Auf der CD „Play it again, Oswald“ wurden 13 Lieder Oswald v. Wolkensteins von der Südtiroler Gruppe Opas Diandl und dem aus Genua stammenden Komponisten/Violinisten Marcello Fera unter Beibehaltung der Originalmelodien neu interpretiert, arrangiert und eingespielt. Die mittelhochdeutschen Texte wurden dabei von Siegfried de Rachewitz in den Südtiroler Dialekt übersetzt.Wenn sich jemand je den Titel „Weltenbürger“ verdient hat, dann war es der Tiroler Dichter und Sänger Oswald von Wolkenstein, der im Laufe seines Lebens die gesamte damals bekannte Welt durchreiste und seine Abenteuer in Liedern besang.Obwohl sein Platz in der Musik- und Literaturgeschichte nunmehr offiziell anerkannt wird – er gilt als der bedeutendste deutsche Dichter zwischen Walther von der Vogelweide und Goethe – so musste er in seiner ureigenen Heimat dennoch in erster Linie für die Tourismuswerbung herhalten, während sein Werk relativ unbeachtet blieb.Was tun also, um ihn den Einheimischen vor allem der jungen Generation näherzubringen? Eine junge, dynamische, experimentierfreudige und womöglich ein wenig schalkhafte Band sollte sich seiner Lieder annehmen. Für Siegfried de Rachewiltz bedeutete dies: Marcello Fera und Opas Diandl sollten Oswald von Wolkenstein singen und spielen. „Für sie also habe ich einige von Oswalds Liedern mundartlich nachgedichtet“, sagt er.„Play it again, Oswald“, ein Auftragswerk des Landesmuseums Schloss Tirol, kann als eine Kernfusion verschiedener musikalischen Richtungen angesehen werden: Da sind Opas Diandl, die breit und offen angelegte Folkband aus Südtirol, normalerweise den alpenländischen Melodien und Gesängen verpflichtet, und da ist Marcello Fera, Musiker mit zeitgenössischen Hintergrund, der vor allem für und mit Ensembles moderner Musik arbeitet.Prorgamm1. hussa! schrait d r michl (Kl 85) 3.172. du wirt, mi r håbn an morz durscht (Kl 70) 3.193. a schnåpperin (Kl 83) 5.174. stea au, marîdl (Kl 48) 3.575. jûzn w ll mr iz (Kl 54) 1.246. iz geats gâch fåsnåcht zu (Kl 60) 3.527. Ave, mater, o Maria (109a) / Ave, mütter, küniginne (Kl 109b) 1.078. wolau, jetz w ll’m r schlåfn! (Kl 84) 3.229. gs ign t sai di frucht (Kl 14) 2.2110. traib her, traib hêr w rts (Kl 92) 4.3211. wolauf, mitanånd! kint waib und månn (Kl 75) 6.0612. z rgang n isch main herz ns’ wea (Kl 116) 5.1113. s håt si d rgêbm (Kl 18) 8.10Die KünstlerMarcello Fera lebt in Meran ist als Komponist, Interpret und Dirigent tätig. 1966 in Genua geboren, hat er am dortigen Konservatorium „N. Paganini“ das Violindiplom absolviert. Als Zwölfjähriger debutierte er als Violinist und Improvisator. Seit 1996 ist er immer mehr als Komponist und Dirigent tätig. Seine eigene Werke werden in Konzerten und Festivals auf nationaler und internationaler Ebene vorgestellt. Sowohl als Interpret als auch als Komponist wurde er von der RAI, dem bayerischen Rundfunk, von ZDF, ORF und Radio France aufgenommen und in Fernseh- und Radiosendungen ausgestrahlt.Seit einigen Jahren verkörpert die Multiinstrumental- und Vokal-Gruppe Opas Diandl (Markus Prieth, Veronika Egger, Daniel Faranna, Thomas Lamprecht und Jan Langer) nicht nur in hiesigen Breitengraden ein kurioses Novum. Die Konzerte der Gruppe sind geprägt von Energie, Spiel- und Experimentierfreude, Humor und Spontaneität. Die fünf Mitglieder der Gruppe erweisen auf mutige, schelmische und gefühlvolle Weise der traditionellen alpenländischen Volksmusik die Ehre. Ein eigenartiges, aber zweifelsfrei unwiderstehliches Gespann! Die Gruppe Opas Diandl aus Südtirol hat weder Genre noch Konzept: Opas Diandl hat Charakter!Der Abend findet am Donnerstag, 6. Juni, 20:30 Uhr im 2. Stock in der Kommende Lengmoos statt.stol