Die Intendanten der italienischen Opernhäuser protestieren derzeit gegen die Einschnitte der Regierung. Sie fordern ein Treffen mit dem Kabinett von Premier Enrico Letta für eine Revision der Regelungen, mit denen die Ausgaben der Opernhäuser beschnitten werden.„Wir verlangen vom Kulturministerium Garantien in Bezug auf die Finanzierungen. Opernhäuser müssen ihre Aufführungen drei Jahre im Voraus planen“, protestierte der Präsident der römischen Musikakademie Santa Cecilia, Bruno Cagli. Die öffentlichen Beiträge für das Orchester seien 2012 von 11,7 Millionen auf neun Millionen Euro gesunken.Im Theater Carlo Felice in Genua seien 50 Stellenkürzungen gefordert worden. „Entweder wir retten uns alle, oder wir gehen gemeinsam zugrunde“, kommentierte der Intendant des Theaters „La Fenice“ von Venedig, Cristiano Chiarot. Nicht die Personalkosten seien für die Krise der Opernhäuser verantwortlich, sondern der Mangel an Gesetzen, die Privatinvestitionen über Steuerentlastungen fördern könnten.Besonders schwierig ist die Lage des bekannten Florentiner Theaters „Maggio Musicale Fiorentino“, dessen Orchester unter der Leitung des Stardirigenten Zubin Mehta steht. Das Theater steht seit Jänner unter Aufsicht eines Sonderverwalters. Dieser soll das von einer akuten Schuldenkrise belastete Haus vor der Schließung retten. 500 Mitarbeitern des Opernhauses von Florenz droht der Jobverlust, nachdem die Verschuldung des namhaften Theaters auf 27 Millionen Euro gestiegen ist. Zur Rettung des Opernhauses müssen die Ausgaben stark gekürzt werden und der Umsatz um zwei Millionen Euro pro Jahr steigen.„Die Regierung hat kein Geld mehr. Der Staat kann lediglich Sponsorverträge nach US-Modell steuerlich entlasten. Nur so kann man mit der Unterstützung von Privaten rechnen“, sagte Mehta. Er begrüßte Pereiras Wahl zum neuen Scala-Intendanten. „Ich kenne Pereira seit 30 Jahren. Was mir an ihm gefällt ist, dass er auch ein Musiker ist“, sagte Mehta.