Am Dienstag spielt das Haydn Orchester die 1882 anlässlich der Einweihung der Moskauer Christ-Erlöser-Kathedrale uraufgeführte Ouvertüre „1812“, von Peter Tschaikowsky, „Peter und der Wolf „von Sergej Prokofiev und „Till Eulenspiegels lustige Streiche“, op. 28 von Richard Strauss.Der Dirigent: Sir Neville MarrinerAuf dem Podium steht mit Sir Neville Marriner an diesem Abend eine lebende Legende. 1959 gründete der damalige Konzertmeister des London Symphony Orchestra die Academy of St. Martin in the Fields, mit der er eine rekordverdächtige Anzahl von Schallplattenaufnahmen veröffentlichte, bis der Siegeszug dieses Originalklang-Ensembles begann. Von 1969 bis 1979 war er Dirigent des Los Angeles Philharmonic Orchestra und künstlerischer Leiter des Minnesota Orchestra. Danach übernahm er das Radio Sinfonieorchester des Süddeutschen Rundfunks in Stuttgart. Mit der Academy spielte er den Soundtrack zu Miloš Formans Welterfolg „Amadeus“ ein. 1985 wurde Sir Neville Marriner in den Adelsstand erhoben. 1993 erhielt die Academy of St. Martin in the Fields dann als erstes Orchester den Queen’s Award für herausragende Verdienste im Ausland.„Peter und der Wolf“Den Text des berühmten sinfonischen Märchens „Peter und der Wolf“ liest in Bozen Manfred Schweigkofler. 1936 erhielt Prokofjev von der Leiterin des Moskauer Kindertheaters, Natalja Saz, den Auftrag, diese musikalisch illustrierte Kindergeschichte zu schreiben. Prokofjev über die Entstehung des Stücks, das im Original eigentlich „Pionier Peter“ heißt: „Wenn wir auch die primitiven Vorstellungen der Kinder nutzen, so ist das überhaupt nicht schlimm. Das Wichtigste ist, eine gemeinsame Sprache mit ihnen zu finden. Beginnen muss man mit dem Konkreten, mit kontrastierenden Eindrücken: Wolf und Vogel, das Böse und das Gute, das Große und das Kleine. Die Zuspitzung der verschiedenen musikalischen Timbres. Jede Person hat ein Leitmotiv.“Die Ouvertüre „1812“Die Ouvertüre „1812“ von Peter Tschaikowski ist ein Klassikhit, der in den Konzertsälen schnell zum Renner avancierte. Angesichts der monumentalen Orchestrierung ist das auch kein Wunder. Der Komponist hatte nicht nur alles aufgeboten, was das Orchester der Spätromantik hergab – am Ende des Werks schrieb er auch noch den Einsatz von 16 Kanonenschüssen vor, die den Triumph der russischen Armee über Napoleons Invasionstruppen im Jahr 1812 symbolisierten. Langweilig wird dieser vielseitige und prominent besetzte Konzertabend in Bozen also schon deshalb nicht.Das Konzert ist am Dienstag, 23. April, um 20 Uhr im Konzerthaus Bozen zu hören, am Mittwoch, 24. April, wird dieses Konzert um 20.30 Uhr im Auditorium in Trient wiederholt. Die italienische Fassung von Sergej Prokofievs Märchentext liest dann Patrizia Milani.stol