Seit 2018 studierte er bei Boris Kuschnir im Hochbegabtenlehrgang der KUG sowie Kammermusik bei Tatjana Sotriffer an der Döblinger Musikschule Wien. Mit 10 Jahren gewann Julian Kainrath als Sologeiger den ersten Preis beim Bundeswettbewerb „Prima la musica“. Sein erstes Konzert mit Orchester gab er mit 10 Jahren in Bolivien. Und mit 18 Jahren ist er bereits auf den Weg zu einer internationalen Solo-Karriere. <b>Von Ferruccio Delle Cave</b><BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1007942_image" /></div> <BR /><BR />Es folgten sein Debüt mit dem ukrainischen Nationalorchester in Kiev sowie Auftritte in Deutschland, Italien und Frankreich. 2018 gab Julian in Südtirol (in Eppan) seinen ersten Solo-Abend und trat als Solist mit dem Orchester „Innstrumenti“ auf. 2019 wurde er als jüngster „student in residence“ zur Verbier Festival Academy als auch zur Internationalen Musikakademie in Liechtenstein eingeladen. Vor Kurzem brillierte er mit einem Bach-Solo bei einem Konzert in Verona, anschließend flog er mit seinem <b>Trio Alvier</b> in die USA und am Montag tritt er in Eppan auf. Grund genug mit dem jungen Virtuosen über seine Musikkarriere zu sprechen...<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1007945_image" /></div> <BR /><BR /><b>Julian, du bist nun als Geiger auf dem Sprung zu einer großen Karriere als Solist und Kammermusiker. Was waren und sind in nächster Zukunft die wichtigsten Etappen auf diesem so steinigen Weg?</b><BR />Julian Kainrath: Wenn es mir auch schmeichelt, möchte ich mit meinen 18 Jahren noch nicht von einer „großen“ Karriere sprechen; es sind die Begegnungen mit wertvollen Menschen, die künstlerische Arbeit als eine der wichtigen Erfahrungen des Lebens; das alles führt mich zur Musik und lässt mich die Kunst als Lebensmotto begreifen. Ich sehe es als Geschenk an, dass ich seit mehreren Jahren als Sologeiger und Kammermusiker in einer gewissen Intensität auftreten darf und zu bedeutenden Festivals eingeladen werde. Seit 2018 gebe ich kontinuierlich Konzerte, das fordert und fördert meine Einstellung zur Musik allgemein auch mit. Ich bin öfters auch schon als Konzertgeiger aufgetreten, so 2022 zusammen mit dem Orchestre Philarmonique du Luxembourg unter der Leitung von Adam Fischer, wo ich den Solopart in Camille Saint-Saëns' „Introduction et Rondo Capriccioso“ Op.28 übernahm. Aber es gibt noch viel zu tun auf dem Weg zu einer großen Karriere. Und es ist viel Luft nach oben.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1007948_image" /></div> <BR /><BR /><BR />Zu den wichtigen Etappen gehört sicher die Begegnung mit großartigen Lehrern. Ich studieren jetzt in Belgien beim Geiger Marc Bouchkov, den ich beim Festival Verbier kennengelernt habe und der für mich zu einem ungemein wichtigen Mentor geworden ist. Seit 2019 bin ich Stipendiat an der Internationalen Musikakademie in Liechtenstein. Zu den weiteren entscheidenden Etappen meiner Arbeit als junger Geiger gehören die Konzerte in Italien, so das letzte in Verona und die Saison „Musik mit Flügeln“ 2023 im Sale Apollinee des Teatro La Fenice in Venedig. Kürzlich habe ich mit dem 2022 gegründeten Trio Alvier eine Tournee in den Vereinigten Staaten gemacht, in der wir u. A. in Washington D.C. einen großen Erfolg feiern konnten, mit einem Programm, das wir auf Einladung des Kulturkontakts Eppan auf Schloss Zinnenberg darbieten werden.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1007951_image" /></div> <BR /><BR /><b>In Verona bist du bei einem internationalen Barockfestival aufgetreten. Wie kamst du zur Barockmusik, die man ja ganz anders und meist auf Originalinstrumenten spielt?</b><BR />Kainrath: Ja, ich durfte in Verona, im Teatro Ristori, zum ersten Mal an 2 Abenden Bachs Solosonaten und Partiten für Violine spielen, eine für mich ganz wichtige Erfahrung, vor allem einzutauchen in die Welt Johann Sebastian Bachs. Diese beiden Abende gehören für mich sicher zu den Höhepunkten meiner noch jungen Erfahrung als Sologeiger. Ich zähle mich nicht zu den Barockgeigern, spiele auch kein historisches Instrument, habe aber eine neue Seite meines Geigenspiels kennen- und schätzen gelernt. Neben der intensiven Vorbereitungsarbeit war dies auch wie eine musikalische Offenbarung für mich. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1007954_image" /></div> <BR /><BR /><b>In unserem Land gibt es ganz wenige Geiger, denen es gelingt, sich im internationalen Kontext über ein reines Orchesterspiel auszuzeichnen. Dir ist es indes gelungen, als Solist schon jetzt einen Namen zu machen. Welche Stärken und Vorzüge würdest du für dich beanspruchen und in welchen Bereichen müsstest du dich noch weiterentwickeln?</b><BR />Kainrath: Ich verdanke meinen Lehrern fast alles. Durch sie bin ich auch in der privilegierten Position, meine Lebenswege als Künstler betreten zu können, Wege, die mir neue Türen geöffnet haben. Das ist gleichsam eine Inspirationsquelle für das Verständnis der Musik. Auch wenn man noch nicht ein ganzes Leben bereits als Künstler verbracht hat, stellt sich bei mir jene Gefühlsintensität ein, die man unbedingt benötigt, um auch in einem engen Zeitraum Erfolg haben zu können. Was man erlebt, wie man die Dinge versteht und wahrnimmt, hat einen großen Einfluss auf die Art, wie man spielt und denkt. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1007957_image" /></div> <BR /><BR /><b>Welche sind, was die Geige betrifft, deine bevorzugten Instrumente und auf welcher Violine spielst du gerade in deinen Konzertauftritten?</b><BR />Kainrath: Das ist ein delikates Kapitel. Man wächst mit dem Instrument auch künstlerisch und es ist auf keinen Fall einfach, das richtige Instrument spielen zu können, ein Instrument, das für einen das beste Instrument sein muss. Ich habe das Glück, über eine private Stiftung, auf einer Jean Baptiste Vuillaume von 1828 spielen zu dürfen. <BR /><BR /><BR /><b>Termin:</b> Im Rahmen der Konzerte von Kultur Kontakt Eppan tritt Julian Kainrath mit seinem Alvier Trio (Julian Kainrath, Violine – Petar Pejcic, Violoncello – Dmytro Semykras, Klavier) am 18.3. um 20 Uhr im Ansitz Zinnenberg in Eppan auf. <BR /><BR /><b>Programm:</b> Trio Nr. 1 in d-Moll von Felix Mendelssohn Bartholdy und Klaviertrio in a-Moll „À la mémoire d’un grand artiste“ von Piotr I.Tschaikowski.<BR />