Freitag, 13. Mai 2016

In Stockholm ist alles bereit fürs große Song-Contest-Finale

Beim Finale des Eurovision Song Contest treten am Samstag ab 21 Uhr in Stockholm Künstler aus 26 Ländern gegeneinander an.

3 Frauen, 3 Länder, 3 Stile, 3 Hoffnungen: (von links) Jamie-Lee, Francesca Michielin und Zoe vertreten im ESC-Finale Deutschland, Italien und Österreich. - Fotos: AFP (2), ORF
3 Frauen, 3 Länder, 3 Stile, 3 Hoffnungen: (von links) Jamie-Lee, Francesca Michielin und Zoe vertreten im ESC-Finale Deutschland, Italien und Österreich. - Fotos: AFP (2), ORF

Für Deutschland geht die 18-jährige Jamie-Lee Kriewitz mit ihrem Song „Ghost“ an den Start. Sie tritt als zehnte Künstlerin zwischen den Teilnehmern aus Schweden und Frankreich auf.

Die österreichische Starterin Zoe kommt mit ihrem auf Französisch gesungenen „Loin d'ici“ mit Startnummer 24, also als Drittletzte.

Noch vor den Beiden, mit Nummer 6, ist Italiens Francesca Michielin an der Reihe mit dem Song "No Degree Of Separation".

Ein Blick auf das Teilnehmerfeld des 61. ESC in Schwedens Hauptstadt Stockholm:

1. BELGIEN Laura Tesoro – „What's The Pressure“: Belgien ist heuer mit der 19-Jährigen Laura Tesoro für den quietschfidelen Partypop zuständig.

2. TSCHECHIEN Gabriela Guncikova – „I Stand“: Mit der 23-jährigen Gabriela Guncikova und ihrem „I Stand“ gelang Tschechien - im Gegensatz zum Vorjahr - der Einzug ins Finale, wo man die Rolle der
 langsamen Ballade übernimmt.

3. NIEDERLANDE Douwe Bob – „Slow Down“: Außenseiterchancen auf den Sieg hat der coole Countrysänger Douwe Bob aus den Niederlanden. „Slow Down“ ist waschechter Countrysound mit entsprechendem Stimmtimbre.

4. ASERBAIDSCHAN Samra – „Miracle“: Auch heuer kommt aus Aserbaidschan wieder eine gut produzierte Popnummer, die allerdings an den stimmlichen Begrenzungen der 20-jährigen Samra krankt.

5. UNGARN Freddie – „Pioneer“: Freddie alias Gabor Alfred Fehervari bereichert das Feld mit rauchiger Stimme und seinem Beaulook. Und etwas härter ist die Nummer auch als der Schnitt.

6. ITALIEN Francesca Michielin – „No Degree Of Separation“: Eigentlich hätte die Band Stadio Italien als Sieger des Festivals von San Remo beim ESC vertreten sollen. Die wollte aber nicht, und so ist Francesca Michielin gekommen – mit einer bezaubernden Liebesballade und leicht kantiger Stimme.

7. ISRAEL Hovi Star – „Made Of Stars“: Den Part des Exzentrikers im Feld besetzt Hovi Star aus Israel mit auffälliger Haartolle und schwarzem Eyeliner.

8. BULGARIEN Poli Genova – „If Love Was A Crime“: Poli Genova hat schon ESC-Erfahrung und legt mit „If Love Was A Crime“ eine waschechte Disconummer vor, die ins Ohr geht und dabei den Trend zahlreicher Beiträge mitmacht, Rapelemente zu inkorporieren.

9. SCHWEDEN Frans – „If I Were Sorry“: Ins Ohr geht auch sofort der klassische Popsong „If I Were Sorry“ des erst 17-jährigen Frans aus Schweden. Der Bubi setzt auf reduzierte Choreografie im
 Straßenlook und könnte damit möglicherweise den siebenten Sieg für Schweden einfahren.

10. DEUTSCHLAND Jamie-Lee – „Ghost“: Deutschlands Vertreterin Jamie-Lee kommt zwar charmant im Manga-Outfit daher, kann mit ihrer international respektablen Popnummer „Ghost“ allerdings ihre
 eigentlich vorhandenen stimmlichen Qualitäten nur begrenzt einsetzen.

11. FRANKREICH Amir – „J'ai cherche“: Frankreichs Amir ist ein hochsympathischer israelisch-französischer Sänger – und Zahnarzt. Sein Song ist ein potenzieller Sommerhit, der, anders als Österreichs Beitrag, neben Französisch auch englische Passagen enthält. Einer der Favoriten auf den Sieg.

12. POLEN Michal Szpak – „Colour Of Your Life“: Polens Vertreter Michal Szpak schmachtet sich als androgyner Jesus durch seine melancholische Liebesballade „Colour Of Your Life“ – der Traum jeder Hausfrau.

13. AUSTRALIEN Dami Im – „Sound Of Silence“: Beim erst zweiten Antreten ihres Landes beim ESC hat sich Dami Im mit ihrer mächtigen und zugleich durchaus ESC-bekannten Nummer „Sound Of Silence“ auf einen der Topfavoritenränge gesungen. Bombast in Reinkultur.

14. ZYPERN Minus One – „Alter Ego“: Strandpartypop mit Mandoline? Diese Zeiten scheinen in Zypern vorbei, liefert die einstige Coverband Minus One mit „Alter Ego“ doch tatsächlich leicht zugänglichen Rock, der eine weitere Farbe zum Feld beisteuert.

15. SERBIEN Sanja Vucic – „Goodbye“: Die Rolle der Powerstimme hat Serbiens wuchtige Interpretin Sanja Vucic inne, die in „Goodbye“ über die Gewalt an Frauen singt und es dabei mit
 bombastischem Organ krachen lässt.

16. LITAUEN Donny Montell – „I've Been Waiting For This Night“: Seine mit androgyner Stimme vorgetragene Nummer „I've Been Waiting For This Night“ bietet dem Sänger Donny 
Montell gute Chancen, den Sieg nicht zu erringen.

17. KROATIEN Nina Kraljic – „Lighthouse“: Kroatien ist nach zweijähriger Pause wieder mit von der ESC-Partie und schickt mit Nina Kraljic dramatischen Balladenweltschmerz ins Rennen.

18. RUSSLAND Sergej Lazarew – „You Are The Only One“: Russland zählt mit seiner technisch herausragenden Nummer wieder einmal zum Kreis der Topfavoriten. Sergej Lazarew hält sich in Sachen LED-Zauber nicht zurück. Allerdings wirkt sein „You Are The Only One“ auch ein wenig klinisch und wie aus dem ESC-Formellabor.

19. SPANIEN Barei – „Say Yay!“: Ein locker-leichter Sommerhit, mit dem Barei in Spanien Jury und Publikum überzeugte, ist „Say Yay!“. Vor ihrem Auftritt will die Sängerin, die den Song selbst mitgeschrieben hat, meditieren. Das dürfte trotzdem nicht für die vorderen Plätze reichen.

20. LETTLAND Justs – „Heartbeat“: 21 Jahre alt, eine Lederjacke als einziges Bühnenelement und dazu eine rauchige Stimme – fertig ist der lettische Beitrag „Heartbeat“ von Justs Sirmais. Upbeat,
 der es aber nicht nach vorne schaffen dürfte.

21. UKRAINE Jamala – „1944“: Der politischste Beitrag kommt heuer aus der Ukraine, wenn die charismatische Krim-Tatarin Jamala in „1944“ die Vertreibung ihrer Minderheit unter Sowjetdiktator Josef
 Stalin beklagt. Grandiose Stimme, grandios-elegante Inszenierung, welche die Sängerin zu einer Siegaspiranten machen.

22. MALTA Ira Losco – „Walk On Water“: Die Maltesin Ira Losco legt schwanger eine starke Nummer aufs Parkett. Übers Wasser in Richtung Platz 1 dürfte Losco mit „Walk On Water“ aber wohl nicht gehen.

23. GEORGIEN Nika Kocharov and Young Georgian Lolitaz – „Midnight Gold“: Aus Georgien kommt Indie-Rock im Stile des späten David Bowie. Die Band war der Überraschungsaufsteiger des 2. Halbfinales und hebt sich von der Konkurrenz angenehm ab.

24. ÖSTERREICH Zoe – „Loin d'ici“: Nach anfänglichen Bedenken bei den Wettbüros, hat Österreichs Vertreterin Zoe zuletzt eindeutig Boden gut gemacht und sich als einer der Lieblinge des ESC-Zirkus etabliert. Mit ihrem komplett auf Französisch gesungenen „Loin d'ici“ ist ein Platz in den Top Ten möglich.

25. GROSSBRITANNIEN Joe and Jake – „You're Not Alone“: Die beiden Bubis Joe und Jake haben sich bei einer Castingshow kennengelernt. Den Sieg konnten sie bei „The Voice“ allerdings nicht
 davontragen. Und das dürfte ihnen mit der flotten Gute-Laune-Nummer „You're Not Alone“ auch beim ESC bevorstehen.

26. ARMENIEN Iveta Mukuchyan – „LoveWave“: Iveta Mukuchyan liefert zum Ende des Finales mit „LoveWave“ eine Mischung aus Ballade und Uptempobeats – und das in einer Mischung aus Badeanzug
 und Abendkleid. Hätte Außenseiterchancen.

apa/dpa

stol