Freitag, 29. Juni 2018

Popmonat Juli: Festivals und Konzerte in Österreich

Musiker wie Fans zieht es im Juli oft ins Freie: Der Blick auf den Konzertkalender für Juli lässt erahnen, dass man sich entweder gut mit Sonnencreme eindecken sollte, oder im Fall des Falles eine ordentliche Regenjacke sein Eigen nennt. Nicht nur von Clam bis St. Margarethen regiert Open-Air-Feeling, wenn sich Helene Fischer, Kraftwerk oder The National angesagt haben.

Helene Fischer tritt am 11. Juli im Wiener Ernst-Happel-Stadion auf.
Helene Fischer tritt am 11. Juli im Wiener Ernst-Happel-Stadion auf. - Foto: © APA

Den Anfang macht aber das Jazz Fest Wien, und zwar in sehr gediegenem Ambiente: Mit 1. Juli beginnen die Staatsopern-Konzerte des Festivals, für die sich Stimmgrößen wie Caro Emerald (1.7.), Thomas Quasthoff (3.7.) oder Melody Gardot (4.7.) angesagt haben. Waschechte Premieren sind dabei die Auftritte von Cee-Lo Green (6.7.) und Corinne Bailey Rae (7.7.), die erstmals in der Bundeshauptstadt gastieren. Aber auch im kleineren Rahmen bietet das Jazz Fest Gustostückerln, etwa mit Binker & Moses im Porgy & Bess (4.7.).

Zucchero in St. Pölten

Ein Erlebnis ist auch Zucchero: Der italienische Barde ist derzeit mit seiner „Wanted“-Welttournee unterwegs und macht damit am 1. Juli im VAZ St. Pölten sowie am 29. Juli im Kärntner Moosburg Station. Ebenfalls mehrfach zu erleben ist die wiedervereinigte Kelly Family, die mit Songs zwischen Folk und Kitsch in Dornbirn (6.7.) und Salzburg (7.7.) aufwartet. Und ohnehin scheint für viele Stars zu gelten: Wieso nur einmal in Österreich spielen, wenn es den Fans nach mehr verlangt? Jack Johnson (21.7. auf der Burg Clam und 24.7. im Römersteinbruch St. Margarethen), Elvis Costello (9.7. in Graz und 11.7. in Wien) und Joan Baez (25. und 26. Juli in Wien) sind hierfür gute Beispiele.

Helene Fischer in Wien

Eine Spur exklusiver legt es hingegen Helene Fischer an. Wobei: Die deutsche Schlagerkönig hat ja bereits im Frühjahr über mehrere Tage die Wiener Stadthalle in Beschlag genommen. Nun legt sie es noch eine Spur größer an und konzertiert am 11. Juli im Wiener Ernst-Happel-Stadion. Ebenfalls deutscher Kulturgut sind Kraftwerk, gibt es doch wenige, die die Musikszene so beeinflusst haben wie die Electropioniere. Noch vor wenigen Jahren gaben sie ihren gesamten Backkatalog im Burgtheater zum Besten, nun ist es die Weite des Römersteinbruchs in St. Margarethen, die am 22. Juli mit einem 3D-Konzert bespielt wird.

Alle Festivals auf einem Blick

Und Festivals? Gibt es natürlich auch noch. Nach Salzburg zieht es die tanzwütige Meute, wenn das Electric Love am Salzburgring zum sechsten Mal über die Bühne geht. Von 5. bis 7. Juli haben sich etliche Stars der Szene angesagt, darunter Steve Aoki, Armin van Buuren oder Marshmello. Genau das Gegenteil, nämlich so gut wie stromlos, präsentiert sich das mittlerweile zur Institution gewordene Acoustic Lakeside am Sonnegger See in Kärnten: Ab 19. Juli regieren drei Tage lang die leisen Töne, wenn Acts wie Faber, die Shout Out Louds oder Son Lux ihre Instrumente dem Festivaltitel entsprechend aufstöpseln. Auch Seasick Steve ist hier ruhiger zu erleben, wobei der US-Bluesmusiker nur wenige Tage später das In-To-It-Festival in der Wiener Arena beehrt – dann wieder mit umgeschnallter E-Gitarre. Als Headliner ist zudem Fink gebucht.

Indierock

Wie variantenreich ein einzelner Festivaltag zu bespielen ist, zeigt das „Ahoi! The Full Hit Of Summer“ in Linz: Am 11. Juli werden an der Donaulände The National ihren melancholischen Indierock servieren, gibt es bei den schottischen Chvrches Electropop mit Fokus auf der zweiten Silbe und steht bei der anschließenden Party im Brucknerhaus mit den Young Fathers einer der energetischsten Liveacts aus dem Hip-Hop-Segment auf der Bühne. Energie braucht wiederum das Publikum, will es sämtliche Angebote des poolbar-Festivals in Feldkirch wahrnehmen. Den Auftakt zur mehrwöchigen Sause, die hier 25. Geburtstag feiert, markieren am 6. Juli The Subways. Bis Mitte August gibt es auch 5K HD, Joan As Police Woman, Algiers oder Alice Merton zu erleben.

Wiener Popfest und „Härteres“

Keinen Pool, sondern einen Teich bietet das Wiener Popfest. In bereits bewährter Manier wird am letzten Juli-Wochenende die kleine „Seebühne“ am Karlsplatz bespielt, bevor in den umliegenden Institutionen bis spät in die Nacht ein vielfältiges Musikprogramm ansteht. Freuen darf man sich etwa auf Mavi Phoenix, Naked Lunch und Dives. Als Kuratoren fungieren heuer Musikjournalistin Katharina Seidler und Musiker Nino Mandl alias Der Nino aus Wien. Eine „Nacht gegen Armut“ ist das gleichnamige Benefizkonzert in der Wiener Arena, das am 19. Juli Calexico bestreiten werden.

Und Anhänger der härteren Fraktion? Dürfen sich auf handverlesen Highlights freuen. Am 9. Juli kommen beispielsweise die Wurzel-Black-Metaller von Wolves In The Throne Room in die Wiener Arena, tags darauf gibt es Thrash-Riffs und Tribal-Drums bei Soulfly in der Szene. Deutlich exaltierter legt es Kiss-Bassist Gene Simmons an, der mit seiner Soloband am 16. Juli ins Gasometer lockt. Und mächtig dürfte der 28. Juli werden, wenn sich keine Geringeren als Judas Priest in der Wiener Stadthalle angesagt haben.

apa

stol