Seit seiner Jugend besingt der heute 78-jährige Liedermacher Sepp Messner Windschnur aus Gufidaun in der Gemeinde Klausen mit viel Humor und einem Schuss Ironie das Besondere und Alltägliche. Legendär sind seine Lieder über den „Beppo del Trentin“, die „Zettl“ oder die Waschmaschinen-Nummer („I bin die Waschmaschin“). <BR /><BR />Dabei war die Stimme immer Sepp Messner Windschnurs verlässlicher Begleiter, sein Instrument schlechthin. Doch vor gut 2 Jahren, im Herbst 2022, lässt sie ihn im Stich: Messner kann nicht mehr singen, nicht mehr sprechen, muss seine Auftritte im Rahmen der damaligen Euregio-Gasthaus-Tour absagen. <BR /><BR />Kurz vor Weihnachten wird bei Sepp Messner Windschnur ein bösartiger Tumor an der Schilddrüse diagnostiziert. Heute, knapp 2 Jahre später, steht er mit befreundeten Musikern wieder auf der Bühne. Gemeinsam mit der Südtiroler Krebshilfe lädt der Liedermacher am morgigen Freitag, 15. November, zu einem Benefizkonzert in das Stadttheater Sterzing. Wir sprachen mit Messner Windschnur über das Konzert, seine Krebserkrankung und seinen aktuellen Song mit dem vielsagende Titel „Bittschian, Herr Tumor“. <BR /><BR /><b>Morgen Abend geben Sie gemeinsam mit Bandkollegen ein Konzert zugunsten der Krebshilfe. Wie kam es dazu?</b><BR />Sepp Messner Windschnur: Seit meiner Krebsdiagnose vor knapp 2 Jahren bin ich Mitglied der Krebshilfe. Die Vereinigung tut viel für die Betroffenen, für ihr Umfeld. Ich selbst habe in den vergangenen 2 Jahren mehrere von der Krebshilfe organisierte Treffen besucht. Vor einiger Zeit kam die Krebshilfe mit der Frage auf mich zu, ob ich nicht Lust auf ein Konzert hätte. Da habe ich spontan ‚Ja‘ gesagt, ich dachte mir ein, 2 Nummern pack ich schon, schlussendlich ist es dann etwas mehr geworden (lacht). Musik tut gut, Musik ist gesund. <BR /><BR /><b>Es geht Ihnen also wieder besser – Ihre Stimme ist zurück?</b><BR /> Messner Windschnur: Ja, ich hatte viel Glück und eine sehr gute medizinische Versorgung. Dafür bin ich sehr dankbar. Gleich im Jänner 2023 begann ich mit der Chemotherapie und Bestrahlung. Die Therapie funktionierte, glücklicherweise hatte der Tumor nicht gestreut. Heute geht es mir gut. Die Stimme ist zwar nicht mehr ganz die alte, aber ich bin zufrieden. <BR /><BR /><b>In einem Ihrer neuesten Titel geben Sie der Erkrankung ein Gesicht, einen Namen. Sie singen vom „Herrn Tumor“. Welche Rolle spielte die Musik in den vergangenen 2 Jahren?</b><BR />Messner Windschnur: Ich habe in meinem Leben immer versucht, positiv an die Dinge heranzugehen. Das war auch nach der Krebsdiagose nicht anders. Ich dachte mir damals: ,Das schaffe ich. Ich glaube daran, dass es wieder wird'. Viel geholfen hat mir meine Familie. Das Umfeld ist bei so einer Erkrankung sehr wichtig. Und die Musik? Ja, sie begleitete mich auch durch diese Lebensphase. Im Zuge der Genesung habe ich angefangen, Lieder zu schreiben. Es ist nicht ganz einfach, ein Lied über Krebs zu schreiben, aber ja, es ist meine Art, mich dem Thema zu nähern – mit Humor und einer Portion Zuversicht. <BR /><BR /><b>Sie stehen morgen gemeinsam mit Ihrem Sohn Jakob als Schlagzeuger, mit Thomas Demetz, Ziehorgel, Alex „Lex“ Pallaoro, E-Bass, sowie Klaus Ramoser an der Technik, auf der Bühne. Was erwartet das Publikum?</b><BR />Messner Windschnur: Das Konzert wird rund eineinhalb Stunden dauern. Von sentimentalen Stücken bis hin zu den typischen Sepp-Songs wird alles dabei sein. <BR /><BR /><b>Eine Botschaft an das Publikum?</b><BR />Messner Windschnur: Nicht aufgeben, die schönen Erinnerungen festhalten und sonst einfach nach vorne schauen.