Sonntag, 17. September 2017

Polit-Punk aus Russland: Pussy Riot tritt in Deutschland auf

Die russischen Polit-Punkerinnen von Pussy Riot kommen mit ihrer neuen Bühnenshow erstmals nach Deutschland.

Die russischen Polit-Punkerinnen von Pussy Riot kommen mit ihrer neuen Bühnenshow erstmals nach Deutschland.
Die russischen Polit-Punkerinnen von Pussy Riot kommen mit ihrer neuen Bühnenshow erstmals nach Deutschland. - Foto: © LaPresse

Im Frankfurter Mousonturm treten die Frauen am Mittwoch und Donnerstag mit dem Stück „Riot Days“ auf. „Ein feministisches Punk-Manifest, ein kraftvoll-anarchistisches Plädoyer für den Widerstand in einer rechts-populistischen, nationalistischen Welt“, versprechen die Organisatoren.

3 Mitglieder der Formation werden auf der Bühne stehen

„Riot Days“ basiert auf dem Buch eines der Pussy-Riot-Mitglieder. Maria Alyokhina wurde 2012 zusammen mit Nadeschda Tolokonnikowa und Jekaterina Samuzewitsch nach einem „Punk-Gebet“ in einer Kirche verhaftet und wegen „Rowdytums aus religiösem Hass“ verurteilt.

In ihrem Buch schildert Alyokhina ihre Geschichte als Performerin, den Prozess und die Zeit in einem sibirischen Gefangenenlager bis zu ihrer Entlassung knapp 2 Jahre später.

Neben Maria Alyokhina werden noch 2 weitere Mitglieder der Formation in Frankfurt auf der Bühne stehen: die Saxofonistin Anastasia Ashitkova und der Videofilmer Vasily Bogatov.

2011 in Moskau gegründet

Das Protestkunst-Kollektiv wurde 2011 in Moskau gegründet, es besteht aus knapp einem Dutzend weiblichen Mitgliedern. Die Gruppe inszenierte nicht genehmigte Guerilla-Aktionen an öffentlichen Orten, die als Videos im Internet veröffentlicht wurden. Viele Aktionen wenden sich gegen den russischen Präsidenten Wladimir Putin.

Der Auftritt ist Höhepunkt einer Veranstaltungsreihe vor der Bundestagswahl. Der Mousonturm schickte dafür die Menschen in eine Art Schimpf-Schule.

Unter anderem gab es ein „Bootcamp zur Schulung in den Tugenden des Schimpfens und der Schelte“ und „Populistenbeschimpfungsstammtische“ an ausgewählten Trinkhallen. Am Wahltag ist dann eine „kollektive Beschimpfungsorgie“ geplant.

apa/dpa

stol