<b>Sie sind während des Jazzfestivals eine Musikerin in residence könnte man sagen, da sie 5 Mal auftreten und immer wieder in neuen Formationen. Was erwarten Sie sich davon?</b><BR />Olga Reznichenko: Schon 2021 spielte ich hier mit der Band „A Word is a Swallow“. Damals musste ich leider am Tag danach wieder abreisen. Jetzt darf ich eine Woche bleiben, das Festival genießen und vor allem freue ich mich auf jedes der 5 Konzerte. Dabei wird es einige Premieren geben und viele neue Begegnungen. Stilistisch werden diese Auftritte sehr unterschiedlich sein, in jedem Fall sehr intensiv und manchmal sogar krawallig. <BR /><BR /><b>Wie spannend oder schwierig ist es, sich immer wieder neu zu formieren und neue Ansätze zu starten?</b><BR />Reznichenko: Auf jeden Fall sehr spannend! Bei 4 von 5 Konzerten werde ich eine Keytar (Umhängekeyboard) in meinem Set-up haben. Ich beschäftige mich damit seit ein paar Jahren und benutze es eher in ungewöhnlichem Kontext. Jede neue Formation bringt neue Herausforderungen und bietet mir die Gelegenheit, das Instrument näher kennenzulernen und mein Set- up zu erweitern.<BR /><BR /><b>Sie werden auch einen Stummfilm musikalisch begleiten…</b><BR />Reznichenko: Darauf freue ich mich ganz besonders, weil ich noch nie mit Daniel Erdmann und Francesca Remigi gespielt habe, es wird ein sogenanntes genannt „musikalisches Blind Date“ sein. Wir haben über ein paar Konzepte gesprochen, was wir so alles machen könnten, und entscheiden dann vor Ort, nachdem wir uns persönlich getroffen haben. <BR /><BR /><b>Das Südtirol Jazzfestival hat sich schon lange etabliert. Wie nehmen Sie es im internationalen Kontext wahr?</b><BR />Reznichenko: Das Südtirol Jazzfestival fällt auf durch sein sehr abwechslungsreich kuratiertes Programm, seine ganz besondere Atmosphäre und die starke Verbindung zu Natur und Umgebung. Mir ist auch sehr wichtig, dass es eine spezielle Verbindung zur Jazzszene in Leipzig gibt.<BR /><BR /><b>Am 5. Juli treten Sie mit Ihrem Trio am Ritten im Parkhotel Holzner auf. Was haben Sie da vor?</b><BR />Reznichenko: Eben erst am 3. Juni ist unser zweites Album erschienen. Wir freuen uns sehr, dass wir es bei dem Festival auch vorstellen dürfen.<BR /><BR /><b>Und worauf freuen Sie sich am meisten bzw. andersrum gefragt: Was erwarten Sie sich von Ihrer Präsenz in Südtirol?</b><BR />Reznichenko: Ich habe die letzten Monate sehr viel und fast pausenlos gearbeitet. Im Fokus standen dabei die Vorbereitungen für die Konzerte beim Festival. Ich freue mich, dass ich endlich das alles auf der Bühne zeigen darf, auf zahlreiche neue Begegnungen und generell auf eine schöne Zeit in Bozen. (eva)<h3> Zur Person</h3>Die Musikerin Olga Reznichenko wurde in Taganrog, Russland geboren, wo sie mit 8 Jahren ihre musikalische Ausbildung als Klassikpianistin begann. Nach mehreren Jahren intensiven Klassikmusikstudiums entwickelte sie ihre Leidenschaft für Jazzmusik. 2012 zog sie nach Leipzig, um zu studieren. Seither arbeitet sie stetig an neuen Kompositionen, versucht sich zu verbessern und ihre einzig- artige Musiksprache zu entwickeln. <BR /><BR />2014 trat sie mit ihrer Ylativ Algo Band beim GETXO Jazzwettbewerb auf, wo sie den ersten Platz erreichte. Weitere Preise folgten. In den letzten Jahren performte Olga in verschiedenen Musikprojekten in Deutschland, Portugal, Belgien und Spanien. Sie trat bei zahlreichen Jazzfestivals auf u.a. das Xjazz (Berlin), Ammertöne (Weilheim) und Jazz am Rhein (Ludwigshafen) und 2021 beim Südtirol Jazzfestival.<h3> Auftritte beim Jazzfestival</h3>1.7., 23.30 Uhr, Batzen Sudwerk, Beatdenkers POLYPLAY <BR />2.7., 23.30 Uhr, Batzen Sudwerk, Crutches<BR />3.7., 18 Uhr, Filmclub Bozen, Stummfilmvertonung „Mr. Radio“ mit Daniel Erdmann und Francesca Remigi <BR />5.7., 11 Uhr, Parkhotel Holzner am Ritten, Olga Reznichenko Trio <BR />5.7., 21 Uhr, Kapuzinerpark Bozen, Fabian Dudek Day by Day