Sonntag, 19. Januar 2020

Besondere Harmonie der Stimmen im Landtag

Am Samstagabend öffnete der Südtiroler Landtag seine Türen für ein besonderes Ereignis: SPRECHGESANG PARLANDO, die Klanginstallation der britischen Künstlerin Emma Smith, die zusammen mit Psychologen, Phonetikern, Neurowissenschaftlern, Psycholinguisten sechs universelle Laute identifizierte, zu denen sich Menschen unabhängig von ihrer Sprache und Kultur hingezogen fühlen. Aus diesen Lauten, die zwischenmenschliche Beziehungen entstehen lassen, erarbeitete Smith eine Partitur, die Gespräche von Menschen unterschiedlicher Sprachgruppen in Musik verwandelt.

Landeshauptmann Arno Kompatscher, Präsidialsekretär Helmuth Renzler und die Intendantin der Vereinigten Bühnen Bozen, Irene  Girkinger, bei der Eröffnung der Sprachinstallation PARLANDO im Südtiroler Landtag
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Landeshauptmann Arno Kompatscher, Präsidialsekretär Helmuth Renzler und die Intendantin der Vereinigten Bühnen Bozen, Irene Girkinger, bei der Eröffnung der Sprachinstallation PARLANDO im Südtiroler Landtag - Foto: © Luca Guadagnini

Acht Lautsprecher – mit denen die Besucher interagieren konnten, um die Partitur zu erweitern – wurden im Sitzungssaal des Landtags aufgestellt, aus denen man das Ergebnis hören konnte.

Musik ist Ton und Konversation

Ein 20-köpfiger Chor aus 20 Südtirolern und Südtirolerinnen unterschiedlicher Sprachgruppen trug außerdem ein Musikstück vor, das auf Tönen aus Konversationen im Landtag basiert. Das Projekt, das von den Vereinigten Bühnen Bozen und dem Kollektiv BAU unter der Schirmherrschaft des Landtags organisiert wurde, steht im Rahmen den Veranstaltungsreihe „#TOGETHER – 100 Jahre Südtirol“, bei dem sich Künstler mit Geschichte und Zukunft des Landes befassen.

Sprach- und Kulturgrenzen überwinden


„Im Landtag werden normalerweise Stimmen erhoben, um berechtigte Anliegen durchzusetzen, wobei es nicht immer harmonisch zugeht“, meinte Präsidialsekretär Helmuth Renzler, „Bei diesem SPRECHGESANG PARLANDO werden diese Stimmen miteinander in Harmonie gesetzt, über sprachliche und kulturelle Grenzen hinweg. Wenn man bedenkt, dass das Rahmenprojekt für diese Veranstaltung die bewegte hundertjährige Geschichte unseres Landes im Fokus hat, so ist das ein besonders schönes Ziel.“



Dies sah auch Landeshauptmann Arno Kompatscher so: „In der Politik redet man oft aneinander vorbei, man versteht sich nicht.“ Umso zukunftsweisender sei diese Performance, die die verschiedenen Sprachgruppen zueinander bringe.

Irene Girkinger, Intendantin der Vereinigten Bühnen Bozen, dankte dem Landtag für Gastfreundschaft und Mithilfe und erläuterte die Zielsetzung der Veranstaltungsreihe. Man wolle den Menschen die Geschichte des Landes näherbringen, und zwar an Orten, an denen diese Geschichte geschrieben wurde.

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stol