„Ich habe eine außerordentliche Leidenschaft für modische Tänze, und es gibt Zeiten, da gehe ich Nacht für Nacht tanzen“, schreibt Erwin Schulhoff 1921 an Alban Berg. In den fünf Stücken für Streichquartett, mit denen das Konzert beginnt, kombiniert er Tänze aus mehreren Ländern zu einer ironisch-zeitgeistigen Suite. Es folgt eine Rhapsodie für Klavier und Orchester, in der Sergej Rachmaninoff das Thema des letzten der 24 Capricci für Solovioline verarbeitet, die Nicolò Paganini 1820 veröffentlicht hatte.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1349385_image" /></div> <BR /><BR />Das Konzert endet mit Dimitri Schostakowitschs 5. Sinfonie, die 1937 – in einer Epoche der Schauprozesse und „Säuberungen“ – entstand. Bis Ende 1938 „verschwinden“ in der Sowjetunion 1,5 Millionen Menschen, und der Komponist hält in seiner Wohnung stets einen gepackten Koffer für den Fall einer Verhaftung bereit, die – so scheint es – unausweichlich ist. Manfred Honeck bezeichnet das Werk als „Ausdruck eines Menschen, der die Grausamkeiten seiner Zeit persönlich überlebt hat. Im dritten Satz erscheinen mir die Solo-Blasinstrumente in ihrem reduzierten Klang wie eine stille Anspielung auf jene, die unter dem Stalinismus gelitten haben und deportiert wurden.“<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1349388_image" /></div> <BR />Info: <a href="https://www.meranofestival.com/" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">www.meranofestival.com</a>