Die Zither wird gewöhnlich der alpenländischen Volksmusik zugeordnet. Dass die Klangvielfalt dieses Instruments weitaus umfangreicher ist und daher auch Einsätze in der komplexen Gegenwartsmusik möglich sind, zeigt dieses außergewöhnliche Konzert.Am Dienstag, 15. Dezember leitet der italienische Dirigent Daniele Giorgi das Haydn Orchester im Konzerthaus Bozen. Auf dem Programm steht – als Auftragswerk – die Komposition splinter für drei Zithern und Orchester von Hannes Kerschbaumer, gefolgt von den Tänzen aus Galánta von Zoltán Kodály und der Serenade Nr. 1 in D-Dur, op. 11 von Johannes Brahms. Solisten sind die Musikerinnen und Musiker des Zithertrios Greifer Reinhilde Gamper, Leopold Hurt und Martin Mallaun. Das Konzert beginnt um 20 Uhr.splinter ist Teil der debris-Werkreihe, die sich mit Verfahren zur Auflösung musikalischer Strukturen auseinandersetzt. Das Orchester fungiert dabei als Resonanzraum, der die Schwingungen der drei Solisten an den Zithern absorbiert, modelliert und wiederum abstrahlt. Durch die stetige Aufnahme von Klängen formieren sich Strukturen, die sich durch abrupte brachiale Ausbrüche Bahn brechen. Das Werk zeichnet den Weg auf der Suche nach konkreten Lösungen zur Erschaffung von Musik durch parametrische Verfahren nach und ist dem Bildhauer Aron Demetz gewidmet.Tickets: Stadttheater, Verdiplatz 40, 39100 Bozen Tel 0471 053800, www.haydn.it