Dienstag, 10. Mai 2022

Heute beginnt der Eurovision Song Contest in Turin

In Turin geht am heutigen Dienstagabend das erste Halbfinale des Eurovision Song Contest 2022 über die Bühne.

Der ESC wird in den kommenden Tagen in Turin ausgetragen. - Foto: © Shutterstock / shutterstock

Um 21 Uhr fällt der Startschuss für den diesjährigen Eurovision Song Contest in Turin. Dann stehen die ersten 17 Interpreten der insgesamt 40 teilnehmenden Länder auf der Bühne im Pala Alpitour und geben im ersten Halbfinale ihre Songs zum Besten.



Bei der ersten Halbfinalshow werden die Ländern Albanien, Lettland, Litauen, Schweiz, Slowenien, Ukraine, Bulgarien, Niederlande, Moldau, Portugal, Kroatien, Dänemark, Lettland, Österreich, Island, Griechenland, Norwegen und Armenien ins Rennen geschickt. 10 von ihnen ziehen in das Finale ein.

Das zweite Halbfinale wird am Donnerstag ausgetragen.

Der ESC steht in diesem Jahr im Zeichen des Krieges in der Ukraine. Nach dem Einmarsch russischer Truppen in dem Land hatten die ESC-Veranstalter Russland vom ESC ausgeschlossen. Belarus darf nach der Suspendierung des Senders BTRC im vergangenen Jahr auch weiterhin nicht dabei sein. Vieles spricht für einen Solidaritätssieg der Ukraine. Lesen Sie hier mehr dazu.Lange konnte sich das Brixner Pop-Duo ANGER gute Chancen darauf ausrechnen, für Österreich beim ESC in Turin an den Start zu gehen. In der Finalen Ausscheidung fiel die Entscheidung des ORF letztlich aber nicht auf die Musiker aus Südtirol. Lesen Sie hier mehr dazu im Interview mit Julian Angerer und Nora Pider von ANGER.

Die Teilnehmer im ersten Halbfinale

Albanien: Ronela Hajati – Sekret

Foto: © APA/afp / MARCO BERTORELLO


Mit einer Ethno-Popnummer unter dem im Deutschen etwas ungustiösen Titel „Sekret“ tritt Ronela Hajata für Albanien an und hat laut Buchmachern mit ihrem Hüft- und Balkanschwung gute Chancen auf ein Finalticket.

Lettland: Citi Zeni – Eat Your Salad

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Für Lettland feiert die Gruppe Citi Zēni mit „Eat Your Salad“ veganen Lebensstil - ironisch und anzüglich, da kann man nur hoffen, dass so manche kleinen ESC-Fans noch nicht genug Englisch verstehen.

Litauen: Monika Liu – Sentimentai

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Für Litauen geht die 34-jährige Monika Liu im Mireille-Mathi eu-Stil und mit einem auf Litauisch gesungenen Neo-Chanson ins Rennen.

Schweiz: Marius Bear – Boys Do Cry

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Tränenlastig versucht es heuer die Schweiz, konkret Marius Bear, singt der 29-Jährige doch durchaus kitschlastig samt stilisierter Geigen im Hintergrund davon, dass auch Männer Gefühle zeigen können und sollen.

Slowenien: LPS – Disko

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Auch aus Slowenien kommt heuer ein Song in Landessprache - von der knuffigen, jungen Nachwuchsband LPS, die ihre jazzige Formation elegante im Croonerstil präsentiert.

Ukraine: Kalush Orchestra – Stefania

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Der Fixaufsteiger des Halbfinales ist angesichts der aktuellen politischen Lage die Ukraine. Aber auch abseits dessen liefert die dreiköpfige Raptruppe Kalush, die für ihre nun folkloristisch angehauchte Nummer „Stefania“ um drei weitere Musiker aufgestockt wurde, durchaus einen Hinhörer.

Bulgarien: Intelligent Music Project – Intention

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Für die Sparte ehrlicher Hardrock steht heuer die bulgarische Truppe Intelligent Music Project, die mit einem Durchschnittsalter um die 40 Jahre schon zu den Veteranen des Bewerbs gehört. „Intention“ ist da eine klassische Rocknummer im Stile der 80er.

Niederlande: S10 – De diepte

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Selbst die Niederlande setzen heuer auf ihre Heimatsprache. Und so singt die Rapperin S10 in „De diepte“ von den schweren Zeiten in der Vergangenheit, die sie mit sich mitschleppt. Aber das macht sie so gut, dass ein Halbfinalaufstieg durchaus wahrscheinlich scheint.

Moldau: Zdob si Zdub & Trenuletul – Fratii Advahov

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Moldau ist ungeachtet der für das Land momentan alles andere als rosigen politischen Lage auch heuer wieder für die Rolle der schnellen, humorvollen Formation zuständig. Was vielleicht daran liegt, dass Zdob si Zdub bereits 2005 und 2011 ihr Land vertraten. Nun haben sie Fratii Advahov im Schlepptau und liefern flotten, mitreißenden Balkanfolklore countrypop.

Portugal: MARO – Saudade,saudade

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Portugal hat die Melancholie offenbar gepachtet. Auch MARO präsentiert mit „Saudade, saudade“ (Sehnsucht, Sehnsucht) wieder fadoartiges Beklagen über die Unbilden des Inneren. Aber aufgepeppt mit einem Bass im Hintergrund und getragen von einer großen Stimme.

Kroatien: Mia Dimšic – Guilty Pleasure

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Gitarre in Hand, solides Organ, und fertig ist das feine, harmlose Poplied der einstigen Sprachenstudentin Mia Dimšic. Radiotauglich.

Dänemark: REDDI – The Show

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REDDI ist eine Band aus Dänemark, auch wenn Frontfrau Mathilde Savery im Stile von Bonnie Tyler die Bühne dominiert. Vom Song „The Show“ kann man das indes nicht wirklich sagen.

Österreich: LUM!X feat. Pia Maria – Halo

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Mit 2 Teenagern und astreinem Partytechno steigt Österreich in den Kampf und hat mit LUM!X einen veritablen DJ-Star am Start, der sich mit Newcomerin Pia Maria um das Finalticket bemühen wird. Laut Buchmachern steht man genau an der Grenze. Es bleibt also spannend.

Island: Systur – Með hækkandi sól

Foto: © APA/afp / MARCO BERTORELLO


Island belibt sich treu und schickt mit dem Trio Systur etwas - nennen wir es Spezielles - nach Turin. 3Schwestern singen auf Isländisch einen Countrysong, der aber auch etwas Elfenklangartiges hat.

Griechenland: Amanda Georgiadi Tenfjord – Die Together

Foto: © APA/afp / MARCO BERTORELLO


Mit einem ungriechischen Beitrag steigt Griechenland heuer ins Tournament ein. Keine Sirtaki-Rhythmen, keine Strandparty, sondern denkbar melancholische, hochwertige Klänge kommen da von der hochgehandelten Amanda Tenfjord. Die sinnierende Note über die Folgen der Pandemie auf ein Paar kommt vielleicht daher, dass die 25-Jährige norwegische Wurzeln hat.

Norwegen: Subwoolfer – Give That Wolf a Banana

Foto: © APA/afp / MARCO BERTORELLO


Norwegen liefert ein Whodunit, tritt das Duo Subwoolfer doch ausschließlich mit Masken auf bei ihrem Song „Give That Wolf A Banana“. Die Auguren vermuten allerdings das Komikerduo Ylvis dahinter.

Armenien: Rosa Linn – Snap

Foto: © APA/afp / MARCO BERTORELLO


Aus Armenien geht die selbst in Armenien unbekannte Rosa Linn ins Ländermatch. Die 21-Jährige hat dafür eine international taugliche Popnummer in petto, die im Radio wohl ebenso funktioniert wie in der Halle.

pho/apa

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