Freitag, 14. Mai 2021

Song Contest: Das erste wirkliche Großevent in Coronazeiten

Am Dienstag, 18. Mai, fällt der Startschuss für das erste wirkliche Großevent in Coronazeiten: den 65. Eurovision Song Contest im niederländischen Rotterdam. Nachdem Europas Liederbewerb im Vorjahr der Pandemie zum Opfer fiel, wird er heuer in jedem Falle stattfinden - und das sogar als Versuchsveranstaltung unter strengen Hygieneauflagen, dafür aber mit 3500 Zuschauern pro Veranstaltung.

Vincent Bueno, der für Österreich antritt, bei den Proben in der Ahoy Arena in Rotterdam.
Vincent Bueno, der für Österreich antritt, bei den Proben in der Ahoy Arena in Rotterdam. - Foto: © ORF / Regine Schoettl
„Open Up“ lautet dabei das aus dem Vorjahr übernommene Motto des ESC - also „Öffne Dich“, aber auch „Mach auf“. Und was würde nach den Monaten des (Kultur)-Lockdowns besser passen? Dabei geht die European Broadcasting Union (EBU) als Ausrichter äußerst vorsichtig vor und ventilierte im Vorfeld 4 mögliche Szenarien zwischen Vollevent und reiner Fernsehshow.




Es wird nun Variante B, ein Konzept mit Social Distancing und strengen Testvorgaben für Zuschauer und Teilnehmer. So dürfen in die sonst bis zu 16.000 Menschen fassende Ahoy-Arena der Stadt maximal 3500 Menschen als Livegäste - wenn diese nicht älter als 70 sind. Die speziellen Risikogruppen sind nämlich nicht zugelassen. Im Gegenzug fallen die Ticketpreise für das Finale heuer mit knapp 250 Euro deutlich günstiger aus als in den Vorjahren.




Von den im Vorjahr benannten Kandidaten, die dann ob der Corona-Absage in die Röhre schauten, kehren heuer 26 zurück - wenn auch mit jeweils neuem Lied, was eine Vorgabe war. Zu diesen gehört mit Vincent Bueno auch Österreichs Hoffnung, der nach der schnelleren Nummer „Alive“ im Vorjahr mit „Amen“ nun einen ruhigen Popsong im Angebot hat. Insgesamt sind mit 39 Teilnehmerländern allerdings 2 weniger am Start als 2020 vorgesehen waren.

Ein Moderationsquartett führt durch die Show

So kam es schon beinahe traditionell im Vorfeld zu Aufruhr, als etwa in Zypern orthodoxe Christen gegen den Beitrag „El Diablo“ mobilisierten oder die russische Teilnehmerin Mahniza wegen ihrer tadschikischen Wurzeln in die Schusslinie geriet. Wirklich zurück zog dann Armenien wegen des Kriegs mit Aserbaidschan um Berg-Karabach, während Weißrussland wegen eines die Demonstranten gegen Machthaber Lukaschenko verhöhnenden Texts disqualifiziert wurde.




Aus beiden Halbfinalrunden steigen nun wie immer je 10 Länder auf und treffen im Finale auf die 5 Großzahler Deutschland, Frankreich, Italien, Großbritannien und Spanien sowie Gastgeber Niederlande. Insgesamt sind also wieder 26 Kandidaten im Finale vertreten. Die Entscheidung über die Sangeskrone beim größten TV-Unterhaltungsevent der Welt fällt am 22. Mai, wobei zur Hälfte die Zuschauer mit ihren Stimmen und andererseits die Fachjurys über den Sieger entscheiden. Die magischen Worte „And twelve points go to ...“ für Österreich wird dabei heuer zum zweiten Mal Ö3-Moderator Philipp Hansa sprechen.




Durch die Shows führt ein Moderationsquartett aus den 3 Damen Chantal Janzen, Edsilia Rombley und Nikkie de Jager sowie ihrem Kollegen Jan Smit. Sie werden wie die Teilnehmer eine Bühne bespielen, die wieder von Florian Wieder kreiert wurde, der schon für einige ESC-Designs den Stift führte, darunter jenes vom Wiener Song Contest 2015.

apa