Am Ende einer mehrstündigen Sitzung, die der Mailänder Bürgermeister und Präsident der Scala-Stiftung Giuliano Pisapia als durchaus schmerzhaft bezeichnete, beschloss der Aufsichtsrat des Mailänder Opernhauses, Pereira wegen seines „unkorrekten Verhaltens“ zu einer Vertragsverkürzung auf Ende 2015 zu zwingen.Wie Pisapia bei einer Pressekonferenz im Mailänder Rathaus berichtete, soll sich Pereira zum Rücktritt am 31. Dezember 2015 verpflichten und auf jegliche rechtliche Auseinandersetzung mit dem Opernhaus verzichten. Jede Ausgabe, die der Intendant in diesem Zeitraum auch in Zusammenhang mit Verträgen von Künstlern und Regisseuren beschließen sollte, müsse vom Aufsichtsrat genehmigt werden, lautet der Vorschlag des Aufsichtsrats.Eine Antwort Pereiras liegt noch nicht vor. Der Aufsichtsrat warte spätestens bis Ende dieser Woche auf eine Reaktion des Österreichers, berichtete Pisapia. „Sollte Pereira unseren Vorschlag nicht annehmen, wird es zu einem Rechtsstreit kommen“, sagte der Bürgermeister. Er gab zu, dass die Scala in große Schwierigkeiten geraten würde, sollte der designierte Intendant das Angebot ablehnen. „Wir müssten dann sofort einen Intendanten von Profil finden, doch wir werden uns etwas einfallen lassen“, erklärte Pisapia.Der Beschluss, Pereira, der im Oktober sein Amt antreten soll, eine Vertragsverkürzung vorzuschlagen, sei für den Aufsichtsrat schwierig gewesen und nicht einstimmig ergriffen worden. Der Vertreter der Region Lombardei, Fiorenzo Tagliabue, habe dagegen gestimmt, da er eine Vertragsauflösung forderte. „Wir haben den einzig möglichen Beschluss gefasst. Das ist kein Vermittlungsversuch, sondern der einzige Weg, um eine Katastrophe zu vermeiden“, sagte Pisapia. Die Zeit für die Planung der nächsten Saison, in der die Scala wegen der Mailänder Weltexpo im internationalen Rampenlicht stehen wird, sei bereits knapp.Pereira habe Fehler begangen und seine Kompetenzen deutlich überschritten. „Er hat sich jedoch zum vollen Engagement bereit erklärt, um unser Vertrauen am Ende einer Saison auf höchstem Niveau zurückzugewinnen“, erklärte Pisapia. apa