Auf dem Programm stehen das „Tagebuch eines Verschollenen“ von Leoš Janácek (Orchestrierung: Gustav Kuhn) und die Sinfonie Nr. 4 in e-Moll, op. 98, von Johannes Brahms. Solisten sind Hannah Esther Minutillo (Mezzosopran) und Ludovit Ludha (Tenor). Beginn ist um 20.30 Uhr im Konzerthaus Bozen.1916 erschien in der Brünner „Volkszeitung“ ein Zyklus anonymer Gedichte in mährischer Mundart. Sie erzählen von der Begegnung eines jungen Bauernburschen mit einer Zigeunerin. 1917 macht Leoš Janácek daraus einen 21 Lieder und ein Klavierstück umfassenden Zyklus, der am 18. April 1921 – wahrscheinlich unter dem Titel „Zápisník zmizelého a nezvstného“ („Tagebuch jemandes, der verschwunden ist und von dem man nie mehr etwas gehört hat“) – in Brünn uraufgeführt wurde. Noch im selben Jahr folgte unter dem endgültigen Titel „Zápisník zmizelého“ („Tagebuch eines Verschollenen“) die Erstaufführung in Prag. Im Jahr darauf stand Janáceks Liederzyklus bereits in Berlin, London und Paris auf den Spielplänen. Erst 1997 konnte der mährische Regionaldichter Ozef Kalda (Pseudonym für Josef Kalda, 1871-1921) als Autor dieser Gedichtssammlung „aus der Feder eines Autodidakten“ identifiziert werden. Der Tenor Ludovit Ludha studierte an der Musikhochschule Braitslava. 1987 gewann er den Gesangswettbewerb der Tschechoslowakischen Musikhochschulen, seit 1988 ist er Mitglied des Ensembles des Nationaltheaters in Bratislava. Er war – unter anderem – in der von Mstislaw Rostropovitch geleiteten Opernproduktion „Lady Macbeth von Mzensk“ in Madrid, Neapel, Dijon und Buenos Aires, im „Oedipus Rex“ unter Charles Dutoit in Tokyo, in Strawinskijs „Les Noces“ in Turin, Montpellier (unter James Judd) und Berlin (unter Vladimir Ashkenazy), in Mozarts „Requiem“ unter Sir Neville Marriner, in Janáceks „Glagolitischer Messe“ unter Michael Gielen und in Janáceks „Vecne Evangelium“ unter Nikolaus Harnoncourt zu hören. Hannah Esther Minutillo wurde in Jihlava in Tschechien geboren und studierte in Prag und München. 1989 wurde sie im Opernstudio des Prager Nationaltheaters engagiert. Danach trat sie an den Opernhäusern von Darmstadt, Kassel, Essen, Madrid, Paris, Amsterdam, Basel, Frankfurt und bei den Festspielen von Bregenz und Aix-en-Provence auf. Mit dem Werk Mozarts feierte sie ihre größten Erfolge. So gehören „Sesto" („La clemenza di Tito“), den sie bei den Ludwigsburger Festspielen 2003 und bei Ruhr-Triennale in Dortmund sang, der „Cherubino“ („Le nozze di Figaro“ – Ludwigsburger Festspiele 2004) und der „Idamante“ („Idomeneo“ – Grand Opera de Geneve 2004, Karajan Festspiele Baden-Baden 2000) immer noch zu ihren „Marken-Rollen“. Tickets sind an den Kassen