Der prominente Komponist und Buchautor Michele dall’Ongaro wurde 1957 in Rom geboren und am Konservatorium seiner Heimatstadt ausgebildet. 1978 gehörte er zu den Gründern des Avantgarde-Ensembles Spettro Sonoro, mit dem er Werke von John Cage, Karlheinz Stockhausen oder Franco Evangelisti zum ersten Mal in Italien aufführte. Mit Spettro Sonoro spielte er 1979 das musikalische Gesamtwerk von Friedrich Niezsche ein. In den vergangenen Jahren arbeitete er mit Alessandro Baricco, Luciano Berio, Ennio Morricone, Michele Serra oder Gianni Rodari zusammen. Seit 2000 ist er leitender Musikredakteur des Rai-Programms Radio 3. „Ndyah für Kammerorchester“ ist eine ungewöhnliche Hommage an den Schöpfer der „klassischen“ Sinfonie Joseph Haydn. Bekanntlich unterschrieb Wolfgang Amadeus Mozart in Gastwirtschaften auch schon mal mit dem Spitznamen „Trazom“ – ein hintergründiges Spiel, das dem älteren Haydn fremd gewesen sein dürfte, auch wenn dessen Musik voller Humor ist. Dreht man den Namen Haydn um, entsteht die esoterisch oder afrikanisch klingende Wortschöpfung „Ndyah“. Darum geht es in diesem Stück. Michele dall’Ongaro stellt bekannte Haydn-Themen auf den Kopf, ohne a priori zu wissen, wohin dieser Spaß führt. Ganz nach dem Motto: Der Doktor Haydn ist seit langem bekannt – der unbekannte Herr Ndyah muss noch entdeckt werden. Solist ist der Violinist Markus Placci1981 in Bozen geboren, hat Markus Placci nach seinem cum laude erworbenen Abschluss am Konservatorium in Bologna bei Zakhar Bron in Deutschland studiert. Danach ging er in die USA, um sich bei Zinaida Gilels am Boston Conservatory zu vervollkommnen. Dort erhielt er die Michael A. Alaura Scholarship und nach weiteren Studien bei Lucy Stoltzman, I. Muresanu und L. Chang sowie bei Mela Tenenbaum in New York erlangte er das Graduate Performance Diploma und das Artist Diploma.Das Konzert am 30. März beginnt um 20.30 Uhr und wird am 31. März in Trient (Auditorium, 20.30 Uhr) wiederholt. Tickets gibt es unter 0471/053800.