am Freitagabend übergab er dem Museum Gherdeina eine Schenkung. Sie soll mehrere Gold- und Platinschallplatten umfassen, Auszeichnungen wie Bambi, Grammy und Golden Globes. „Für uns ist das eine Ehre, eine Bereicherung“, sagt Wolfgang Moroder, Präsident des Museum Gherdëina. Einiges werde noch dazukommen, kündigte Moroder an, Sachen, die er noch in Amerika habe, Klamotten beispielsweise und den obligatorischen Synthesizer.

Zwei Auftritte in Südtirol

Letzteren legte Moroder selbst in den 90ern beiseite und widmete sich neuen Projekten. Die Wende kam 2013, als Daft Punk ihn baten, seine Geschichte zu erzählen, die sie im Titel „Giorgio by Moroder“ veröffentlichten. Seitdem ist er auch dem jüngeren Publikum ein Begriff.

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Am 12. August wird Giorgio Moroder in St. Ulrich am Mischpult stehen, am 18. August in den Gärten von Schloss Trauttmansdorff als DJ auftreten.

stol

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