„All diese Songs bildeten die klangvolle Kulisse meiner Teenagerzeit“, lässt der 59-Jährige in einer Presseaussendung wissen. Auf „Going Back“ (Warner) tummeln sich Soul-Lieder von Acts wie den Temptations, Stevie Wonder und den Four Tops.„Ich kann mich noch genau erinnern, als wäre es gestern gewesen“, so Collins, „wie ich in den Marquee Club im Londoner Stadtteil Soho gegangen bin und mir die Shows von The Who, The Action und anderen Bands angeschaut habe, die viele dieser Soulklassiker live gespielt haben. Am nächsten Morgen bin ich sofort in das nächste Plattengeschäft gelaufen und habe mir die Scheiben gekauft.“ Immer wieder nahm der als Philip David Charles geborene Drummer und Sänger in seiner 30-jährigen Karriere alte Ohrwürmer auf (etwa „You Can’t Hurry Love“ oder „True Colours“).„Ich wollte diesen großartigen Liedern keineswegs etwas Neues beifügen“, erklärte Collins die Absicht hinter der LP „Going Back“, benannt nach dem Song von Gerry Goffin und Carole King aus 1966, den Dusty Springfield im selben Jahr zum Hit gemacht hat. „Ich wollte jene Sounds und Gefühle wieder erwecken, die ich damals hatte, als ich diese Stücke das erste Mal hörte, und diese in den aktuellen Sound einfließen lassen. Meine Absicht war es, von der Stimmung her ein altes Album zu produzieren, kein modernes. Dabei war es für mich ein Glücksgriff, dass ich alle drei noch lebenden Mitglieder der berühmten Funk Brothers zur Zusammenarbeit an allen Liedern verpflichten konnte.“Die Funk Brothers waren mehr als ein Jahrzehnt lang, bis 1972 und dem Hit „Papa Was A Rollin’ Stone“ (manchmal auch „Rolling“ geschrieben, Anm.) die Hausband der Plattenfirma Motown. Sie arbeiteten mit Legenden wie Marvin Gaye, Diana Ross und den SupremesCollins: „Ich habe von den drei Funk Brothers mehr über handwerkliche Fertigkeiten und die Kunst des Komponierens erfahren als von irgendeinem anderen Kollegen, mit dem ich bisher kooperiert habe. Dafür bin ich sehr dankbar.“„Papa Was A Rolling Stone“ (im Original von The Temptations) fehlt auf „Going Back“ ebenso wenig wie „Talking About My Baby“ von Curtis Mayfield & The Impressions sowie „Do I Love You?“ von den Ronettes. Vor der Veröffentlichung hat sich der achtfache Grammy-Gewinner Collins (mehr als 100 Millionen verkaufte Solo-Platten) etwas einfallen lassen: An vier aufeinanderfolgenden Abenden im Juni brachte er in New York die Soul-Klassiker live.apa