Am Anfang seiner Ausführungen steckt Hanns Engl den Radius seiner Ausführungen ab.<BR /><BR />Der in Bozen geborene Vigilius Blasius Faitelli ist ein in Musikerkreisen bekannter und geschätzter Komponist. Er ist eine Persönlichkeit, der in die Riege bedeutender Bozner eingereiht gehört und nicht der Vergessenheit anheimfallen darf. Es ist nicht bekannt, wo er seine Ausbildung genossen hat und wer seine Lehrer waren.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1107210_image" /></div> <BR /> Man kann wohl annehmen, dass er als Singknabe in die Bozner „Pfarrsingschuell“ aufgenommen wurde. Um diese Zeit waren in Bozen tätig: Kapellmeister Giov. Abondio Crotti; Johann Bapt. Wunderer war Direktor der Pfarrsingschule und Chordirigent. Sein um zehn Jahre älterer Bruder Candido Faitelli, der auch Musiker war, könnte auch zu seiner Ausbildung beigetragen haben.<BR /><BR />Als er 1747 nach Hall an das königliche Damenstift berufen wurde, ging ihm bereits der Ruf eines außerordentlichen Komponisten und Gesangslehrers voraus, nach denen ihme von Gott verlichenen besonderen musictalenten und beywohnender virtiositet (…) mehrbesagter Faideli sonderheitlich in der welschen manier zu singen excelliert, welche das hochlobl. königl. stift in ihrer kirchen gern eingefiehret sechete, wie es in der ihm überreichten Instruktion vom 18. März 1747 heißt.<BR /><BR />Der Bezug zur Stadt Bozen ist 1709 nicht nur durch den Zuzug seines Trentiner Vaters Johannes Carolus Faitelli begründet, sondern wird auch über seine Mutter Elisabeth Maria Hueberin bestärkt, die eine echte Boznerin aus der Mesnerfamilie Hueber war. Von großer Bedeutung sind Kompositionen aus seiner Hand, die zu seinen Lebzeiten in Augsburg und St. Gallen verlegt wurden. Über seine Werke gibt ein umfassendes Verlassenschafts-Inventar Aufschluss.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1107213_image" /></div> <BR /><BR />Faitelli war 2 Mal verheiratet, seine erste Ehe mit Maria Thierhammerin, Tochter des Bozner Weissgärbers Jacob Thierhammer in der „Gärbergasse“, blieb kinderlos. Nach dem Tod seiner ersten Frau heiratete er Rosina Catharina Depradain, deren Familie aus Lana stammte. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1107216_image" /></div> <BR /><BR />Hanns Engl bringt in seinem Aufsatz eine Reihe von interessanten Details, er stellt die Vorfahren des Künstlers vor und geht auf seine Werke ein. Von den Kompositionen Vigilius Blasius Faitellis sind 8 Messen, darunter die bekannte „Missa Solemnis“, 1 Requiem, ein Oratorium, acht Motetten, Opus 2, Verlag Leopold, St. Gallen, zwölf Offertorien Opus 3, Verlag Lotter, Augsburg; sieben Geistliche Gesänge, sowie Hymnen, Kantaten, Arien, Litaneien, Psalmen, gesamt sechs, bekannt. Einige Kompositionen sind laut Entstehungsjahr noch seiner Bozner Zeit zuzuordnen. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1107219_image" /></div> <BR />Buchtipp: „Der Schlern“, Ausgabe 11/2024 – Bestellen: www.athesiabuch.it