Im Interview erzählt der Mädchenschwarm der 2000er von seinen Anfängen, den wahren Geschichten hinter seinen Liedern – und seinem besonderen Bezug zu Südtirol.<BR /><BR /><b>Es ist das Jahr 1997 und „Laura non c’è“ stürmt die Charts. Wie war es für Sie, von einem Tag auf den anderen berühmt zu werden?</b><BR />NEK: Nun, eigentlich hatte ich schon einige Zeit zuvor mein Debüt gefeiert. Die Musik war bereits mein Beruf, und ich war 1993 auch schon beim Sanremo-Festival – damals in der Kategorie der Nachwuchskünstler. Aber natürlich hat „Laura non c’è“ alles verändert – wenn auch nicht buchstäblich von einem Tag auf den anderen, aber fast. Besonders beeindruckt hat mich der Erfolg im Ausland und die Tatsache, dass ich buchstäblich um die ganze Welt gereist bin, um den Song zu promoten. Es war eine außergewöhnlich schöne und zugleich unglaublich chaotische Zeit! <BR /><BR /><b>Haben Sie mit einem Erfolg in diesem Ausmaß gerechnet?</b><BR />NEK: Nein, wie hätte ich damit rechnen können, die Charts in Südamerika und in der Hälfte Europas zu erobern? Das war unvorstellbar. Damit haben weder ich noch sonst jemand gerechnet. Es war einfach … unglaublich.<BR /><BR /><b>In welchem Land leben Ihre am weitesten entfernten Fans?</b><BR />NEK: Oje … ich würde sagen, in Chile!<BR /><BR /><embed id="dtext86-75643866_quote" /><BR /><BR /><b>In Ihren Liedern geht es um Liebe, Schmerz und Zufälle. Wie viel davon stammt aus Ihren eigenen Erfahrungen? Zum Beispiel: Hat Laura wirklich existiert?</b><BR />NEK: Ich denke, es ist ganz normal, sich aus den eigenen Erlebnissen zu bedienen. Ich glaube nicht, dass es Lieder gibt, die nicht zumindest ein Stück weit autobiografisch sind. Selbst wenn wir von Dingen erzählen, die uns eigentlich gar nicht persönlich betreffen, oder wenn wir nur Beobachter oder Erzähler sind – wir schöpfen immer aus unserem eigenen Leben. Und natürlich gab es in meinem Leben eine Laura. Allerdings hatte sie in Wirklichkeit einen anderen Namen.<BR /><BR /><b>Wie viel vom NEK von 1997 steckt heute noch in Ihnen?</b><BR />NEK: Sehr viel – Gott sei Dank. Meine Einstellung zur Musik ist dieselbe wie vor 30 Jahren. Die Leidenschaft, der Wunsch zu schreiben, Musik zu machen und zu spielen sowie die Emotionen – all das ist geblieben.<BR /><BR /><b>Wenn Sie wählen müssten: Welches Ihrer Lieder ist Ihr persönlicher Lieblingssong?</b><BR />NEK: Nein, diese Frage habe ich nie beantwortet und ich werde sie auch nie beantworten! Ich würde mir wahrscheinlich selbst widersprechen, denn ich ändere oft meine Meinung. Das hängt von der jeweiligen Lebensphase ab. Manchmal höre ich mir Lieder an, die ich jahrelang nicht gehört habe, und plötzlich werden sie – wenn auch nur für ein paar Stunden – zu meinen Lieblingssongs.<BR /><BR /><b>Gibt es ein Lied, das Sie aus heutiger Sicht vielleicht nicht mehr veröffentlichen würden?</b><BR />NEK: Nein. Jeder Song gehört zu einem Weg, den ich genau so gehen musste. Rückblickend ergibt das für mich alles Sinn.<b><BR /><BR />Was macht italienische Lieder Ihrer Meinung nach so besonders?</b><BR />NEK: Eigentlich glaube ich gar nicht, dass italienische Lieder besonderer sind als andere. Aber es stimmt, dass manche unserer Melodien einzigartig und kaum zu übertreffen sind. Wir haben eine musikalische Geschichte und Kultur, auf die wir wirklich stolz sein können.<BR /><BR /><embed id="dtext86-75643867_quote" /><BR /><BR /><BR /><b>Sie haben viele Fans im deutschsprachigen Raum und auch Lieder auf Spanisch veröffentlicht. Wird es irgendwann einmal ein Lied von NEK auf Deutsch oder Englisch geben?</b><BR />NEK: Ja, das wäre durchaus möglich! Ich war erst kürzlich wieder für Konzerte in Deutschland und Österreich und wurde dort wunderbar empfangen. Es würde mich sehr reizen, mich einmal an der deutschen Sprache zu versuchen. Ich weiß zwar nicht, mit welchem Ergebnis – aber man soll niemals nie sagen.<BR /><BR /><b>Welche Musik hören Sie privat?</b><BR />NEK: Wer mich kennt, weiß, dass die britische Band The Police für mich mein täglich Brot ist. Ansonsten versuche ich, möglichst viel und Unterschiedliches zu hören und musikalisch auf dem Laufenden zu bleiben. Wenn ich mich aber entscheiden muss, greife ich doch zu „meiner Zeit“ zurück – also zu Pop-Rock aus den späten 1980er- und frühen 1990er-Jahren.<BR /><BR /><b>Waren Sie schon einmal in Südtirol?</b><BR />NEK: Natürlich. Ich liebe Südtirol und verbringe dort jedes Jahr mit meiner Familie den Urlaub.<BR /><BR /><b>Worauf dürfen sich die Fans in Kaltern auf der Seebühne freuen?</b><BR />NEK: Auf jede Menge Energie. Wir treten als kraftvolles, auf das Wesentliche reduziertes Trio auf, und ich werde dabei übrigens wieder Bass spielen. Es wird eine musikalische Reise durch mehr als drei Jahrzehnte meiner Karriere. Auf der Setlist stehen die großen Hits, die bekanntesten Songs und all jene Lieder, die diesen langen Weg entscheidend geprägt haben.<BR /><BR />Am Dienstag, 21. Juli, tritt NEK bei den Seespielen in Kaltern auf. <BR /><BR />Tickets gibt es online oder im Tourismusverein Kaltern.