Dienstag, 21. Juli 2015

Scala bettelt um neue Geldgeber

Das Mailänder Opernhaus ändert seine Statuten, um neue Mäzene anzulocken. Die neu eingeführte Förderungsgruppe verpflichtet sich dazu, jährlich 100.000 Euro einzuzahlen.

Die Kosten des Opernhauses werden zum Teil von Spenden gedeckt.
Die Kosten des Opernhauses werden zum Teil von Spenden gedeckt. - Foto: © APA/AP

Bereits mit einem Jahresbeitrag von 100.000 Euro können demnächst die Opernfans das Mailänder Theater finanziell unterstützen. Als Bonus werden die Geldgeber Teil des Aufsichtsrats, insofern sie von einem „permanenten Förderer“ vorgestellt werden.

Dafür hat der Aufsichtsrat eines der bekanntesten Opernhäuser einstimmig für eine Statutenänderung gesorgt. Bewirkt werden will dadurch die Einführung einer neuen Kategorie von Förderern.

Die sogenannten „permanenten Förderern“ unterstützen die Scala-Stiftung mit einem Beitrag von sechs Millionen Euro im fünf-Jahres-Rhythmus. Die zweite Kategorie der Mäzene spendet im gleichen Zeitraum eine Summe von 600.000 Euro. Die neu eingeführte Förderungsgruppe verpflichtet sich dazu, jährlich 100.000 Euro einzuzahlen.

Im beidseitigen Interesse

Die Förderer gehen dabei selbstverständlich nicht leer aus. Der italienische „Art Bonus“ sieht Steuerbegünstigungen für all jene privaten und unternehmerischen Spender vor. Das Steuerguthaben für Mäzene beträgt 65 Prozent.

Anlässlich der bis Ende Oktober laufenden Expo bietet die Scala ein tägliches Aufführungsprogramm, wegen dem die Budgetkosten auf 127 Millionen Euro gestiegen sind. Diese und weitere hohe Summen muss die Scala abdecken, ohne finanzielle Unterstützer wäre dies nicht vorstellbar.

Das Konzept scheint zu fruchten

Die Modegruppe „Dolce & Gabbana“ und die Mailänder Großbank „Intesa“ haben ihre Spenden, laut Skala, maßgebend erhöht. Auch ausländische Sponsoren konnte das Opernhaus für sich gewinnen, sechs Millionen Euro wurden vom Ausland bereits gespendet.

stol/mu

stol