Die Deejays DJ Shany und Rudy Mc genießen in Österreich die ersten Auftritte nach der pandemiebedingten Zwangspause. <BR /><BR /><BR /><BR /><BR />Die beiden Deejays füttern die bebende Tanzmeute mit dröhnenden Elektrobeats und hüpfen auf ihrem Pult um die Wette, während das euphorisierte Publikum mit erhobenen Händen die Musik auf sich wirken lässt. Eine Szene, die auf die Club- und Veranstaltungsszene nach den vielen Monaten Stillstand wie eine Befreiung wirkt. Entsprechend haben Pauli Schanung aus Brixen und Rudy Wilhelm aus Bozen, in der Clubszene als DJ Shany und Rudy Mc bekannt, diese Augenblicke bei ihren ersten Auftritten nach der pandemiebedingten Zwangspause auch genossen. <BR /><BR /><b>Zuerst Innsbruck, dann Spielberg</b><BR /><BR />Gleich 2 große Auftritte standen am vergangenen Samstag auf ihrem Programm: Zuerst beim Holi-Festival der Farben im Freiluftbereich der Olympia World in Innsbruck, dann auf der Hauptbühne in der sogenannten Fan Zone des Formel 1-Grand Prix von Österreich in Spielberg. 60.000 Besucher waren beim Sieg von Max Verstappen zugegen, und gar nicht wenige wollten danach standesgemäß abfeiern – wie es eben in alten Zeiten vor Corona gang und gäbe gewesen war.<BR /><BR /> Ermöglicht wurde die unbeschwerte Partylaune nach 479 Tagen Stillstand durch die seit 1. Juli gelockerten Bestimmungen in Österreich. <BR />Seitdem sind nicht nur die Sperrstunde und die Maskenpflicht gefallen, sondern auch die bis dato rigiden Einschränkungen für Veranstaltungen und Nachtgastronomie. Da sich die Infektionslage besser entwickelt hatte als erwartet, erklärte Kanzler Kurz, dass man große Schritte in Richtung Normalität machen könne. Deshalb dürfe auch wieder „getanzt, geheiratet, gefeiert werden“.<BR /><BR /><b>Eine Gratwanderung</b><BR /><BR />Für den Besuch der Gastronomie oder von Veranstaltungen muss dabei lediglich die 3-G-Regelung berücksichtigt werden. Das bedeutet, der Gast muss getestet, genesen oder geimpft sein. Gastlokale ohne klassische Sitzplätze wie etwa Diskotheken dürfen maximal bis zu 75 Prozent ausgelastet sein. In Südtirol können Veranstalter und Clubbetreiber von derartigen Bedingungen nur träumen. Weitere Lockerungen sollen in Österreich mit 17. Juli in Kraft treten.<BR /><BR />Die beiden Südtiroler DJs wissen um die Gratwanderung dieser Lockerungen sehr wohl Bescheid, sagen aber auch: „Wenn das auch eine Art Experiment ist, so war dieser Schritt doch auch überfällig. Man kann doch nicht den Jugendlichen ihre unbeschwerte Jugend und alles, worauf sie seit mittlerweile eineinhalb Jahren verzichten mussten, auf ewig wegnehmen. Somit sind die Sommermonate sicherlich der ideale Zeitpunkt für dieses Experiment.“ <BR /><BR /><b>Jugendliche ohne Jugend</b><BR /><BR />Der in Brixen wohnhafte Pauli Schanung fügt hinzu, dass man sich auch für Südtirol derartige Schritte wünsche. Mit der 3-G-Regel und gewissenhaften Kontrollen durch die Veranstalter und Behörden könne man das Infektionsrisiko drastisch reduzieren. Das hätten bereits wissenschaftlich begleitete Test-Events in Spanien und England gezeigt. <BR /><BR />Zudem würde auch die Impfbereitschaft unter den Jugendlichen zunehmen. Rudy Wilhelm ergänzt: „Es ist Fakt, dass Jugendliche ihre Wege finden, um zu feiern. Wenn man sie nicht lässt, dann verschieben sich diese verstärkt in den privaten und somit nicht kontrollierbaren Bereich.“<BR /><BR /><b>Tourplan füllt sich</b><BR /><BR /><BR />Indessen hat sich der Tourplan der beiden Südtiroler, die zusammen als „Two Kinx“ signieren, wieder wie in alten Zeiten gefüllt: Auf dem Plan stehen eine Reihe von Auftritten in Wien, Salzburg, Graz und Linz sowie am Partystrand „Zrce Beach“ in Kroatien. Nach dem langen Stillstand fühle sich alles so unwirklich, so surreal an, meinen die beiden DJs, die mit ihren fetten Beats den Jugendlichen lange nicht gekannte Glücksgefühle bescheren.<BR />