Und plötzlich hört man auf Ö3 einen Song von Ganes, anstatt zum x-ten Mal Rihanna, oder zwischendurch erwärmt die Stimme von Max von Milland das Herz der Hörer, anstatt jene von Ed Sheeran. <BR /><BR />Die Vergleiche mögen zwar hinken, jedoch lässt sich damit ein aktuelles Vorhaben von Kulturlandesrat Philipp Achammer veranschaulichen: Musik aus Südtirol soll in Österreich weit stärker als bisher zur Geltung kommen. <BR /><BR />„Die Grundlagen für eine prioritäre Förderung bestehen bereits, nach den Gesprächen mit Andreas Babler bin ich zuversichtlich, dass es mit diesem Vorhaben klappt“, lässt Achammer wissen. Österreichs Vizekanzler Babler habe er am Rande des Eurovision Song Contest (ESC) in Wien getroffen, dabei wurde die Thematik erörtert. Achammer weiter: „Andreas Babler zeigte sich offen für das Anliegen, das zunächst auf technischer Ebene geprüft werden muss, ehe weitere Gespräche anstehen.“ <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1314099_image" /></div> Als Grundlage für eine Art Vorzugsschiene Südtiroler Musik in Österreich nennt Achammer das Pariser Abkommen sowie das Kulturabkommen zwischen Italien und Österreich aus dem Jahr 1952. In ähnlichen Bereichen wie etwa beim österreichischen Jugendmusikwettbewerb „Prima la Musica“ würde die Zusammenarbeit bereits funktionieren.<BR /><BR /><b>Erhöhung der „Österreich-Quote“ gefordert</b><BR /><BR /> In einem größeren Kontext geht es im spezifischen Fall um den Anteil von österreichischer Musik in österreichischen Radiosendern. Immer wieder war eine „Österreich-Quote“ gefordert worden, ehe sich der ORF mit der heimischen Musikwirtschaft auf eine Selbstverpflichtung einigte, den Anteil österreichischer Musik schrittweise auf 18 Prozent zu steigern. Mittlerweile ist man bei den größten österreichischen Sendern bei einer Quote zwischen 15 und 18 Prozent angelangt, letzthin pochten Branchenverbände auf einen verbindlichen Anteil von 30 Prozent.<BR /><BR />Südtiroler Musikschaffende blieben bisher sowieso außen vor, weil sie gemäß Vorgaben auch nicht als „österreichische Musik“ berücksichtigt werden konnten. Genau das soll sich nun eben ändern, laut Achammer müsste hierfür lediglich ein Passus in Bezug auf die Staatsbürgerschaft geändert werden. Falls notwendig, könne er sich durchaus vorstellen, finanzielle Mittel für mehr Sichtbarkeit für Musik aus Südtirol bereitzustellen.<BR /><BR /><b>Peter Schorn und Simon Gamper zuversichtlich</b><BR /><BR />Auch Peter Schorn und Simon Gamper, respektive Präsident sowie musikalischer Sprecher der Berufsvereinigung PERFAS, erachten die Initiative als vielversprechendes Vorhaben. „Die Hürden für die Umsetzung sind nicht groß, deshalb bin ich zuversichtlich, dass Südtiroler Musiker in Österreich stärker berücksichtigt werden“, bekräftigt Gamper. Zusätzlich zu Musikern und Bands sei die Förderung von zeitgenössischen Komponisten ein logischer nächster Schritt. Peter Schorn ist der Auffassung, dass die Südtiroler Kulturschaffenden grundsätzlich eine breitere Öffentlichkeit im deutschsprachigen Ausland verdienen würden – sie bräuchten keinen Vergleich zu scheuen.