Diese enorme Menschenkette, die von Kufstein bist Ala reicht, wird einen einsamen Ton Schritt für Schritt weitergeben. Das große Finale findet schlussendlich in der Franzensfeste statt.Der vierte Satz der “Entropy Symphony” wurde für die atemberaubende Landschaft der EUREGIO geschrieben. Das Gebiet ist berühmt für die Schönheit seiner Berge und die Bewohner dieser Grenzregion, die zwei Nationen miteinander verbindet.Die Symphonie beginnt, indem ein Sänger einen einsamen Ton in den Wind singt. 50 – 80 Meter von ihm entfernt, hört der nächste Sänger diesen Ton und gibt ihn weiter zum nächsten Sänger entlang der Route. Und so weiter und wo weiter. Die Sänger fungieren sozusagen als musikalische Fackelträger, die gemeinsam Ton für Ton durch die gesamte Region weiterreichen und sie mit ihrem harmonischen Gesang verbinden.Während für die Idee, die Realisierung und die Ausführung der meisten Kunstwerke nur ein einzelner Künstler erforderlich ist, benötigen wir für “Entropy Symphony: Movement 4 – Euregio” den Einsatz von ungefähr 7000 Sängerinnen und Sängern, aus Nord- und Südtirol und dem Trentino. Sie fungieren als musikalische Fackelträger, die über eine lange Strecke Töne weiterreichen undMusikbasis“unanswered question” von Charles Ives mit einer Dauer von 5 Minuten wird in 60 Einzelnoten (noch genau zu definieren) zerlegt, die jeweils einzeln von jedem Sänger in der Kette zum nächsten weitergesungen werden. Jeder Sänger wird das Stück mindestens einmal bis dreimal durchsingen. Die genaue Anzahl wird noch definiert.AbschlussveranstaltungIn der Festung Franzensfeste treffen und verbinden sich die beiden “musikalischen Pipelines” aus dem Norden und dem Süden. Die Töne tropfen am Ende der beiden Menschenketten in der Festung Franzensfeste heraus und der Komponist Wolfgang Mitterer nimmt sie auf und setzt sie neu zusammen.Kontext“Entropy Symphony: Movement 4 – Euregio” ist der vierte Teil eines sich in Ausarbeitung befindenden Zyklus des amerikanischen Künstlers Zefrey Throwell.Der erste Teil wurde während der Whitney Biennial 2010 im Whitney Museum of American Art aufgeführt. 75 Teilnehmer führten in 5 Minuten, aufgeteilt auf die 6 Stockwerke des Museums, 25 verschiedene Stücke auf. Damit sollte auf einen Schlag mit den, dem Publikum bekannten Museumsregeln, gebrochen werden. Das symphonische Element wurde über die Funkgeräte der Museumswärter zugespielt, so als müssten sie auf 25 verschiedene Notfälle gleichzeitig reagieren.Der zweite Teil wurde im Dezember 2010 in Berlin aufgeführt. 100 Menschen standen an den wichtigsten Straßenkreuzungen der Stadt und führten ein 5 Minuten Stück auf. Stadion-Trompeten unterschiedlicher Tonarten wurden als Musikinstrumente verwendet und jeder Teilnehmer erhielt einen Zettel mit den genauen Zeitangaben. Damit die Stadt selber zum Klangkörper wird, wurden die Aufführenden im gesamten Stadtzentrum positioniert und Berlin wurde so zum Instrument, das die Musik ihrer Einwohner wiedergab.Der dritte Teil wurde in Los Angeles im Los Angeles Nomadic Divison aufgeführt. Mit der Verwendung von Autohupen konnte die Melodie der Einwohner perfekt wiedergegeben werden. 1000 Autohupen erklangen um die Leidenschaft der „Stadt der Engel“ erklingen zu lassen.Zefrey Throwell lebt und arbeitet in New York. Seine neuesten Projekte wurzeln in einer scharfsinnigen Sozialkritik, indem er mit Nachdruck die öffentliche Verwendung von privaten Räumen fordert, im Geiste einer gastlichen Gesellschaft, beziehungsweise dem Vergnügen. Neun Filme von Throwell, inbegriffen “Ocularpation: Wall Street” wurden im MoMA, dem Museum of Modern Art im Rahmen eines seinem Werk gewidmeten Abends gezeigt, kuratiert von Rajendra Roy, Film-Kuratorin im MoMa. Die erste große Ausstellung von Throwell im Leopold Hoesch Museum in Düren, Deutschland, 2012, beinhaltete auch den Film „Time Stau“, der anschließend beim Filmfestival von Cannes in der Sparte Kurzfilm gezeigt wurde und nun als Spielfilm neu herausgebracht wird. Das neue Kunstbuch von Throwell „ “Folding Space/Pressing Time” ist eine Zusammenarbeit mit dem Künstler Dan Gluibizzi. Über die Projekte von Throwell berichteten unter anderem The New York Times, CNN, NPR, NBC, Artforum, Art in America, Artinfo und Modern Painters. Werke von Throwell wurden in die Sammlung des MoMa von New York und anderen wichtigen internationalen Sammlungen aufgenommen.Wolfgang Mitterer wurde 1958 in Lienz in Osttirol geboren. Er studierte Orgel, Komposition und Elektroakustik in Wien und Stockholm und gehört in Österreich nicht nur zu „den“ Spezialisten für Elektronik, gleichermaßen virtuos an Tasten und Reglern, sondern auch zu den innovativsten Komponisten. Seine Arbeit bewegt sich zwischen Komposition und offener Form, neben Orgel- und Orchesterstücken, einem Klavierkonzert oder einer Oper hat er elektronische Stücke produziert, Klanginstallationen konzipiert, in diversen Formationen kollektive Improvisation betrieben und eine Sprache der Extreme, der Spannung, der Vielschichtigkeit entwickelt. Seine Experimentierfreudigkeit bringt ihn dazu, Gegensätzliches zu unvorhersehbaren musikalischen Ereignissen zusammen zu spannen, etwa, indem er in einer groß angelegten Komposition Musikkapellen und Kinderchöre spezialisierten Instrumentalisten und Sängern gegenüber stellt, während er selbst über Ringbeschallung den Raum mit live electronics bespielt. Zu weit mehr als einem spektakulären Event macht das seine musizierende Präsenz sowie die hohe Intensität und Komplexität seiner Musik, die unter die Haut geht. Das Aushorchen von leisen Klängen hat ebenso Platz wie das „Montieren“ explodierender Klangfetzen „im Hirn“ der Hörer. Weitab von Gefälligkeit ist Mitterers Musik doch zuweilen unheimlich-schön.Achtung:Es werden noch Sänger gesucht, wer Interesse hat kann sich melden:Südtiroler ChorverbandDominikanerplatz, 7I-39100 BozenT 0471 971833info@scv.bz.it