Im Interview mit Stol zeigte sich die Ehefrau und Mutter von zwei Kindern zufrieden mit der Entscheidung, die sie vor Jahren getroffen hat. Die Pause in den 90ern habe ihr geholfen, neue Kraft und Inspiration zu tanken. Während sie in den 80er Jahren vor allem im Genre Pop Zuhause war, mag es die 54-Jährige heute deutlich rockiger. Als großer Fan der Live-Musik liebt sie es, auf der Bühne zu stehen und das Publikum zu begeistern.Südtirol Online: Sie sind – mit einer Pause von zehn Jahren – ganze 30 Jahre im Musikbusiness. Was hat sich verändert?Kim Wilde: Ich glaube, Live-Musik steht immer mehr im Vordergrund. In den 80er Jahren wurde relativ wenig live gespielt. Live tut der Musikindustrie gut, weil viele Leute – vom Songwriter bis hin zum Tontechniker – beschäftigt sind. Außerdem macht es allen Menschen einfach Spaß – vor, hinter und natürlich auch auf der Bühne. Stol: Was unterscheidet die Kim Wilde von heute von der vor 30 Jahren?Wilde: Als ich angefangen habe, war ich ein junges Mädchen. Inzwischen bin ich eine erwachsene Frau, habe geheiratet und bin Mutter zweier Kinder. Meine persönliche Sicht auf das Musikbusiness hat sich ziemlich verändert. Damals war meine Karriere das Zentrum meiner Welt – diesen Platz hat jetzt meine Familie eingenommen. Außerdem habe ich mich vom Pop-Girl hin zur Rockröhre gewandelt. Mir macht es heute mehr Spaß, auf der Bühne zu stehen und Clips zu drehen. Stol: Gibt es rückblickend etwas, das Sie anders machen würden?Wilde: Nicht wirklich. Es gab eine Zeit, da wollte ich einfach raus aus dieser Welt. So habe ich mich für eine Weile zurückgezogen, vor allem wegen meines Mannes und meiner Kinder. Das war eine wirklich gute Entscheidung. Ich glaube, vielen Leuten in diesem Business würde eine Pause auch ganz gut tun. Oft verliert man sich auf seinem Weg oder findet keine Inspiration mehr. Da ist es besser, eine Pause einzulegen. Stol: 2006 sind Sie wieder ins Musikbusiness zurückgekehrt. Warum?Wilde: Ich dachte mir: „Einmal will ich es noch versuchen“. Ich hatte keine Ahnung, wie erfolgreich die Tour werden würde. Es war überwältigend: Da gibt es tatsächlich immer noch ein Publikum, das meine Hits aus den 80er Jahren hören will. Und deshalb habe ich weitergemacht, obwohl ich es eigentlich gar nicht geplant hatte. Mein Publikum zeigt mir, dass diese Entscheidung die richtige war. Stol: Wie lange möchten Sie noch weitermachen?Wilde: Ich mache keine großen Pläne für die Zukunft. Zurzeit schreibe ich an einem Album, das im nächsten Jahr erscheinen wird. Man wird sehen, was sonst noch kommt. Ich stelle mich gerne neuen Herausforderungen. Stol: Vor Kurzem waren Sie mit Mick Box, Alice Cooper etc. on Tour. Wie war's?Wilde: Es war großartig! Es war sicherlich eine meiner besten Touren. Mit Alice Cooper zu arbeiten, war so inspirierend, sodass wir jetzt sogar einen seiner Songs ins Set aufgenommen haben. Auch die Arbeit mit Mick Box war so toll, er ist wahnsinnig talentiert. Stol: Wenn Sie auf Tour sind, ist das Arbeit für Sie oder Vergnügen?Wilde: Es fühlt sich nicht wie Arbeit an. Auch wenn es manchmal sehr anstrengend ist, von einem zum anderen Ort zu reisen. Aber ich habe ein großartiges Team, das mich unterstützt. Ich habe wahrscheinlich einen der besten Jobs auf der Welt und ich vergesse nie, was für ein Glück ich habe. Stol: Und wie erholen Sie sich nach einer Tour?Wilde: Ich liebe Gartenarbeit. Außerdem treibe ich mich wahnsinnig gerne auf Rock-Festivals herum. Dort hänge ich dann mit Freunden ab. Stol: Wenn Sie Ihre Musik mit drei Worten beschreiben müssten, welche wären es?Wilde: Oh Gott, das ist schwierig. Ich würde sagen: Energie, Leidenschaft und großartige Melodien. Stol: Sie hatten unzählige Hits in den vergangenen 30 Jahren. Welches ist ihr Lieblingssong?Wilde: Jedes Lied ist etwas ganz Besonderes für mich. Ich liebe sehr „Never trust a stranger“, weil es eine starke Energie hat. Stol: Und worauf darf sich das Publikum in Kaltern freuen?Wilde: Ich werde alle großen Hits, mit denen ich bekannt geworden bin, singen: „Cambodia“, „Kids in America“ und viele mehr. Außerdem werde ich Songs bekannter Künstler covern. Leute, die auf meinen Konzerten waren, wissen, dass es bei mir immer auch die eine oder andere Überraschung gibt. Stol: Waren Sie eigentlich auch schon mal in Südtirol?Wilde: Ja, ich glaube, ich war da schon mal zum Skifahren. Ich kann mich zwar nicht mehr an den Namen der Ortschaft erinnern, aber es war wunderschön.Interview: Lisa Comploi Termin: 5. August, 21 UhrEinlass: 19 Uhr im Seebad Lido am Kalterer SeeSpecials: Vorgruppe Tellura X