Dienstag, 1. März 2022

Konzert: Seelenlust zur Passionszeit

Das Domorchester Bozen blüht auf. Domkapellmeister Tobias Chizzali und Orchesterleiterin Veronika Egger möchten das Ensemble auch außerhalb der Gottesdienste hörbar machen. Ein besonderes Konzert zur Passionszeit soll dazu beitragen.

Das Domorchester Bozen lädt zum Passionskonzert. - Foto: © Domorchester

Seit dem Amtsantritt von Tobias Chizzali als Domkapellmeister hat die Musik am Bozner Dom einen frischen Impuls bekommen. Mit dem Verein Dommusik wird seitdem ein hochwertiges Konzertprogramm angeboten.

Nun will Chizzali auch das Domorchester weiter etablieren. „Dieses Ensemble besteht aus hervorragenden Instrumentalisten. Es soll daher zu einem fixen Bestandteil unseres Programms werden“, erklärt er. Ein Orchester in Residence sozusagen. Dafür hat sich Chizzali die Geigerin Veronika Egger an Bord geholt. Sie gilt als erfahrene Orchestermusikerin, ist unter anderem Mitglied der Streicherakademie Bozen, des Conductus Ensembles und die Frontfrau der Formation „Opas Diandl“. Egger hat bereits eine Stamm-Gruppe um sich geschart.

„Nun geht es darum regelmäßig zusammen zu arbeiten, um den Orchesterklang weiter zu formen“, erklärt sie. Dieser Plan hat bereits Früchte getragen, so gelangten in der Vergangenheit Werke von Poulenc, Vivaldi und Haydn zur Aufführung. Für die bevorstehende Passionszeit hat Egger gemeinsam mit Michael Fink ein neues Konzertprogramm erarbeitet, das einen besonderen Titel trägt: „Seelenlust“.

Musik voller Trost und Hoffnung

„Ein abstraktes Wort, das gebe ich zu“, meint Egger. Der Titel ist dem Text der Bach-Kantate „Vergnügte Ruh, beliebte Seelenlust“ entliehen. Die Eingangs-Arie der Kantate steht am Ende des Konzerts, bei dem es um Trauer, Verzweiflung, aber auch Hoffnung und Versöhnung geht. „Lauter Gefühlsregungen, die wir tagtäglich erleben. Der eine mehr, der andere weniger“, erklärt Egger. In so vielen Lebenslagen könne die Musik Trost spenden, die Hand reichen und damit helfen, wieder nach vorne zu schauen, meint sie. Komponisten aller Musikepochen haben sich mit diesen Themen auseinandergesetzt, herausgekommen sind unvergleichliche Werke der Musikgeschichte, die die Seele berühren und sie erfrischen. „Vor allem den alten Meistern sind unglaublich berührende Kompositionen gelungen. Voller Trost und Hoffnung“, erklärt Fink.

Beim Erarbeiten des Programms wurde darauf geachtet, dass es ein ausbalanciertes Nebeneinander zwischen den weniger schönen und den guten Gefühlen gibt.

Zur Aufführung gelangen bekannte Arien von Bach, Zelenka, Vivaldi und Händel, die Instrumentalstücke sind von Telemann, Graupner und Bach. „Wir konnten drei herausragende Solistinnen gewinnen. Neben Stefanie Steger als Sopranistin, sind Anna Lucia Nardi als Mezzo-Sopran und die Barock-Oboistin und Blockflötistin Priska Comploi zu hören“, berichtet Egger.

Das Konzert unter der Leitung von Veronika Egger und Michael Fink findet am Sonntag, 6. März, im Dom von Bozen statt. Beginn ist um 17 Uhr. Der Eintritt ist frei.

stol

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