Damit erreichte die Formation aus Brixen und Sterzing einen Chart-Erfolg, der nur wenigen Südtiroler Bands gelang. Co-Produzent des Albums ist Frei.Wild-Sänger Philipp Burger.Im Interview mit Südtirol Online spricht „Unantastbar“-Schlagzeuger Florian Wieser über den Erfolg der Gruppe, das neue Album sowie über Vorbilder und Ziele.Südtirol Online: Was bedeutet es für die Band, Platz 33 in den deutschen Albumcharts zu belegen?Florian Wieser: Es ist ein großer Erfolg für uns. Wir haben uns immer gewünscht, eines Tages in die Charts zu kommen und wenn möglich unter die Top 100. Nie aber hätten wir mit einer derartigen Platzierung gerechnet. Die Zeit und die Mühe, die wir in den vergangenen Jahren in die Band investiert haben, haben sich gelohnt. Besonders freut uns die Anerkennung der Fans: Die Anzahl der verkauften CDs zeigt uns, dass sie uns sehr schätzen.STOL: Worum geht es im neuen Album „Schuldig“?Wieser: Die CD ist sehr gesellschaftskritisch. Es geht um Gefühle, wie Liebe oder Hass. Viele Songs sind autobiographisch und haben unter anderem mit der Vergangenheit der Bandmitglieder zu tun. Es handelt sich um ein sehr persönliches Album. Die Lieder texten wir gemeinsam.STOL: Warum der Titel „Schuldig“?Wieser: Der Song „Schuldig“ ist einer der besten geworden. Der Titel spricht auch jeden an: Jeder Mensch macht Fehler und ist somit auf irgendeiner Weise schuldig. Ausschlaggebend für den Albumtitel war auch, dass sich Joachim, der den Song geschrieben hat, das Wort „schuldig“ auf die Wange tätowieren hat lassen. Sein Foto ziert das Cover.STOL: Wie viele Alben haben „Unantastbar“ insgesamt herausgebracht?Wieser: Bisher drei. 2006 „Niemals wie Ihr!“, 2009 „Rebellion“ und 2011 „Schuldig“.STOL: „Unantastbar“ wurden 2004 gegründet. Was hat sich seither verändert?Wieser: Seit der Gründung der Band haben wir uns musikalisch weiterentwickelt. Wir hatten damals nicht die technischen Möglichkeiten, die wir heute haben, und auch kein Budget, das es uns ermöglichte, eine CD professionell aufzunehmen. Was den Inhalt der Texte betrifft, gibt es kaum Unterschiede zu den bisherigen Alben. Wir schreiben nach wie vor über Themen, die uns bewegen und beeindrucken.STOL: War die Band immer schon im Punkrock beheimatet?Wieser: Eigentlich schon. Auch wenn es schwierig ist, Musik in eine bestimmte Schublade zu stecken. Es hängt nicht immer nur von der Musikrichtung ab, sondern auch vom Inhalt der Texte.STOL: Wer sind die Bandmitglieder und was machen sie beruflich?Wieser: Wir sind zu fünft: der Sänger Joachim Bergmeister, die zwei Gitarristen Christian Heiss und Thomas Conrater, der Bassist Mathias Speranza und ich, der Schlagzeuger. Beruflich sind wir alle ganz woanders angesiedelt. Ich arbeite bei einer Internetfirma, Joachim ist im Baubereich tätig und nebenbei auch Tätowierer, Christian ist Student, Thomas arbeitet im Krankenhaus und Mathias ist Fliesenleger.STOL: Welche Vorbilder haben „Unantastbar?“Wieser: Genaue Vorbilder haben wir nicht. Es gibt zwar Bands, die uns inspirieren und beeinflussen, wie beispielsweise „Die Toten Hosen“, aber wir sind keine Coverband. Uns ging es von Anfang an darum, eigenständig Musik zu machen.STOL: Worauf bezieht sich der Bandname?Wieser: „Unantastbar“ ist ein Wort, das uns allen gut gefällt. Es bedeutet für uns „unantastbar zu sein“: eigenständig zu denken und sich eine eigene Meinung zu bilden, aber auch seine Ziele zu verfolgen und seinen eigenen Weg zu gehen.STOL: Sind nach dem Chart-Erfolg mehr Auftritte geplant?Wieser: Um Konzerte auch unter der Woche geben zu können und auf Tournee zu gehen, brauchen „Unantastbar“ einen größeren Bekanntheitsgrad.STOL: Wo ist die Band bisher aufgetreten?Wieser: Hauptsächlich in Deutschland. Von Zeit zu Zeit konzertieren wir auch in Österreich oder in der Schweiz. In Italien sind wir nur einmal aufgetreten: in Venedig.STOL: Kommt Punkrock in Deutschland also besser an, als in Südtirol?Wieser: Die Punkrock-Szene ist in Deutschland mehr verbreitet. Dadurch, dass Underground-Musik nur ein eingeschränktes Publikum anspricht und Südtirol viel weniger Einwohner als Deutschland hat, ist unser Bekanntheitsgrad im Ausland höher. Auch stößt deutscher Rock in Südtirol erst seit wenigen Jahren auf Beliebtheit. Härtere Musik ist bei uns hier nicht so sehr vertreten, wie beispielsweise in Deutschland.STOL: Welche Ziele hat die Band?Wieser: Wir möchten auch noch in 20 Jahren Musik machen und planen deshalb ein neues Album herauszubringen, in Zukunft mehr Konzerte zu geben und unseren Bekanntheitsgrad zu steigern – auch hier in Südtirol.STOL: Wo sind die nächsten Auftritte geplant?Wieser: In nächster Zeit geht es quer durch Deutschland: Festivals und Rockfeste stehen in Wien, Braunschweig, Friedewald und Leipzig an.Interview: Alexia Ramoser