Mittwoch, 17. Februar 2016

So bewegend war ihr erstes Konzert in Paris

Unter den Gästen waren auch Überlebende der Attentate vom 13. November. Mit einem emotionalen Konzert ist die Rockband Eagles of Death Metal drei Monate nach dem Anschlag im Musikclub „Bataclan“ nach Paris zurückgekehrt. „Ich liebe euch verdammt noch mal alle“, rief Frontmann Jesse Hughes den Zuschauern im Konzertsaal „Olympia“ zu.

Jesse Hughes, Sänger der Eagles of Death Metal, kämpft mit den Tränen.
Jesse Hughes, Sänger der Eagles of Death Metal, kämpft mit den Tränen. - Foto: © APA/AFP

Wie schon beim fatalen Konzert am Anschlagsabend im Bataclan, bei dem 90 Menschen von islamistischen Terroristen in der Konzertlocation getötet wurden, fungiert auch am Dienstagabend das Tiroler Duo White Miles wieder als Vorgruppe (STOL hat über die Gruppe berichtet, "die beim Attentat gerade mal um die Ecke war")

Das Konzert ist Teil der seit Samstag laufenden Welttournee der Eagles of Death Metal, die in Stockholm gestartet ist und die Band am 22. Februar auch in den Wiener Gasometer führen wird – die White Miles wieder im Gepäck.

"Schlimmes Zeugs hinter sich lassen“

Unter tosendem Beifall betrat die Gruppe Eagles of Death Metal die Bühne, dazu wurde das Lied „Il est cinq heures, Paris s'eveille“ („Es ist fünf Uhr, Paris erwacht“) des Liedermachers Jacques Dutronc eingespielt – eine Reverenz an die französische Hauptstadt.
 „Ich möchte einfach versuchen, das Set zu beenden, sodass alle einen Teil dieses schlimmen Zeugs hinter sich lassen und hier (im Herzen) mehr Platz für bessere Sachen schaffen können“, hatte Hughes zuvor dem französischen Sender iTele gesagt.

Ein „Moment der Erinnerung“

Mitten in ihrem ersten eigenen Song stoppte die Rockgruppe kurz für einen „Moment der Erinnerung“ an die Opfer des Anschlags. Frontmann Hughes wurde immer wieder sichtbar von seinen Gefühlen übermannt.

Statement von Jesse Hughes, Sänger der Eagles of Death Metal: "Ich will wirklich in Paris sein!" - Foto: APA/AFP

Die Eagles of Death Metal hatten alle Besucher des blutig geendeten „Bataclan“-Konzerts zu ihrem neuen Auftritt eingeladen. Er stand unter hohen Sicherheitsvorkehrungen: Der Gehsteig vor dem „Olympia“ war komplett abgesperrt, Polizisten und private Sicherheitsleute kontrollierten die Besucher mehrfach, unter anderem mit Metalldetektoren. Für Überlebende und Angehörige der Opfer standen psychologische Betreuer bereit.

Die Band hatte ihre nach dem Anschlag unterbrochene Europatournee bereits am Samstag mit einem Konzert in Stockholm fortgesetzt. Schon im Dezember war die Gruppe mit zwei Stücken Überraschungsgast eines Konzertes von U2 in Paris.

„Bataclan" will wiedereröffnen

Das „Bataclan“ soll bis Ende des Jahres renoviert und wiedereröffnet werden (STOL hat berichtet). Dann will Hughes mit den Eagles der erste sein, der dort auf der Bühne steht, denn: „Ich liebe diesen Club.“

Am Abend des „Bataclan“-Auftritts hatten weitere Attentäter fast zeitgleich auch an verschiedenen Bars und Restaurants in Paris sowie am Fußballstadion im Vorort Saint-Denis zugeschlagen. Insgesamt starben bei der Terrorserie 130 unschuldige Menschen (STOL hat berichtet).

dpa

stol