„Die Steine rollen einfach weiter“, hieß es auf dem Twitter-Account der selbst ernannten „größten Rock'n'Roll-Band der Welt“, die im Sommer ihr 60-jähriges Bestehen feiert. Und Rolling-Stones-Gitarrist Keith Richards plaudert munter über sich und die Band. <BR /><BR />„Für mich ist im Moment kein Ende abzusehen“, sagte Gitarrist <Fett>Keith Richards</Fett> (78) in einem Interview mit der Deutschen Presse-Agentur (dpa) in London. Das Gespräch fand noch vor der Tournee-Ankündigung statt, der Musiker deutete aber schon entsprechende Pläne an. „Wir lassen nicht 60 Jahre verstreichen, ohne etwas zu machen“, sagte „Keef“ und lachte.<BR /><BR />Ihr allererstes Konzert unter dem Namen Rolling Stones hat die Band am 12. Juli 1962 im inzwischen geschlossenen Londoner Marquee Club gegeben. „Ich erinnere mich, dass ich das Gefühl hatte, ich spiele in einem riesigen Stadion“, erzählte Richards lachend. „Das Marquee war damals ungefähr der größte Club in London. Und wir hatten bis dahin im Grunde nur in Garagen gespielt.“<BR /><BR />Von der heutigen Stones-Besetzung waren nur Richards und Frontmann <Fett>Mick Jagger</Fett> (78) dabei, mit dem er anschließend unzählige Hits wie „(I Can't Get No) Satisfaction“, „Paint It Black“, „Brown Sugar“ oder „Miss You“ schrieb. Von den Garagen ging es über Clubs in die großen Hallen und tatsächlich Stadien, in denen sie bis heute auftreten.<BR /><BR />Doch nicht immer war sich das kongeniale Songwriter-Duo ganz grün. In den 80er Jahren war das Verhältnis zwischen den beiden sogar ziemlich angespannt: Jagger hatte Trends im Blick, wollte Sound und Image der Stones modernisieren, Richards wollte den musikalischen Wurzeln treu bleiben. Als sich Jagger weigerte, zum Stones-Album „Dirty Work“ (1986) auf Tournee zu gehen, um sich seiner Solokarriere zu widmen, veröffentlichte Richards 1988 sein erstes Soloalbum „Talk Is Cheap“.<BR /><BR />Für seine Band, die X-Pensive Winos, rekrutierte er etablierte Musiker wie den Gitarristen <Fett>Waddy Wachtel</Fett> (74) oder den Schlagzeuger <Fett>Steve Jordan</Fett> (65). „Wenn du bei den Rolling Stones spielst, denkst du: Tja, das ist es dann wohl so ziemlich gewesen“, sagte Richards amüsiert zur dpa. „Aber damals hatte ich das über 15 Jahre gemacht, und die Möglichkeit, mit anderen Musikern zu spielen, war eine völlig neue Erfahrung. Obwohl ich schon ein alter Hase war, hat es mir ein neues Gefühl gegeben für die Dinge, die ich mache. Ich hab das also vor allem zum Spaß gemacht.“<BR /><BR />Obwohl er sehr gern selbst singt, bleibt er hauptberuflich lieber in der Rolle des Gitarristen. „Ich habe schon einen unglaublichen Sänger, und ich muss dafür sorgen, dass er Arbeit hat“, scherzte die Rocklegende. „Mein Hauptjob ist es wirklich und war es schon immer, dass ich Songs schreibe, die Mick Jagger singt. Das ist mein Job.“<BR /><BR />Mit den Rolling Stones ging es ab 1989 zwar weiter, aber mit den X-Pensive Winos war trotzdem nicht Schluss (anlässlich des 30. Bühnenjubiläums der Band kommt die Platte „Main Offender“ als Deluxe-Edition auf den Markt). Winos-Drummer Steve Jordan, mit dem Richards eng befreundet ist, spielt nun auch bei den Rolling Stones. Nach dem Tod des langjährigen Stones-Schlagzeugers <Fett>Charlie Watts</Fett> im vergangenen Jahr übernahm Jordan dessen Posten. Watts hatte seinen Freund Jordan einst Richards vorgestellt. Er selbst hatte den Drummer auch als Ersatz für sich vorgeschlagen, als bei ihm gesundheitliche Probleme auftraten.<BR /><BR />Bei aller Trauer um Watts – Neuzugang Jordan habe der Gruppe einen Energieschub verpasst, sagte Richards. „Ich glaube, die Rolling Stones wollen jetzt sehen, was wir in der neuen Besetzung noch auf die Beine stellen können.“ Ruhestand? Das Wort existiere in seinem Wortschatz nicht, versicherte Keith Richards. „Ich glaube, was ich mache, mache ich, bis ich umfalle.“