Was macht „Last Christmas“ von den Wham!-Boys George Michael und Andrew Ridgeley (61) zu einem der erfolgreichsten Weihnachtshits der Popgeschichte? Weihnachtslieder gab und gibt es schließlich nicht nur von seichten Popacts wie Wham!, sondern auch von Queen, John Lennon, Paul McCartney (82) und Frankie Goes To Hollywood – so penetrant und erfolgreich ist allerdings nur „Last Christmas“. <BR /><BR />Der Grund (vielleicht): Die Melodieführung ist einfach, der simpel getaktete Rhythmus mit den Schneeglöckchen und die kinderliedgerechte Synthesizerlinie stehen nicht für ausgebuffte Komponistentaktiererei.<BR /><BR /> <div class="embed-box"><div class="container-wrapper-genially" style="position: relative; min-height: 400px; max-width: 100%;"><img src="https://img.genial.ly/5fd380c29270490f70f47a03/f30fb79b-ab39-43a4-b16e-6acb3b0565c8.jpeg" class="loader-genially" style="position: absolute; top: 0; right: 0; bottom: 0; left: 0; margin-top: auto; margin-right: auto; margin-bottom: auto; margin-left: auto; z-index: 1;width: 80px; height: 80px;"/><div id="673c744025dd123cd68fd272" class="genially-embed" style="margin: 0px auto; position: relative; height: auto; width: 100%;"></div></div><script>(function (d) { var js, id = "genially-embed-js", ref = d.getElementsByTagName("script")[0]; if (d.getElementById(id)) { return; } js = d.createElement("script"); js.id = id; js.async = true; js.src = "https://view.genially.com/static/embed/embed.js"; ref.parentNode.insertBefore(js, ref); }(document));</script></div> <h3>Von „Last Easter“ hätte man nichts mehr gehört</h3>Möglicherweise ist es aber auch die Unbekümmertheit, die dem Song seine Dauerpräsenz schuf. Ganz sicher aber ist es auch jene Textzeile, die eine gescheiterte Liebesbeziehung aus dem Vorjahr beschreibt. „Last christmas I gave you my heart, but the very next day you gave it away. This year to save me from tears, I'll give it to someone special“ (Letztes Weihnachten habe ich dir mein Herz geschenkt, aber schon am nächsten Tag hast du es weggegeben. Dieses Jahr, um mich vor Tränen zu bewahren, werde ich es jemand Besonderem schenken...), schmachtet George Michael im Refrain.<BR /><BR /> „Last Christmas“ war ursprünglich gar nicht als Weihnachtslied geplant worden, sondern sollte eigentlich „Last Easter“ heißen und zu Ostern 1985 veröffentlicht werden. Auf das Insistieren seiner Plattenfirma hin wurde in Windeseile ein modernes Winter-Weihnachtsmärchen daraus und erschien im Dezember 1984 – also vor fast genau 40 Jahren. Dieses runde Jubiläum wird den einen oder anderen Radiomenschen dazu verleiten, „Last Christmas“ in den kommenden Wochen ein paar Mal mehr zu spielen. <h3> Videoclip mit 80er-Jahre-Charme</h3>Parallel zum Song ist ein Videoclip entstanden. Man sollte meinen, dass dieser in einem Luxus-Ski-Ort wie zum Beispiel Aspen gedreht wurde. Doch das war tatsächlich nicht der Fall. Das Video zu „Last Christmas“ wurde in Saas-Fee im Schweizer Wallis, nahe der italienischen Grenze, gedreht. <BR /><BR />Das Video ist heute ein Stil-Dokument der 1980er-Jahre – schmachtende Flirtblicke, Romantik-Dinner und Alberei im Tiefschnee inklusive. Hauptdarsteller waren die damaligen Frontmänner von Wham!, Michael und Ridgeley, sowie ihre Background-Sängerinnen Helen „Pepsi“ DeMacque-Crockett (65) und Shirley „Shirlie“ Holliman (62). Die Frau, die George Michael im Film anschmachtet, ist das Model Kathy Hill (68). Das Video wurde – in verschiedenen Versionen – auf YouTube bis heute fast eine Milliarde Mal angesehen. <h3> Keine „Extrawurst“ für Popstars</h3>Eine Kuriosität am Rande: Als George Michael damals bei Nacht im Skiort Saas-Fee ankam, musste er schnell feststellen, dass sein Status als Popstar hier nicht viel zählte. Auch der Superstar durfte seine Stretchlimousine nicht beim Hotel abstellen oder in den darauffolgenden Tagen benutzen. Saas-Fee war und ist autofrei – Transporte erledigt man hier seit Jahrzehnten mit kleinen, elektrischen Wagen. <BR /><BR />Saas-Fee feiert das 40-Jährige des Kult-Videos mit besonderen Veranstaltungen wie etwa Karaokesingen unter dem Sternenhimmel, einer Sonderausstellung im Saaser Museum und einem Wham!-Walk.<BR /><BR />Der langandauernde Erfolg von „Last Christmas“ war damals sicher noch nicht abzusehen. Im Gegensatz zum Wham!-Hit „Wake Me Up Before You Go-Go“, der kurz zuvor erschienen war, schaffte es „Last Christmas“ 1984 nicht einmal auf den ersten Platz der britischen Charts. Dort hielt sich damals ein zweiter Weihnachtssong: „Do They Know It's Christmas?“ von Band Aid. <h3> Oft kopiert, nie erreicht</h3>Doch in den nächsten 25 Jahren wurde „Last Christmas“ zu einem Kult-Hit, zahlreiche Künstler versuchten sich an Cover-Versionen – unter anderem Gwen Stefani (55), Ariana Grande (31), Taylor Swift (34) und auch Helene Fischer (40). Aber ans Original kam einfach keiner ran.<BR /><BR />Das Duo Wham! hat sich übrigens nur anderthalb Jahre nach seinem Weihnachtshit getrennt. Im Sommer 1986 luden die beiden Sänger zum Abschiedskonzert ins Londoner Wembley-Stadion, das innerhalb weniger Minuten ausverkauft war. Ridgeley zog sich mit seiner damaligen Frau, der ehemaligen Bananarama-Sängerin Keren Woodward (63), auf ein Landhaus in Südengland zurück. Heute lebt er in Cornwall. George Michael machte fortan als Solokünstler Karriere und wurde zum Megastar. Er starb 2016. <h3> Plagiatsvorwürfe und keine Tantiemen</h3>Ridgeley hat vom Erlös des Evergreens keinen müden Cent gesehen. Songwriter Michael hat ihn nämlich nicht an der Tantiemenausschüttung beteiligt. Aber auch George Michael verdiente am Anfang nicht viel mit dem Song. Er wurde von mehreren Songwritern des Plagiats beschuldigt. Der Fall wurde außergerichtlich geklärt, das von Wham! gezahlte Geld wurde an die Wohltätigkeitsorganisation Band Aid rund um Bob Geldof (73), die sich gegen den Hunger in Äthiopien stark machte, gespendet.